Das 33:20 der Berghandballer im Derby beim TSV Denkendorf ist eine Demonstration der Stärke und ein weiterer Schritt zu Platz zwei in der Endtabelle.
Die neutralen Handball-Zuschauer, von denen freilich sehr wenige in der Halle waren, hätten es sich wohl ein bisschen spannender gewünscht. Es spielte der Vierte der Verbandsliga gegen den Zweiten. Es war ein Derby. Aber es war so was von eine klare Angelegenheit: Die SG Hegensberg/Liebersbronn hat am Sonntagabend mit 33:20 (18:9) beim TSV Denkendorf gewonnen. Es war eine Demonstration der Stärke und des Selbstvertrauens der SG Heli.
Meisterschaften, sagt man einigermaßen sportartunabhängig, werden in der Abwehr entschieden. Diese Begegnung aber gewann – neben eben der selbstbewussteren – die Mannschaft, die vor allem im Angriff die deutlich bessere war. Es war zielstrebiger, es war flüssiger. Wobei die Berghandballer die Meisterschaft sehr wahrscheinlich ohnehin nicht holen werden. Die wird sich der 36:0-Spitzenreiter SKV Unterensingen nicht mehr nehmen lassen. Aber die SG hat auf dem Relegationsplatz zwei vier Punkte Vorsprung auf den Dritten TG Schömberg, bei zwei Spielen weniger. Und wer das Spiel in Denkendorf gesehen hat, zweifelt eh nicht daran, dass die Mannschaft auch am nahenden Ende der Saison auf Rang zwei stehen wird. „Es müsste schon viel passieren und es ist ja auch unser Anspruch“, machte Trainer Veit Wager auch erst gar nicht in Understatement.
Es ist nicht nur der Vorsprung, sondern auch das Leistungsvermögen, das Wagers Optimismus sehr begründet erscheinen lässt. „Die Mannschaft ist in einem Flow“, erkannte auch er, lobte neben der Offensive die solide Abwehr und war nur „ein bisschen unzufrieden“ damit, dass das Team in der ersten Hälfte den einen oder anderen technischen Fehler machte und dadurch nicht noch früher noch weiter davonzog. Von 6:11 waren die Denkendorfer kurzzeitig auf 9:11 herangekommen. Das Fünkchen Hoffnung war aber schnell verglüht – in den verbleibenden neun Spielminuten bis zur Pause traf nur noch die SG Heli und beim 18:9 war der Kittel geflickt. Im zweiten Durchgang ließen die Berghandballer nur zwischenzeitlich ein bisschen die Zügel schleifen und der immer noch vorhandene Kampfgeist der Denkendorfer änderte nichts mehr am deutlichen Ausgang des Spiels.
Und wie erlebte Denkendorfs Coach Ralf Wagner das Ganze? Er drückte sich jedenfalls gewohnt pragmatisch aus. Die vielen Ausfälle wollte er schon gar nicht mehr beklagen – wobei auch Kollege Wager fünf Akteure fehlten. „Es war auch eine Frage der Qualität, dann ist ein Ergebnis in dieser Höhe in Ordnung“, sagte Wagner, „ich war aber auch unzufrieden.“ Er beklagte „viel zu viele technische Fehler“ und noch mehr „die fehlende Durchschlagskraft im Angriff.“ Klar, die Niederlage im Derby tat weh. Und es sieht auch nicht so schön aus, dass die Denkendorfer vom vierten auf den sechsten Platz abgerutscht sind. Am Ende der Saison aber wird sich Wagner nach zehn Jahren mit einer ordentlichen Bilanz aus Denkendorf verabschieden – was die gesamte Ära, was aber auch die laufende Spielzeit betrifft. Und es fiel ihm so auch bei allem Ärger über die Unzulänglichkeiten und „limitierten Möglichkeiten“ seiner Mannschaft nicht allzu schwer, die Stärke der SG Heli anzuerkennen.
Und auch deren Trainer Wager fand am Ende: „Es war schon in Ordnung.“ Das fanden die neutralen der für ein Derby wenigen Zuschauer auch.
TSV Denkendorf: Denk, Schrade, Neubert; Lohmann (1), Quintus, Geiselhart (4/2), Rapp (3/3), Piskureck (1), Müller (3), Kaiser (4), Moritz (1), Ockers (3).
SG Hegensberg/Liebersbronn: Hummel, Dunz; Schatz (2), Bayer (1), Heetel (3), Habermeier (4), Schieche, Wester-Ebbinghaus (3), Stammhammer (5), Hettich, Herda (4), Mehlitz (11/6).
Schiedsrichter: Simon Buck / Swen Wagner (Renningen).
Zuschauer: 300.
Zeitstrafen: 2:8 – zwei Mal zwei Minuten für Schatz (SG Hegensberg/Liebersbronn), zwei Minuten für Ockers (Denkendorf), Wester-Ebbinghaus, Bayer (SG Hegensberg/Liebersbronn).
Beste Spieler: Denk, Schrade / Wester-Ebbinghaus, Herda, Mehlitz.