Der 58-Jährige ist der Neue Alte bei der Spielgemeinschaft im Bottwartal und wird ab Sommer die Verbandsliga-Männer coachen.
Wenn bei der Habo SG über Handball gesprochen wird, fällt sein Name fast automatisch: Jürgen Buck. Seit Jahrzehnten ist er eine feste Größe in der regionalen Handballszene – als Spieler, Trainer, Jugendförderer und auch Impulsgeber. Denn sein Engagement reichte immer weit über die Seitenlinie hinaus. Nun kehrt Jürgen Buck nach sechs Jahren Pause auf die Trainerbank zurück und übernimmt im Sommer die Verbandsliga-Männer von Jan Diller.
Die sportlichen Wurzeln von Buck liegen beim TV Großbottwar. Dort begann der heutige Vater zweier Söhne in der E-Jugend seine eigene, erfolgreiche Handballkarriere. „Ich war ein guter Sportler. Die einen sind zum Fußball, ich bin zum Handball“, erinnert er sich. Fünf Jahre spielte er in Großbottwar, ehe es ihn ins Murrtal zum TV Oppenweiler/Backnang zog. In Oppenweiler blieb Buck über 13 Jahre als aktiver Spieler, später auch als Spielertrainer und Trainer. Er prägte den Verein sportlich wie menschlich. Nach seiner aktiven Zeit kehrte er ins Bottwartal zurück und engagierte sich beim GSV Kleinbottwar im Vorstand.
Mit dem handballerischen Werdegang seiner Söhne wuchs auch Bucks Engagement im Nachwuchsbereich. „Ich habe Kinder und der Bedarf war da, also habe ich mich engagiert“, sagt er mit großer Selbstverständlichkeit. So war er maßgeblich an der Entstehung der Habo JSG beteiligt. Der Jugendspielgemeinschaft, die im Sommer 2014 aus den Vereinen TV Großbottwar, GSV Kleinbottwar, SKV Oberstenfeld und TSG Steinheim entstanden ist – der Vorläufer der heutigen Habo Bottwar SG.
Über Jahre hinweg übernahm Buck leitende Funktionen, unter anderem als Vorsitzender. Prägend war vor allem seine Arbeit als A-Jugendtrainer. Denn unter seiner Führung schaffte das Team den Sprung in die Jugend-Bundesliga. In der Saison 2015/16 übernahm Buck, der beruflich im Vorstand des GVI (Geld und Verbraucher e.V.) tätig ist, beim HC Oppenweiler/Backnang zwischenzeitlich als Interimstrainer Verantwortung für das Drittliga-Team. Er führte die Mannschaft zum Klassenerhalt – ein großer Erfolg als Coach. Dann stand er mit Unterbrechung – zwischenzeitlich als Trainer des A-Jugend- Teams – bis zum Frühjahr 2020 wieder bei den Aktiven der Habo an der Seitenlinie.
Wegen Corona einen Gang zurückgeschaltet
Die Corona-Pandemie stoppte letztendlich nicht nur den Spielbetrieb, sondern brachte auch Buck zu einer bewussten Entscheidung: mehr Zeit für die Familie. „Ich wollte unbedingt die Karrieren meiner beiden Söhne intensiver begleiten“, erklärt er. So wurde es ruhiger um seine Person, dem Handball blieb er dennoch eng verbunden. Er verfolgt stets die Spiele seiner Kinder vor Ort und begleitet insbesondere die Laufbahn seines Sohnes Timm Buck, der beim HCOB in der 2. Bundesliga spielt.
Als schließlich die Anfrage seines Heimatvereins kam, die erste Männermannschaft der Habo SG zu übernehmen, musste Buck nicht lange überlegen. „Wenn ihr wollt, dann mache ich das“, lautete seine Antwort. Da der Wunsch nicht nur aus der Vereinsführung, sondern vor allem auch aus der Mannschaft selbst kam, sagte er gerne zu.
Künftig trägt der 58-Jährige also wieder sportliche Verantwortung – und auch etwas mehr: „Wir versuchen das nun zusammen zu gestalten“, erklärt Buck. Sein Ziel: eigene junge Spieler integrieren, Strukturen stärken und den Verein insgesamt nach vorne bringen. Sein Anspruch ist klar formuliert: „Wir haben die Habo nicht gegründet, um nur Verbandsligist zu sein. Vor allem auch in der Jugendarbeit haben wir höhere Ziele.“
Fakt ist: Jürgen Buck steht für nachhaltige Entwicklung. Jugendförderung ist für ihn pure Überzeugung. Er glaubt an größere Erfolge der Habo SG – und möchte das mit der Entwicklung der ersten Männermannschaft gerne untermauern.