Martin Strobel bei einem seiner vier Treffer gegen Frankreich. Foto: AFP

Nur eine Sekunde fehlte zum Sieg der deutschen Handball-Mannschaft. Im Interview spricht der Balinger Spielmacher Martin Strobel über die Enttäuschung, den Stolz und wie es nun weiter geht.

Berlin - Der deutsche Spielmacher Martin Strobel lobt Wille und Zusammenhalt und sieht immer noch Steigerungspotenzial.

Herr Strobel, wieder hat die deutsche Mannschaft in der Schlussphase einen Punkt verloren. Wie ist Ihre Gefühlslage?

Erst einmal muss ich sagen, dass es ein Wahnsinns-Spiel mit zwei super Mannschaften war vor einer sensationellen Kulisse. Wir haben von der ersten Minute an wirklich alles reingeworfen. Klar ist es schade, dass wir praktisch in letzter Sekunde das Gegentor noch bekommen haben. Wir haben es leider wieder nicht geschafft, den Sack zuzumachen. Das war unnötig. Aber im Gegensatz zum Spiel gegen Russland haben wir uns klar gesteigert. Diesmal gehen wir mit einem klar besseren Gefühl aus dem Spiel heraus.

Warum schafft es das Team nicht, eine Führung nach Hause zu bringen?

Da sind oft Kleinigkeiten entscheidend wie ein Abpraller, der zum Gegner kommt, oder ein Siebenmeterpfiff oder eine Hinausstellung, die nicht unbedingt berechtigt ist. Aber ich bin mir ganz sicher, das gibt uns keinen Knacks und wirft uns nicht aus der Bahn. Im Gegenteil: Dieses Spiel gibt uns Rückenwind.

War das wieder der Geist der Europameister von 2016?

Auf jeden Fall war der Wille und der Zusammenhalt enorm. Jeder hat in Angriff und Abwehr alles gegeben, Lücken gerissen, Lücken gestopft. Und man darf nicht vergessen: Wir haben gegen den Weltmeister gespielt und gegen diese Ausnahmemannschaft nicht nur mitgehalten, sondern eigentlich hätten wir den Sieg verdient gehabt. Das gibt uns neues Selbstvertrauen.

Hat die Mannschaft noch Luft nach oben?

Das haben wir. Jetzt wird erst einmal regeneriert. Wir haben noch viel im Tank – physisch und taktisch. Wir können noch weitere Varianten in unser Spiel einbringen.

Das Spiel an diesem Donnerstag (18 Uhr) gegen Serbien hat nun eher Freundschaftsspiel-Charakter.

Das ist ein Spiel bei einer Heim-Weltmeisterschaft. Wir spielen vor vollem Haus. Das alles ist für jeden Einzelnen von uns Motivation genug.

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