Leonard Gühne (mit Ball) führt die Handballer des TSV Schmiden mit elf Treffern zum Sieg gegen den TSV Wolfschlugen. Foto: Maximilian Hamm

Die Handballer des TSV Schmiden gewinnen nach einer schwachen ersten Spielhälfte (12:19) und einer Leistungssteigerung nach der Pause am Ende noch mit 34:30 gegen die Gäste des TSV Wolfschlugen.

Nach einer guten Viertelstunde und dem Spielstand von 10:10 blickten einige Zuschauer am Sonntagabend verwundert und fragten sich, ob die Handballer des TSV Wolfschlugen vielleicht mit acht oder gar neun Spielern auf dem Feld standen. Für die Gastgeber des TSV Schmiden war kein Durchkommen mehr, ständig war ein Gegenspieler oder gar mehrere Akteure der Gäste im Weg. Und plötzlich lag die Mannschaft um den Trainer Benjamin Koch mit 12:19 zurück, ging mit stark reduzierter Hoffnung auf einen Heimsieg in der Württemberg-Liga in die Kabine. Nach der Pause zeigte sich dann schnell, dass der Verbund aus Wolfschlugen tatsächlich nur mit sieben Männern angetreten war. Der Abwehrspezialist Manuel Koch und seine Mitstreiter kamen immer besser in diese Begegnung und schafften am Ende noch die – schon fast nicht mehr geglaubte – Wende. 34:30 stand an der Anzeigetafel, und die Schmidener Akteure stimmten vor den rund 200 Zuschauern ihre Jubelgesänge an.

 

TSV-Spieler sind Pumas, keine Schoßkätzchen

„Wir sind teilweise planlos durch die Gegend gelaufen, obwohl klare Ansagen da waren. Dann sind wir als Team aufgetreten, haben gezeigt, dass wir Spaß am Handball haben und Pumas sind, keine Schoßkätzchen“, sagte Benjamin Koch. Die Handballer des TSV Schmiden nennen sich ja selbst Pumas, und sie waren nach der Pause aggressiver, sind mit der offensiven Abwehr der Gäste besser klar gekommen. Doch sie mussten einen großen Kampf zeigen, um diese Begegnung doch noch zu einem positiven Ende zu bringen. Bezeichnend dafür war die Leistung des Außenspielers Leonard Gühne, der elf Minuten vor Schluss – nachdem er bereits neun Treffer erzielt hatte – seinem Trainer erschöpft das Zeichen zur Auswechslung gab. Kurze Zeit später musste er zurück aufs Feld, weil Paul Feirabend sich verletzt hatte. Leonard Gühne erzielte noch zwei Tore und war am Sonntagabend mit elf Treffern letztlich der beste Werfer seines Teams.

Nach der Pause gibt es auch Spektakuläres zu sehen

Während die Schmidener Handballer ihren Heimsieg feierten, standen die Spieler des TSV Wolfschlugen niedergeschlagen auf dem Feld. Auch ihr Trainer Steffen Klett, früher Spielmacher beim SV Fellbach, hatte zunächst keine Worte nach der Niederlage gefunden. Später sagte er: „Das ist uns in dieser Saison schon des Öfteren passiert, dass wir eine deutliche Führung noch aus der Hand geben und den Gegner aufbauen“.

Als die Gastgeber nach dem Anpfiff der zweiten Spielhälfte Tor um Tor aufholten, zeigten sie sich von ihrer besten Seite, boten den Zuschauern einige spektakuläre Aktionen. Jetzt war auch der Tormann Magnus Riegel in Bestform, nachdem er vor der Pause noch kaum einen Ball zu fassen gekriegt hatte. Vergessen war jetzt dieser Spielabschnitt, in dem die TSV-Handballer planlos wirkten. Mit dem dann gewachsenen Selbstvertrauen hätten die müde wirkenden Gäste jetzt wohl auch tatsächlich mit acht oder gar neun Spielern auf dem Feld stehen können. TSV Schmiden: Riegel, Scheiner – Gühne (11/1), Bühler (5), Manuel Koch (5), Fischer (3), Hellmann (2), Feirabend (2/2), Mack (2), Siegmund (2), König (1), Züfle (1), Lino Klein, Specic.