Die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen haben sich die Niederlage gegen HB Ludwigsburg selbst zuzuschreiben. Ladehemmungen zum falschen Zeitpunkt sind schuld.
Diese Niederlage der Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen war völlig unnötig. Mit 29:30 unterlagen sie in der Sommerhofenhalle gegen HB Ludwigsburg – und damit gegen einen direkten Konkurrenten im unteren Tabellendrittel. Daran hatte Coach Marco Cece ordentlich zu knabbern: „Das tut richtig weh.“ Er befand, „dass sogar ein Punkt zu wenig gewesen wäre“. Sein Bruder und Trainerkollege Vito Cece pflichtete ihm bei: „Wir haben gegen uns selbst verloren.“
Denn zehn Minuten vor Schluss hätten die Hausherren alles klarmachen können. Tim Negler, der noch der beste Akteur bei den Einheimischen war, und Sebastian Bock erzielten mit einem Doppelschlag die 28:26-Führung. Marian Heinkele hatte die Chance, auf drei Tore Vorsprung zu erhöhen, scheiterte jedoch am Pfosten. Das passte ins Bild, denn der Rechtsaußen erlebte mit nur einem Erfolgserlebnis aus sechs Anläufen einen gebrauchten Abend. „Damit hätten wir ihnen den Stecker gezogen“, war sich Vito Cece sicher. Denn bei den Gästen schienen in der Schlussphase auch die Kräfte nachzulassen.
BöSis sorgen mehrfach dafür, dass sich die Zuschauer die Haare raufen
Doch stattdessen folgte eine Phase, in der sich die mehr als 400 Zuschauer mehrfach die Haare rauften. Erst acht Minuten später gelang Lowis Englert wieder ein Treffer. Da war das Kind beim 29:30 allerdings bereits in den Brunnen gefallen. „Mit einer normalen Wurfquote gewinnen wir“, wussten die Cece-Brüder. Doch ihre Mannen brachten gerade einmal die Hälfte ihrer Versuche im Kasten unter. „Damit noch 29 Treffer zu erzielen, spricht eigentlich für uns.“ So hätten es die BöSis fast geschafft, sich dank ihrer Power im Angriff die nächsten Punkte zu holen.
Denn zur Wahrheit gehörte auch, dass die Defensive in der ersten Hälfte einmal mehr zu große Lücken aufwies. „Da haben wir quasi ohne Abwehr gespielt“, winkte Vito Cece ab. Vor allem Jonas Krautt hatte im Rückraum immer wieder zu viel Platz und schloss häufig unbedrängt ab. So netzte er am Ende insgesamt 13-mal ein. „Dafür haben wir keine Lösung gefunden.“
Und dennoch hielten die Einheimischen das Ergebnis beim Gang in die Kabinen mit 18:19 offen. Einen Ansatz fanden sie dann im Laufe des zweiten Durchgangs, als sie auf eine offensivere Formation umstellten und den Shooter von HB aus dem Spiel nahmen. Doch gerade, als das Duell in Richtung der HSG kippte, setzten die Ladehemmungen ein. Gleich mehrfach hatte die Truppe die Möglichkeit, sich abzusetzen, scheiterte jedoch. „Am Ende sind wir dann zu nervös geworden“, wusste Vito Cece. „Sowas darf uns vor allem zu Hause einfach nicht passieren.“
Denn auch im Hinblick auf die kommenden Wochen wäre etwas Zählbares ganz wichtig gewesen. „Damit hätten wir den Druck rausnehmen können.“ Doch jetzt steht das Team wieder unter Zugzwang.
HSG Böblingen/Sindelfingen: Thiruvarudsri, Gsell, Maaß; Grosser (4), Fangerow (2), Seeger (2), Englert (5), Heinkele (1), Frommer, Negler (6), Todt, Bock (4), Rose (4/davon 2 Siebenmeter), Neuberger (1).