Im Spiel der TSF Ditzingen gegen die Spvgg Mössingen wurde heftig um den Sieg gerungen – auch mal im Wortsinn: TSF-Akteur Quan Tran (mit Ball) hat einen schweren Stand. Foto: Andreas Gorr

Verbandsligist TSF Ditzingen schlägt die Spvgg Mössingen mit einem Tor drei Sekunden vor Schluss mit 31:30. „So viel Spannung hätte es nicht gebraucht“, findet Dennis Zwicker.

„Das haben wir unnötig spannend gemacht“, sagte Dennis Zwicker und atmete tief durch wie ein Blauwal beim Auftauchen nach einem 15-minütigen Unterwassergang. Die Handballer der TSF Ditzingen hatten ihren Trainer ziemlich lange auf die mentale Folter gespannt und das Siegtor gegen die Spvgg Mössingen erst drei Sekunden vor Schluss erzielt.

 

Es war dramatisch, wie man es im Handball nicht nur bei einer Europameisterschaft erlebt, in der Sporthalle Glemsaue vor 150 Zuschauern am Sonntagabend. 18 Sekunden vor dem Ende hatten die Gäste zum 30:30 ausgeglichen, TSF-Coach Zwicker nahm eine Auszeit, um den letzten Spielzug zu besprechen – und der Plan ging auf. Yannik Ruffner stieg im Rückraum hoch und wuchtete den Ball zum 31:30 in die Maschen.

TSF sind 2026 noch ungeschlagen

Die Erfolgsfahrt der TSF im Jahr 2026 geht damit mit dem dritten Sieg in Folge weiter, nachdem die Ditzinger im November und Dezember in acht Spielen lediglich drei Punkte zusammengestupft hatten. „Jetzt haben wir uns ein wenig aus dem Abstiegssumpf befreit“, ordnete Zwicker die Situation ein, „aber wir wissen alle, dass längst noch nicht alles golden ist und wir immer noch nach unten blicken müssen.“ Dabei wird aber keinem der Puls in die Höhe schnellen: Zum ersten Abstiegsplatz haben die TSF auf Rang sieben beruhigende sieben Punkte Vorsprung.

Matchwinner mit dem Tor drei Sekunden vor Schluss: Yannik Ruffner Foto: Andreas Gorr

Die Begegnung war für alle Anwesenden ein stressbehaftetes Wechselbad der Gefühle. Die Gastgeber starteten mit Nachdruck und führten nach zwölf Minuten mit vier Toren Differenz, nach 22 stand es aber 10:10 und bis zur Pause hatte die Spvgg das Match gedreht und trottete mit einer 15:13-Führung in die Kabine. „In der Abwehr waren wir zu unaufmerksam“, kritisierte Zwicker die Seinen, „und wir haben uns zehn technische Fehler geleistet.“ Gerade im Defensivverhalten sieht Zwicker auch künftig die größte Baustelle in seiner Truppe.

Immerhin fand der TSF-Trainer in der Halbzeitpause die richtigen Worte zur Motivation, die Ditzinger griffen nun in der Defensive deutlich beherzter zu, sie stellten die unnötigen Fehler weitgehend ab und setzten in der Offensive auf mehr Tempo – und siehe da: Nach dem 23:20 durch Malte Bartels (44.) lagen sie plötzlich wieder mit drei Treffern in Front. „Wir waren nun präsenter auf dem Feld“, stellte Dennis Zwicker zufrieden fest – doch sich entspannt auf der Trainerbank zurücklehnen und das Tun seiner Mannschaft bis zum Schlusspfiff genießen, das konnte er nicht.

Finn Graykowski (li.) war mit acht Treffer neben Yannik Ruffner der erfolgreichste TSF-Torschütze. Foto: Andreas Gorr

Denn innerhalb von nur fünf Minuten kamen die Mössinger von 23:26 (50.) auf 26:26 heran (55.) – und wieder drohte die Partie zu kippen. Doch das Déjà-vu aus Halbzeit eins für die Ditzinger blieb aus, auch wenn die Gäste vom Fuß der Schwäbischen Alb das 28:30 (57.) noch in ein 30:30 verwandelten. Den letzten Schuss hatten die TSF mit Yannik Ruffner, und der Ball flog genau dorthin, wo ihn alle Ditzinger haben wollten. „Wir hätten das Spiel schon früher entscheiden können“, sagte Dennis Zwicker und hatte auch ein kleines Lob für den Gegner übrig: „Ich denke, ein Unentschieden wäre bestimmt auch verdient gewesen.“ TSF Ditzingen: Biehl, Duck; Graykowski (8), Ruffner (8), Ruoff (4), Bartels (3), Bohnen (2), Steckroth (2), Tran (2), Hölzel (1), Hüther (1), J. Heer, L. Heer, Kienle, Siegmund.