Für die deutsche Nationalmannschaft beginnt am Mittwoch die Handball-Weltmeisterschaft. Titelfavorit ist der Co-Gastgeber. Wo schauen die Trainer aus Fellbach? Wo landet das deutsche Team? Ein Überblick.
Die beiden befreundeten Trainer Sven Bühler (Frauen des HC Schmiden/Oeffingen in der Regionalliga) und Benjamin Koch (Männer des TSV Schmiden in der Oberliga) nehmen sich demnächst eine Auszeit vom Alltag. Allerdings nicht vom Handball. Mit einer kleinen Gruppe reisen sie am Samstag nach Dänemark, wo sie ein Ferienhaus gemietet haben. Das Reiseziel war wohl überlegt, schließlich findet im nördlichen Nachbarland – und auch in Norwegen und Kroatien – die Weltmeisterschaft statt. Gleich am Sonntag sind Sven Bühler und Benjamin Koch beim abschließenden Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen den Verbund aus Tschechien dabei. Spielort ist Herning. Anschließend werden sie noch zwei weitere Begegnungen sehen.
Für beide Trainer ist das ausgezeichnet besetzte Team des Gastgebers Dänemark wieder einmal der Topfavorit. Es hat zuletzt von 2019 bis 2023 drei Titel nacheinander gesammelt. „Alles andere wäre eine Überraschung. Das deutsche Team hat viel Potenzial, aber es kann den ganz großen Sprung noch nicht schaffen“, sagt Benjamin Koch. Und Sven Bühler fügt hinzu: „Wir haben uns zuletzt gesteigert, aber es ist noch Luft nach oben. Das Halbfinale ist drin.“ Letztmalig konnte die deutsche Nationalmannschaft im Jahr 2007 im eigenen Land Goldmedaillen gewinnen. Damals besiegte das Team um den Trainer Heiner Brand im Finale den Verbund aus Polen mit 29:24.
Benjamin Brack vom TV Oeffingen
Selbstverständlich schaut auch Benjamin Brack die Spiele der Weltmeisterschaft. Der Trainer des TV Oeffingen (Oberliga) hat auch schon überlegt, wenn möglich, das Training so zu legen, dass die Mannschaft gemeinsam vor dem Fernseher sitzen kann. Zumindest bei den Spielen der Deutschen wäre das eine Option für ihn. Auch Benjamin Brack sieht das Team aus Dänemark als klaren Turnierfavoriten, sagt aber auch, dass man die Vertretung Frankreichs nicht unterschätzen dürfe. Die Franzosen hatten diese Titelkämpfe – vier Siege in fünf Wettbewerben zwischen 2009 und 2017 – dominiert, bevor die Dänen diese Rolle übernahmen. Der deutschen Mannschaft um den Trainer Alfred Gislason traut er heuer mindestens das Erreichen des Viertelfinals zu.
Frank Schmid vom SV Fellbach
Derselben Meinung ist auch Frank Schmid, Trainer bei den Handballern des SV Fellbach in der Verbandsliga. Er wird die Begegnungen zumeist zu Hause schauen, kann sich aber auch vorstellen, das eine oder andere Spiel gemeinsam mit der Mannschaft vor dem Fernseher zu verfolgen. „Bei der Weltmeisterschaft sind die Topteams, anders als bei Europameisterschaften, noch besser in den Gruppen verteilt. Für das deutsche Team stehen die Chancen gut, die Finalspiele zu erreichen“, sagt er. In der Favoritenrolle für den Turniersieg sieht aber auch er die Dänen und die Franzosen.
Christoph Kaufmann vom TV Oeffingen II
Christoph Kaufmann dagegen ist optimistischer. „Ich tippe immer auf Deutschland“, sagt der Trainer des TV Oeffingen II (Bezirksoberliga) – muss dabei aber auch etwas schmunzeln. Er wünscht sich jedenfalls ein Finale zwischen den Mannschaften aus Dänemark und Deutschland. Das Finale dieser Weltmeisterschaft findet am 2. Februar in Oslo statt. Bis dahin möchte Christoph Kaufmann möglichst viele Spiele gemeinsam mit seiner Familie schauen.
Christian Müller vom TSV Schmiden II
Für Christian Müller, Trainer beim Ligakonkurrenten TSV Schmiden II, zählt das deutsche Team zu den Geheimfavoriten, auch wegen des Trainers Alfred Gislason. „Letztlich wird auch die Tagesform entscheiden“, sagt der Coach, der aber auch die Vertretungen Dänemarks und Frankreichs ganz oben sieht.
Moritz Klenk vom TV Stetten
Der Turnierstart sei immens wichtig, wenn es nach Moritz Klenk geht. Der Spielertrainer des TV Stetten (Bezirksoberliga) traut der deutschen Mannschaft zu, mit den üblichen Turnierfavoriten mitzuhalten, wenn die Spieler ihre Leistung abrufen. Am Titelverteidiger Dänemark führe aber kein Weg vorbei. Es wäre dessen vierter Sieg nacheinander – ein Poker. Und ein tolles Erlebnis für Sven Bühler und Benjamin Koch, die dann nach ihrer Rückkehr ihren Trainerkollegen von ihrer besonderen Auszeit vom Alltag im Land des vierfachen Weltmeisters berichten könnten.