Wurfgewaltig und im Verlauf der Partie immer stärker: Kenneth Stiegen (links) überzeugte aber auch mit seinem Spielverständnis. Foto: Eibner/Andreas Ulmer

In der Handball-Oberliga der Männer hat sich die SG H2Ku Herrenberg in einen ordentlichen Schlamassel manövriert. Nun ging der Gäuklub den ersten Schritt, um diesem Loch zu entkommen.

Nachdem sich die Oberliga-Handballer der SG H2Ku Herrenberg durch ihre jüngsten drei Niederlagen in Folge selbst schwer in Bedrängnis gebracht hatten, holten sie nun mit einem hart erkämpften 30:26 gegen den TV Ehingen Big Points im Kampf gegen den Abstieg und um den Anschluss an die Mittelfeldplätze.

 

„Heute hat jeder seine Aufgabe erfüllt, die er erfüllen sollte.“ Nicht oft konnte Jörg Ebermann diesen Satz in letzter Zeit von sich geben. Umso mehr war dem Trainer die Freude und Genugtuung über den Erfolg gegen einen vor allem körperlich sehr präsenten Gegner anzumerken. Dadurch, dass all seine Vorgaben umgesetzt wurden, war es unter dem Strich auch ein völlig verdienter Sieg, den Gäste-Coach Lukasz Stodtko auf seine Weise analysierte: „Wir hatten am Ende zu wenig Sauerstoff im Kopf.“ Damit meinte er natürlich die fehlende Kraft, die mit falschen Entscheidungen und Fehlwürfen in der Schlussphase sichtbar wurde.

SG H2Ku Herrenberg ist gegen den TV Ehningen viel fokussierter

Bis es soweit war, war auch für diejenigen unter den knapp 200 Zuschauern in der Markweghalle, die es mit den Einheimischen hielten, lange ein gewisses Zittern angesagt. Aber obwohl die Zwischenstände im ersten Durchgang knapp ausfielen, merkte man schnell, dass eine im Vergleich zu den vergangenen Wochen viel fokussiertere Mannschaft auf dem Parkett stand. Denn trotz des erneuten Verlusts einer frühen Führung war von der ersten Minute an die Körpersprache auf Selbstbewusstsein angelegt. Der 14:15-Rückstand zum Seitenwechsel war zwar kein Lohn für eine gute Leistung, ließ aber alle Türen für die zweite Halbzeit offen.

Dass die Gastgeber auch hindurchgehen, dauerte allerdings eine Weile. Erst als die Ehinger beim 16:18 mit zwei Treffern vorn lagen, zündeten die Herrenberger kurz regelrecht den Turbo. Es war schon ziemlich sehenswert, was ein immer stärker werdender Kenneth Stiegen mit seiner Wurfkraft, aber auch seinem Spielverständnis nun ablieferte. Besonders das Zusammenspiel mit Nik Wittke am Kreis wird immer effizienter. Zudem bestachen Lukas Krebs als Regisseur und Moritz Werner als Halbrechter in der Offensive. Am Ende des 7:1-Laufs stand es 23:19 für die Hausherren.

Die Trumpfkarten waren die Ausgeglichenheit und der bedingungslose Kampf in der Abwehr gegen einen robusten Kontrahenten. So wurde auch dessen angesetzte Aufholjagd eiskalt gekontert. Als Nicolas Rhotert zwei Zeigerumdrehungen vor dem Ende schließlich beim Stand von 29:26 einen Strafwurf von Florian Wangler entschärfte, war das Ding entschieden. Zum letzten Duell des Kalenderjahres reist die SG H2Ku am Sonntag zur HSG Konstanz II.

SG H2Ku Herrenberg: Herz, Rhotert; Kahlich, Kälbly (1), Werner (7), Bross, Böhm (1), Sudar (3), Stiegen (4), Bechinka, Fischer (1), Frommer (1), Krebs (2), Wittke (7/davon 3 Siebenmeter), Lewe (3).