Paukenschlag bei Handball-Verbandsligist TSF Ditzingen: Der Club hat sich überraschend von Trainer Almir Mekic getrennt – ein Grund: eine Art Vorsichtsmaßnahme.
Nach dem 28:28 gegen die SG Hofen/Hüttlingen am vergangenen Samstag hatte Almir Mekic noch bedauert, dass sein Team den möglichen Sieg leichtfertig vergeben hat. Zwei Tage später potenzierte sich seine Enttäuschung – der Sportliche Leiter der TSF, David Thomitzni, unterrichtete den Trainer, dass dessen Dienste in Ditzingen ab sofort nicht mehr benötigt würden.
„Almir war sehr geknickt“, erzählte Thomitzni, „das verstehe ich. Wir kennen uns seit mehr als 20 Jahren, das war die schwerste Entscheidung, die ich im Handball in Ditzingen getroffen habe.“ Mekic selbst war ebenso überrascht wie getroffen von der Botschaft. „Ich war baff“, sagte der 53 Jahre alte Ex-Profi, „aber ich musste den Beschluss akzeptieren.“ Der Bosnier hatte den Verbandsligisten zu Beginn der vergangenen Saison übernommen und war seinerzeit der Wunschkandidat des Clubs.
Doch die Zeiten haben sich geändert. Und die Umstände bei den TSF-Handballern. Die hatten sich für diese Spielzeit vorgenommen, nicht nur ein Wörtchen um den Aufstieg mitzureden, sondern gleich mehrere gewichtige Sätze. Die Bilanz nach acht Spielen liest sich zwar nicht wie ein Schauerroman, aber eben auch nicht wie eine Erfolgsgeschichte: vier Siege, ein Remis, drei Niederlagen 9:7 Punkte, Platz sechs. Ein Grauschleier liegt über der Saison.
Drei Säulen der Mannschaft fallen aus
Doch darin lag nicht die eigentliche Ursache für die Trennung. David Thomitzni sieht sie in der unglücklichen Entwicklung im Kader. Malte Bartels und Yannick Ruffner, zwei Führungsspieler, sind wegen Verletzungen außen vor; nun hat sich ein weiterer Leistungsträger verletzt – Nick Bohnen plagen Schmerzen im Knie. Es könnte ein Meniskusriss sein, womöglich handelt es sich gar um Schlimmeres. „Wenn drei Säulen der Mannschaft längerfristig ausfallen“, erläuterte David Thomitzni, „dann ist der Aufstieg kein Thema mehr. Den haken wir ab.“
Als Folge aus dieser Entwicklung entschied der Sportliche Leiter in Absprache mit dem Vereinsvorstand, klare Verhältnisse für die Zukunft zu schaffen – und sich von Almir Mekic zu trennen. Denn die Handball-Granden der TSF hatten bereits vor der Personalmisere im Kader beschlossen, den Ende Mai 2025 auslaufenden Vertrag des 53-Jährigen nicht zu verlängern und mit einem neuen Cheftrainer in die kommende Spielzeit zu marschieren. Die Option, mit dem erfahrenen Bosnier diese Saison noch durchzuziehen, wurde schnell verworfen.
Die Kandidatensuche hat begonnen
Gut möglich, dass der Engpass an Führungsspielern dazu führt, dass die Ditzinger in der Tabelle abrutschen wie ein Auto auf Sommerreifen bei Schneeglätte am Timmelsjoch. „Wir wollten der Gefahr begegnen“, betonte der sportliche Leiter, „dass im Falle einer negativen Entwicklung auf dem Spielfeld zunehmend auch die menschliche Komponente leidet und dass ein kompletter Bruch mit Almir die Folge wäre.“
Mekic hätte die Saison gerne noch beendet, „aber das konnte ich nicht entscheiden. Ich habe mich wohl gefühlt hier und werde stets positive Erinnerungen an den Club haben.“ Am Samstag (19.15 Uhr) im Verbandsliga-Match bei Schlusslicht TSV Asperg übernehmen Thomitzni und Julian Schwab die Aufgaben eines Trainers, danach folgen zwei Wochen Spielpause. „Ich habe ein paar Namen im Hinterkopf“, sagte Thomitzni. Offen ist, ob der Nachfolger lediglich bis Saisonende übernimmt und ein neuer Mann im Juni übernimmt, oder ob gleich ein Coach über den Sommer hinaus verpflichtet wird.