Bye bye BöSis: Sebastian Bock, Kevin Gsell, Robin Dörner, Daniel Meyer, Trainer Marco Cece, Moritz Maaß, Nikaas Thiruvarudsri und Marvin Seeger (v. li.) wurden nach dem Abpfiff gebührend verabschiedet. Foto: Kevin Schuon

Marco Cece hatte sich einen Sieg für das letzte Heimspiel als Trainer der HSG Böblingen/Sindelfingen in der Handball-Verbandsliga gewünscht. Doch der Gegner gab sich als Party-Crasher.

Ausgerechnet in dieser Partie: Nach zuvor fünf Siegen hintereinander unterlagen die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen mit 30:36 gegen die HSG Rottweil. Dabei hatte sich Marco Cece nichts sehnlicher gewünscht als einen Sieg in seinem letzten Heimspiel als Trainer.

 

Doch manche Dinge sind größer als ein Ergebnis. Das wurde in diesem Fall deutlich. Bereits eine Minute vor dem Schlusspfiff, als schon klar war, dass nichts mehr geht, erhoben sich die Zuschauer in der voll besetzten Murkenbachhalle, um den Coach mit stehenden Ovationen zu verabschieden.

BöSis zeigen zum Abschied einen Film, Marco Cece kämpft mit Emotionen

Als dann nach dem Spiel die Mannschaft in einem Film einen Rückblick auf dessen langen Weg bei den BöSis zeigte, kämpfe Marco Cece mit den Emotionen. „Ich musste ein paar Tränen verdrücken“, räumte er ein. „Damit habe ich nicht gerechnet. Aber diese Wertschätzung von den Jungs und dem Publikum bedeutet mir echt viel.“

Da wurde die Niederlage schnell zur Nebensache. Auch die Tatsache, dass der Kontrahent damit in der Tabelle vorbeigezogen ist und am Ende wahrscheinlich den dritten Tabellenplatz belegen wird. „Wir wussten, dass es gegen diesen Gegner ganz schwer wird“, analysierte der Übungsleiter. „Wir haben das Spiel in der Offensive verloren.“ Gleich zu Beginn ließen seine Schützlinge zwei Chancen liegen und gerieten mit 2:4 ins Hintertreffen. Diesem Rückstand liefen sie fast ständig hinterher.

Schwerstarbeit: Die HSG Rottweil (in Rot) machte es Michael Fangerow (Mitte) und den BöSis nicht leicht. Foto: Kevin Schuon

HSG Böblingen/Sindelfingen muss gegen HSG Rottweil richtig ackern

Die Gastgeber mussten im Angriff richtig ackern. Die Schwarzwälder agierten in den Zweikämpfen kompromisslos, fast ständig schepperte es. So war es ganz schwer, gegen die aggressive 3-2-1-Abwehr an den Kreis durchzubrechen. Und wenn die Einheimischen es schafften, fanden sie oft in Keeper Christoph Endres, dem besten Akteur der Partie, ihren Meister. Auch an der Siebenmeterlinie ließ die Ausbeute mit einem Treffer aus vier Versuchen zu wünschen übrig. „Was wir verworfen haben, reicht für drei Spiele“, fasste Marco Cece zusammen.

Dennoch war seine Truppe beim 13:15 zur Pause in Schlagdistanz. Kurz nach dem Seitenwechsel schaffte Sebastian Bock sogar den Ausgleich zum 20:20. Doch immer dann, wenn Böblingen/Sindelfingen sich mühevoll herangearbeitet hatte, zog Rottweil schnell wieder davon.

Trainer Marco Cece hätte sich gern mit einem Heimsieg verabschiedet

„Ich hätte mich wirklich gerne mit einem Sieg hier verabschiedet“, betonte Marco Cece. Damit sprach er auch für Sebastian Bock, Robin Dörner, Marvin Seeger, Nikaas Thiruvarudsri, Moritz Maaß, Daniel Meyer und Kevin Gsell, die am Ende ebenfalls gebührend geehrt wurden – und noch gemeinsam bis tief in die Nacht feierten.

HSG Böblingen/Sindelfingen: Meyer, Rothsching; Grosser, Fangerow (1), Englert (10), Heinkele (5), Frommer (2), Spitzl, Negler (3), Todt (4), Bock (4), Rose, Neuberger, Dörner (1/davon 1 Siebenmeter).