Die TSF-Handballer verlieren das Derby gegen HB Ludwigsburg nach schwacher Leistung mit 29:39. Trainer Dennis Zwicker macht das ziemlich wütend.
Dennis Zwicker ist ein Trainer, der sich normalerweise vor seine Spieler stellt und sparsam mit Kritik umgeht. Doch nach dem 29:39(15:23)-Debakel seiner TSF Ditzingen im Verbandsliga-Duell bei HB Ludwigsburg war es mit der gewohnten Zurückhaltung aus und vorbei: „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie man in einem Derby so auftreten kann, wenn man aus dem Hinspiel eigentlich noch einiges gutzumachen hat“, kritisierte er seine komplette Mannschaft offen.
Das Hinspiel in eigener Halle war schon mit einem 38:31-Kantersieg des Kontrahenten geendet, im Rückspiel in Ludwigsburg wurde die Trainerkritik sogar noch deutlicher. „Es hat wirklich alles gefehlt, an der Einstellung und am Vermögen, sich an unseren Matchplan zu halten“, ärgerte sich Coach Zwicker.
Nur in der Anfangsphase gelang es den Grün-Weißen, die Begegnung offen zu halten. Bis zum 6:6 (8.) ging die TSF jeweils mit einem Treffer in Führung, doch die Gastgeber glichen stets postwendend aus. „In dieser Phase sind uns im Angriff zumindest noch Lösungen eingefallen“, erklärte Zwicker. Beim 9:7 (11.) lagen die Ludwigsburger Handballer erstmals mit zwei Toren vorne, trotz einer Auszeit der TSF sechs Minuten später schon mit 13:10. Über 16:11 (20.) und 20:13 (26.) setzte sich die HB Ludwigsburg bis zur Pause bereits vorentscheidend auf 23:15 ab. „In der Abwehr sind wir von Anfang an viel zu tief gestanden und nicht rausgetreten. Ludwigsburg hat unsere Fehler mit gutem Tempo im Angriff konsequent bestraft“, sagte Dennis Zwicker.
Auch die zweite Hälfte bringt keine Besserung
90 Sekunden nach der Pause lag Ditzingen nach zwei weiteren Gegentreffern beim 15:25 erstmals zweistellig im Rückstand, es war der Anfang vom Ende. „Danach ist das Spiel dann so dahingeplätschert“, führte der Ditzinger Coach weiter aus. Wie im Hinspiel bekam die TSF-Abwehr den Ex-Ditzinger Alexander Nicolai nicht in den Griff, er erzielte neun Treffer für die Gastgeber. „Ich hatte noch darauf hingewiesen, dass er gerne mit dem Überzieher arbeitet. Aber von Anfang an ist es uns nicht gelungen, das zu verteidigen“, kritisierte Zwicker, der auch im zweiten Duell der Saison gegen seinen Ex-Trainer Jörg Kaaden eine herbe Niederlage hinnehmen musste.
Die HB Ludwigsburg konnte es sich sogar leisten, ihr Rückraum-Ass Jonas Krautt in der ersten Hälfte weitgehend auf der Bank zu schonen. Am Ende kam dieser aber dennoch (auch dank sechs verwandelten Siebenmetern) zu zehn Treffern gegen die TSF. Durch die Derby-Niederlage ist die Situation im Tabellenkeller für die Grün-Weißen noch ungemütlicher geworden. Dem nächsten Heimspiel am kommenden Samstag (20 Uhr) gegen den Leidensgenossen TV Spaichingen kommt daher schon eine besondere Bedeutung zu. „In dieser Begegnung erwarte ich eine Reaktion von meiner Mannschaft“, stellt Zwicker unmissverständlich klar und erwartet eine umfassende Wiedergutmachung für die Pleite in Pflugfelden. TSF Ditzingen: Biehl, Duck; Ruoff (5), Tran (4), Graykowski (4/2), Ruffner (4), Strkalj (3), Hüther (3/2), Siegmund (3), Steckroth (1), L. Heer (1), Bartels (1), Hölzel, Bohnen, J. Heer.