Auf deutschen Handballer sind auf Erfolgskurs. Foto: dpa

Am Freitag kämpft Deutschland um den Einzug ins Finale der Handball-WM. In Stuttgart und der Region kann man das in guter Gesellschaft verfolgen.

Stuttgart - So richtig angekommen ist der Handball-Hype in den Kneipen noch nicht. Die diesjährige Weltmeisterschaft der Herren, die in Deutschland und Dänemark stattfindet, nähert sich inzwischen zwar schon wieder dem Ende. Zum lokalen Publikumsmagneten konnten sich die Titelkämpfe bisher allerdings nicht mausern.

In der Vaihinger Kneipe Maulwurf ist der Handball deshalb auch ein klassischer Nebenbeisport. Die Spiele mit deutscher Beteiligung zeigt Geschäftsführerin Barbara Schreiber zwar, aber wenn man den Platz für die Leinwand zum Beispiel anderweitig braucht, wird sie gar nicht erst heruntergelassen. „Die Nachfrage ist nicht wirklich da“, erklärt Schreiber das Vorgehen. Viele Gäste seien vielmehr ohnehin im Maulwurf und schauten sich das Spiel dann eben an, weil es gerade laufe. Um gezielt die Handball-WM zu verfolgen, kämen hingegen die wenigsten. „Wenn mich jemand gefragt hätte, ob er bei uns ein Spiel ohne deutsche Beteiligung sehen kann, hätte ich ihm gerne den Fernseher angemacht. Aber es kam niemand“, so Schreiber. Dennoch hält sie den Handball für eine Sportart, die mehr Publikum verdient hat. Zum Finale am Sonntagabend will sie die Leinwand deshalb auf jeden Fall einsetzen. Dann könnten sich die beiden Gastgeberländer Deutschland und Dänemark gegenüberstehen. Deutschland kämpft am Freitag gegen Norwegen (20.30 Uhr, ARD) und Dänemark gegen Frankreich (18.30 Uhr, Eurosport) um den Einzug ins Finale, das am Sonntag um 17.30 Uhr im dänischen Herning stattfinden wird.

Public Viewing in Stuttgart

In Stuttgart können Handballfans die letzten Spiele der Weltmeisterschaft in verschiedenen Sportbars und Kneipen verfolgen. Die Vereinsgaststätte des TSV 07 Stuttgart zum Beispiel will die verbliebenen Spiele auf jeden Fall übetragen – unabhängig davon, ob Deutschland den Einzug ins Finale denn nun schafft oder nicht. Allzu viel Andrang erwartet man jedoch auch hier nicht: „Mit der Fußball-WM lässt sich das natürlich nicht vergleichen“, sagt Markus Dettinger, der die Vereinsgaststätte leitet. „Zum Spiel am Montag gegen Kroatien hatten wir zwar viele Gäste, da waren aber sowieso ein paar Sportgruppen zum Essen da, die schauen das dann immer gerne.“

Ähnlich sieht man die Sache auch in der Alten Schule in Gablenberg. Auf seinen drei großen Fernsehern überträgt Geschäftsführer Marcel Ködderitzsch seit Beginn des Turniers alle Spiele, die kostenlos im Fernsehen gezeigt werden. Inzwischen sei auch die Resonanz der Gäste positiv: „Der Hype steigert sich natürlich mit dem Weiterkommen der deutschen Mannschaft“, erzählt Ködderitzsch. Während der Gruppenphase hätten sich maximal ein oder zwei Personen extra zu den Spielen in seiner Kneipe getroffen. „Inzwischen kommen aber schon zwischen 20 und 30 Leute.“ Im Stuttgarter Westen überträgt man deshalb nur die Spiele mit deutscher Beteiligung – insofern diese sich nicht mit VfB-Spielen überschneiden, die dann (wie übrigens auch im Maulwurf) Vorrang hätten. Das Halbfinale am Freitag ist im Wohnzimmer deshalb gesetzt und kann auf einem der rund 30 Plätze vor der Leinwand verfolgt werden. Ob am Sonntag dann auch das Finale in der Kneipe gezeigt wird, hängt wiederum von der Leistung der deutschen Mannschaft ab.

Handballvereine besonders engagiert

Besonders begeistert verfolgen währenddessen die zahlreichen lokalen Handballmannschaften die Weltmeisterschaft der Herren. Viele von ihnen treffen sich regelmäßig, um die Spiele gemeinsam sehen zu können. „Es gibt ein paar Handballer, die meistens mit dabei sind und sich das gemeinsam anschauen“, bestätigt auch Marcel Ködderitzsch von der Alten Schule in Gablenberg.

Die Handballer des SG H2Ku Herrenberg gehen sogar noch einen Schritt weiter: Wenn Deutschland am Sonntag wirklich im Finale stehen sollte, wollen sie ein großes Public Viewing im Foyer der Markweghalle auf die Beine stellen.

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