Die Handballer der Region wollen im für viele letzten Spiel des Jahres noch mal ein Erfolgserlebnis. Neuhausen hätte gerne ein „Selbstvertrauenmüsli“.
Ein langes Handballjahr geht für viele Teams an diesem Wochenende zu Ende, um den 4. Advent sind dann nur noch einzelne im Einsatz – so etwa Männer-Drittligist TSV Neuhausen, bei dem in dieser Woche Kapitän Philipp Keppeler seinen Abschied am Saisonende bekannt gegeben hat. Nach neun Jahren bei den Maddogs kehrt der Außenspieler zu seinem zurzeit in der Oberliga spielenden Heimatverein SKV Unterensingen zurück und nennt dafür zeitliche und private Gründe: Keppeler ist beruflich stark eingebunden und wird im Februar Vater. Da ist es auch nicht schlecht, dass er in Zukunft zu Fuß zum Training gehen kann. „Ich bedauere es, denn ich hätte supergerne mit ihm verlängert – er ist ein Top-Spieler und ist ein sehr guter Kapitän geworden“, sagt Neuhausens Trainer Daniel Brack, „aber ich habe auch Verständnis.“
Bis dahin will Keppeler aber vollen Einsatz für die Neuhausener zeigen, auch am Samstag bei den Rhein-Neckar Löwen II. Für alle Teams hat Torhüter Benedikt Schrade vom Verbandsligisten TSV Denkendorf vor dem Derby beim TV Reichenbach die passenden Worte parat: „Wir werden alles reinhauen, was noch im Tank ist.“ Spieler Benedikt Frohna vom Team Esslingen stimmt zu: „Wir wollen mit einem positiven Erlebnis in die Pause gehen, das ist das Ziel von allen.“
Männer – 3. Liga
Nach drei Niederlagen in Folge möchte der TSV Neuhausen am Samstag (20 Uhr) in Kronau bei den Rhein-Neckar Löwen II wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Das wird für die auf Rang sieben abgerutschten Neuhausener beim Zweiten aber nicht leicht. „Es sind zuletzt ein paar Dinge zusammengekommen“, erklärt Trainer Daniel Brack, „jetzt hatten wir eine gute Trainingswoche.“ Er ist daher zuversichtlich, dass eine Leistungssteigerung zu erkennen sein wird, zumal mit Rückkehrer Linus Schmid eine weitere Alternative zur Verfügung steht. Brack sagt aber auch: „Es gibt kein Selbstvertrauenmüsli, das man unter der Woche essen kann. Wir müssen uns Schritt für Schritt ranrobben.“
Regionalliga
Beide Teams der Region sind zu ihrem Jahresabschluss in der Außenseiterrolle. Co-Trainer Tim Hamann vom TV Plochingen erwartet am Samstag (20 Uhr) in der SG Heddesheim „eine körperlich robuste Mannschaft“ und fordert freilich nicht nur, dass seine Plochinger weniger Fehler machen als zuletzt, sondern auch die Zweikämpfe annehmen. Ansonsten „haben wir unser Thema mit der Geschwindigkeit, das ist eine Qualität, die da funktionieren könnte“. Jugend forsch – und schnell, heißt es beim TVP eben in dieser Runde.
Bei der HSG Ostfildern haben sie die jüngste 37:41-Pleite gegen die HSG Albstadt nach den Worten von Teammanager Matthias Dunz „per Videoanalyse gründlich aufgearbeitet“. Am Samstag (20 Uhr) soll es bei der HSG Willstätt/Hanauerland jedenfalls besser laufen, denn: „Wenn wir verlieren, gehen wir mit einem ausgeglichenen Punktekonto von 15:15 in die Pause, das wollen wir verhindern.“ Es werde aber „eine brutal schwere Aufgabe“, die die HSG jedoch zumindest mit gut gefülltem Kader angehen kann.
Oberliga
Nachdem die SG Hegensberg/Liebersbronn bereits am Freitagabend gegen die SG BBM Bietigheim II auflief (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet), tritt der TSV Wolfschlugen am Samstag (18 Uhr) bei den Wölfen Plankstadt an. Der Fünfte Wolfschlugen ist beim Zehnten Favorit, aber gewarnt – denn die Wölfe haben ihre acht Punkte in eigener Halle geholt, zum Teil durch knappe Siege.
Frauen – Oberliga
Der Vierte TSV Denkendorf tritt am Sonntag (17 Uhr) beim Neunten TSV Heiningen an. Aber „die Tabelle ist in dieser Liga Humbug, es kann jeder jeden schlagen“, wie Denkendorfs Coach Christoph Hönig findet. Ihm geht es ohnehin vor allem darum, „dass wir etwas gutzumachen haben. Das war nicht der Denkendorf-Handball, den wir spielen wollen“. Er meint damit das 22:30 gegen die HSG Böblingen/Sindelfingen. Es war nach dem 23:27 gegen die SG H2Ku Herrenberg die zweite Niederlage in Folge und zwar gegen die beiden Top-Teams der Liga. „Durch diese beiden Spiele haben wir ein bisschen die gute Hinrunde weggeschmissen“, sagt Hönig – und hofft auf ein Erfolgserlebnis gegen Heiningen. Das will der TSV Köngen am Samstag (18 Uhr) beim VfL Waiblingen II holen. Mit einem Sieg würden die Köngenerinnen nach Pluspunkten mit den Gegnerinnen gleichziehen, zurzeit haben sie 8:12 vorzuweisen.
Männer – Verbandsliga
Derby, die Dritte: Nachdem der TSV Deizisau beim TSV Denkendorf gewonnen und anschließend gegen den TV Reichenbach verloren hat, treten nun am Samstag (20 Uhr) die Denkendorfer in Reichenbach an. Man kennt sich, man schätzt sich – und beide wollen die Punkte. Denkendorfs Torhüter Schrade weiß ganz genau, wie es für sein Team klappen könnte: „Wir müssen die defensive 6:0-Abwehr der Reichenbacher in Bewegung halten, ihr Kleingruppenspiel am Kreis unterbinden und ihre Rückraumschützen nicht zur Entfaltung kommen lassen.“ So weit die Theorie. Zumal Reichenbachs Co-Spielertrainer Daniel Roos eine sehr ähnliche aufstellt: „Wir müssen in die Denkendorfer 6:0 Lücken reißen und schnell in den Rückzug kommen, um sie nicht ins Tempospiel kommen zu lassen.“ Und er hofft natürlich, dass das mit der eigenen 6:0, den Kleingruppen und den Rückraumwürfen klappt. Ansonsten spricht Roos von einem „50:50-Spiel“ und ist wie Schrade voller Vorfreude: „Die Emotionen sind vorprogrammiert.“
Die Deizisauer sind derweil am Samstag (19 Uhr) als Zweiter beim Kellerteam TSV Betzingen klarer Favorit – wissen aber, dass sie das gegen Reichenbach auch waren. Das Team Esslingen will nach den laut Spieler Frohna „guten Ansätzen zuletzt“ am Samstag (20 Uhr) bei der SG Herbrechtingen/Bolheim nach fünf Niederlagen in Folge endlich einen Sieg einfahren. Frohna ist optimistisch: „Es wird keine leichte Aufgabe, Herbrechtingen/Bolheim spielt eine konstante Runde. Aber wir werden alles in die Waagschale werfen, wenn wir das Tempospiel der SG eingrenzen, können wir etwas holen.“
Landesliga
Sowohl Spitzenreiter TSV Neuhausen II als auch der aufstrebende TSV Köngen sind Favorit. Die Neuhausener treten am Samstag (17.45 Uhr) beim Sechsten TSV Heiningen II an, die Köngener als Fünfter zwei Stunden später beim Drittletzten EK Bernhausen.
Bezirksoberliga
Auch hier gibt es wieder ein Derby, wenn die SG Hegensberg/Liebersbronn II am Samstag (17.45 Uhr) den TSV Wolfschlugen II erwartet. Der TV Plochingen II hat am Sonntag (13.30 Uhr) Tabellenführer TSV Grabenstetten zu Gast und damit die schwerste Aufgabe des Wochenendes. Leicht wird es auch nicht für den Vorletzten HSG Ostfildern II am Sonntag (17 Uhr) beim Dritten TV Großengstingen und für den Zehnten TSV Denkendorf II am Samstag (16 Uhr) beim Fünften SG Ober-/Unterhausen II.