Große Hürde: SVKler Marvin Flügel (rechts) setzt sich am Mittwochabend gegen Stuttgarts Tobias Schimmelbauer durch. All das ist jedoch nur Vorgeplänkel vor dem DHB-Pokal-Wochenende. Foto: Horst Dömötör

22:35 gegen Stuttgart: Der SVK geht mit einer guten Portion Grimmigkeit ins Pokal-Wochenende.

Kornwestheim - Jetzt ist sie da, die Unzufriedenheit. Denn wenn für den SVK schon kein Sensationssieg im abschließenden Testspiel gegen den Bundesligisten TVB Stuttgart herausgesprungen ist, setzt Coach Alexander Schurr für die anstehenden Pflichtspiele auf den „Jetzt erst recht“-Effekt. Mit 22:35 (13:19) verlor seine Mannschaft am Mittwoch gegen das Team um Top-Torhüter Johannes Bitter. Ein Ergebnis, das Schurr deutlich zu hoch erscheint – und das Auswirkungen hat: „Wir haben die Galligkeit für Samstag jetzt ganz gut hochgeschraubt.“

Denn morgen um 16.30 Uhr steht für den SVK die Erstrunden-Partie im DHB-Pokal gegen den ambitionierten Zweitligisten HSC 2000 Coburg an. „Wir müssen den Gegner überraschen“, so Schurr, „aber das wird schwer, denn Coburg hat sich akribisch auf uns vorbereitet.“ Seine vergleichsweise simple Vorab-Analyse: „Wir müssen unseren besten Tag erwischen, die anderen nicht. So einfach ist das.“

Denn der Spielverlauf soll nicht so einseitig werden wie jener am Mittwochabend. Nach gut zehn Minuten lag Kornwestheim bereits mit 2:9 zurück. „Wir haben viel zu viele Bälle verworfen und uns einen Konter nach dem anderen eingefangen“, so Schurr. Die Gastgeber rafften sich in der heimischen Osthalle dann aber ein wenig auf, sodass es zur Halbzeitpause 13:19 hieß. Nach dem Seitenwechsel verteidigte der SVK zwar ordentlich, vergaß aber, selbst Tore zu machen. Zu Beginn des zweiten Abschnitts ließen die Schurr-Schützlinge gleich vier klare Gelegenheiten ungenutzt, während der TVB seine Bundesliga-Routine ausspielte. So plätscherte die Begegnung vor sich hin, am Ende stand eine 22:35-Niederlage für das Heimteam .

Klar ist: So viele Fehler wie gegen Stuttgart darf sich der SVK gegen Coburg nicht erlauben, wenn er das Spiel möglichst lange offen halten will. Der Vierte der zurückliegenden Zweitliga-Saison hat zum Beispiel in Florian Billek einen enorm konterstarken Rechtsaußen im Kader. Der starke Schwede Pontus Zetterman im rechten Rückraum – in der Saison 2016/2017 als bester Zweitligaspieler ausgezeichnet – kam hingegen neu vom Bundesliga-Absteiger TuS N-Lübbecke zu den Oberfranken, die bereits seit fünf Spielzeiten von Coach Jan Gorr trainiert werden.

Dieser spricht in Bezug auf das anstehende Kräftemessen mit Drittliga-Meister Kornwestheim von „einer Nagelprobe“ für sein Team, das in der Saison 2016/2017 nach dem Aufstieg ins Handball-Oberhaus gleich wieder als Tabellenletzter abgestiegen ist. Nun verfolgt der HSC das Konzept der „gesunden Mischung“: Jede Position soll jeweils mit einem erfahrenen Spieler und einem Talent – möglichst aus den eigenen Reihen – besetzt werden. Mittelfristig soll dann auch wieder der Sprung in Liga 1 gelingen.

Auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga hat der SVK trotz Meisterschaft bekanntermaßen verzichtet. „Es liegt also knapp eine Liga zwischen den beiden Mannschaften“, so Trainer Alexander Schurr, in dessen Mannschaft Rechtsaußen Peter Jungwirth urlaubsbedingt fehlen wird. Auf seiner Position wird, wie bereits gegen den TVB Stuttgart, Tim Scholz agieren. „Das hat er wirklich gut gemacht“, lobt Schurr den besten Kornwestheimer Akteur am Mittwochabend. SV Kornwestheim
Beutel, Welz – Kugel (3), Großmann, Steffens (1), Schoeneck (1), Flügel, Wahl (2), Reusch (2), Tinti (5), Scholz (7/1), Hiller (1), Emrich