Die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen waren im Nachholspiel beim Vorletzten SF Schwaikheim spätestens nach der Verletzung ihres Torhüters völlig von der Rolle.
Den Start ins neue Jahr hatten sich die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen ganz anders vorgestellt. Im Nachholspiel beim Tabellenvorletzten SF Schwaikheim kamen sie mit 27:38 unter die Räder. „Unsere schlechteste Leistung seit langer Zeit“, winkte Trainer Marco Cece ab, der wohl auch seinen Keeper für den Rest der Saison verloren hat.
Für die Niederlage lässt der Coach auch den frühen Nachholtermin und die kurze Vorbereitungszeit nicht als Ausrede gelten. „Wenn wir beim Vorletzten antreten, muss unser Ziel immer sein, die beiden Punkte zu holen“, unterstrich er. Mit einer Leistung wie in diesem Fall wird es allerdings gegen jeden Gegner schwer.
BöSis finden bei den SF Schwaikheim keinen Zugang zur Partie
So richtig fanden die Gäste zu keiner Zeit einen Zugang. Nach fünf Minuten lagen sie bereits mit 2:5 zurück. Doch in der ersten Viertelstunde blieben sie durch starke Offensivaktionen noch dran. Vor allem die Außen mit Marvin Seeger und Marian Heinkele, der mit sieben Treffern aus acht Versuchen so etwas wie der Lichtblick des Abends war, hielten die BöSis im Spiel. Sie brachten ihr Team beim 8:9 und 9:10 wieder auf einen Treffer heran.
Doch dann begann das Unheil. Nun ließ die HSG auch im Angriff deutlich nach und viele Chancen liegen. „Da ist unser altes Problem mit der schwachen Wurfquote wieder aufgekommen“, sagte Cece. Bis zur Pause schafften seine Schützlinge nur zwei weitere Treffer. Die Hausherren sahen ihre Chance, zogen auf 19:12 davon.
Marco und sein Bruder Vito Cece reagierten und brachten nach der Pause Moritz Maaß zwischen die Pfosten. Er gab dem Team nach dem Seitenwechsel mit seinen Paraden wieder Aufwind. Heinkele und Michael Fangerow mit einem Doppelschlag verkürzten schnell auf 17:21. Seeger brachte Böblingen/Sindelfingen sogar auf drei Treffer heran.
„Da waren wir wieder in Schlagdistanz“, glaubte Cece zwischenzeitlich wieder an Punkte. Doch dann vergab Fangerow einen Siebenmeter, die Einheimischen trafen dreimal in Folge. Beim 20:26 sah das HSG-Trainerduo die letzte Hoffnung darin, den siebten Feldspieler auf die Platte zu schicken.
Doch gleich der erste Angriff endete erneut mit einem Fehlwurf, der Gegner visierte den leeren BöSi-Kasten an. Maaß versuchte alles, um den Einschlag zu verhindern. Dabei verletzte er sich offenbar folgenschwer am Knie. „Im Worst Case haben wir ihn für den Rest der Saison verloren“, haderte Cece. „Das wäre noch schlimmer als diese Niederlage.“ Ein MRT wird Aufschluss geben.
Zu allem Übel lief bei der deutlich mitgenommenen HSG danach gar nichts mehr. In der Schlussviertelstunde hatten die Hausherren keine Mühe, den Gästen deren bisher höchste Saisonniederlage zu verpassen.
„Die anderthalb Wochen bis zum nächsten Spiel brauchen wir nun unbedingt“, wusste Marco Cece. Denn so einen Auftritt möchte der Coach am 24. Januar zu Hause gegen die SpVgg Mössingen nicht noch einmal sehen.
HSG Böblingen/Sindelfingen: Thiruvarudsri, Maaß; Fangerow (6/davon 3 Siebenmeter), Seeger (3), Englert (4), Heinkele (7/2), Frommer, Spitzl, Negler (3), Todt (2), Bock (1), Neuberger (1), Dörner.