Dominic Rose war mit sieben Treffern bester Werfer der BöSis: Bei seinem Doppelpack kurz nach Wiederanpfiff schöpften er und sein Team erstmals neue Hoffnung. Foto: M. Iker

Die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen liegen beim SV Fellbach mehrfach am Boden, kämpfen sich jedoch immer wieder zurück. Am Ende ist sogar ein Punkt in Reichweite.

Die Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen haben dem Tabellenzweiten der Verbandsliga einen großen Kampf geliefert. „Wir lagen mehrfach am Boden“, berichtete Trainer Marco Cece, „doch sind immer wieder aufgestanden.“ So blieb es bei der 35:36-Niederlage beim SV Fellbach spannend bis zum Schluss.

 

Dabei waren die Vorzeichen alles andere als optimal. Neben dem langzeitverletzten Joshua Ruhmund hatte sich auch Linksaußen Marvin Seeger kurzfristig krank abgemeldet. Nach einer starken Anfangsphase, in der Michael Fangerow aufgedreht und mit drei Treffern für das 3:3 gesorgt hatte, taten sich die BöSis allerdings zunehmend schwer. In der Abwehr bekamen sie das starke Trio Joe Traub, Felix Wente und Jan Spindler einfach nicht in den Griff. „Wir haben gewusst, was da auf uns zukommt, haben es aber einfach nicht geschafft, die Räume zu schließen“, analysierte Cece. Auf der anderen Seite ließen seine Schützlinge einmal mehr zu viele Möglichkeiten liegen. Bis zum 16:20-Pausenrückstand lag ihre Wurfquote gerade einmal bei 50 Prozent. „Das ist gegen eine so starke Mannschaft verheerend.“

HSG Böblingen/Sindelfingen schöpft kurzzeitig Hoffnung

Nach Wiederanpfiff ging es gerade so weiter. Dank eines schnellen Treffers von Jonas Grosser und eines Doppelpacks von Dominic Rose schöpften die Gäste kurzzeitig Hoffnung. Doch dann hatten Spindler, Wente und Traub erneut zu viel Platz, schon stand es wieder 19:26. Die Coaches reagierten mit einer Auszeit, doch es wurde zunächst noch deutlicher. „Wir haben unsere Keeper auch zu oft im Stich gelassen“, kritisierte Cece die erneut mangelnde Abwehrleistung. „Also haben wir vieles ausprobiert.“

Es dauerte lange, bis die HSG ein Mittel fand. Mit dem Mute der Verzweiflung stellte sie eine Viertelstunde vor Schluss beim Stand von 22:30 auf eine offensive Abwehrformation um, zog Frederik Todt nach vorne und brachte im Angriff den siebten Feldspieler. Das fruchtete. Böblingen/Sindelfingen knabberte sich Tor um Tor heran. Nach dem 32:34 von Todt war das Team plötzlich wieder in Reichweite.

Finn Spitzl schaffte in der letzten Minute sogar das 34:35. Der Ausgleich war zum Greifen nahe. „Wir hatten direkt danach die Chance, wieder an den Ball zu kommen.“ Doch bei der erfolgreichen Abwehraktion entschieden die Schiris auf Foul. So konnte Jan Spindler das vorentscheidende 34:36 erzielen. „Unter dem Strich ist der Sieg für den Gegner verdient“, wusste Cece. „Doch nach dieser kämpferischen Leistung hätten wir ebenfalls einen Punkt verdient gehabt.“

HSG Böblingen/Sindelfingen: Gsell, Thiruvarudsri, Maaß; Grosser (3), Fangerow (3/davon 1 Siebenmeter), Englert (1), Heinkele (5), Frommer (2), Spitzl (1), Negler (4), Todt (4), Bock (4), Rose (7/2), Neuberger (1).