Nachdem Michael Fangerow zwei Siebenmeter in Folge verworfen hatte, nahm das Unheil seinen Lauf. Foto: Marco Iker

Ein Debakel für die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen. Kein Spieler erreicht seine Normalform. Dazu haben die BöSis wahrscheinlich schon wieder ein Torwartproblem.

Eigentlich wollten die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen mit einer Siegesserie den dritten Platz ins Visier nehmen. Doch stattdessen erlebten sie nun einen sportlichen Totalausfall. Mit 21:31 unterlagen sie bei HB Ludwigsburg.

 

Vor der Partie rief Marco Cece seiner Truppe die dürftige Offensivleistung beim 29:30 im Hinspiel ins Gedächtnis. Ohne Erfolg. Dieses Mal kam alles sogar noch schlimmer. Es war die schlechteste der gesamten Saison.

HSG Böblingen/Sindelfingen hatte sich bei HB Ludwigsburg viel vorgenommen

„Wir hatten uns viel vorgenommen und einen guten Plan“, sagte der Coach. Deshalb konnte er sich auch nicht erklären, was in den 60 Minuten passiert war. „Nicht einer konnte seine Normalform abrufen“, winkte er ab. Die Standardfrage im Sport lautet in solchen Fällen häufig: Woran hat es gelegen? Eine richtige Antwort darauf, hatte Cece auf die Schnelle keine parat.

Das Debakel deutete sich bereits in der Anfangsphase an. In den ersten Angriffen produzierten die Gäste drei Fehlwürfe und zwei technische Fehler. Lediglich Tim Negler brachte den Ball zum 1:2 im Tor unter. Währenddessen zogen die Hausherren schnell davon. „Weder vorne noch hinten – das war einfach nicht gut“, sah Cece bereits beim 1:6 die Felle davonschwimmen.

HSG Böblingen/Sindelfingen lässt beste Chancen liegen

Seine Schützlinge ließen auch bei aussichtsreichen Gelegenheiten zu viele Chancen liegen. „Wir haben den Keeper zum Weltmeister geworfen“, haderte der Übungsleiter. In der Tat: Am Ende hatte Michael Bognar beim Gegner locker eine zweistellige Anzahl an Bällen gehalten. Dazu kamen einige Versuche, die das Ziel verfehlten. „So kamen wir auf mindestens 20 vergebene Möglichkeiten.“

Dennoch waren die BöSis kurz vor der Pause noch in Schlagdistanz. Mit vier Toren in Folge verkürzte Michael Fangerow auf 11:15. Cece packte seine Jungs in der Kabine an der Ehre. Das schien zu klappen. Wieder war es Fangerow, der zum 12:15 traf.

Nach der Pause ging es kurzzeitig aufwärts für die BöSis, aber das war nur ein Strohfeuer. Foto: Imago

Debakel für die BöSis bei HB Ludwigsburg nimmt seinen Lauf

Dann nahm das Debakel allerdings seinen Lauf. Der zuvor so treffsichere Rückraumspieler verwarf zwei Siebenmeter in Folge. „Danach haben wir es komplett aus der Hand gegeben.“ Und anders als im Hinspiel klappte es diesmal auch nicht, den Gegner mit dem siebten Feldspieler zu überraschen.

Zu allem Übel verdrehte sich auch noch Keeper Nikaas Thiruvarudsri das Knie. „Das sah leider gar nicht gut aus“, erkannte Cece Womöglich haben er und seine Mannen nur eine Woche nach dem Comeback von Fabian Rothsching schon wieder ein Torwartproblem. Kein Wunder, wenn der Trainer gefrustet ist: „Nach so einem bescheuerten Spiel passiert auch noch das.“

HSG Böblingen/Sindelfingen: Rothsching, Thiruvarudsri; Grosser, Fangerow (9/davon 4 Siebenmeter), Seeger (3), Englert (2), Heinkele (1), Frommer, Spitzl, Negler (3), Rose (3/1), Spitzl, Dörner.