Die Frauen des SV Leonberg/Eltingen haben sich in der Handball-Oberliga etabliert und erwarten am Samstag den Ex-Verein ihres Trainers, den SV Hohenacker-Neustadt.
Für Frank Gehrmann wird die Begegnung seines SV Leonberg/Eltingen an diesem Samstag (20 Uhr) in der heimischen Sporthalle gegen den SV Hohenacker-Neustadt kein Spiel wie jedes andere sein. Fünf Jahre stand der Wildcats-Trainer bei den Gästen an der Seitenlinie und führte sie von der Württembergliga bis in die Regionalliga, ehe er nach einem Jahr Pause vor dieser Saison den SV Leonberg/Eltingen übernahm. „Es ist ein sehr unbequemer Gegner“, sagt der 56-Jährige über seinen Ex-Verein.
Als Aktiver spielte der Handball-Pädagoge stets für seinen Heimatverein KSV Hoheneck, der später in der HSG Neckar und zuletzt im Team Neckar aufgegangen ist. Während er als Spieler nicht über die Bezirksliga hinauskam, gelangen ihm als Trainer bei fast allen seinen Stationen große Erfolge.
Gehrmann war fünf Jahre in Hohenacker-Neustadt
Nachdem er in seinem Heimatverein zunächst männliche und weibliche Jugendmannschaften und später das Frauenteam trainiert hatte, entwickelte er sich zu einem erfolgreichen Spezialisten für Damenmannschaften.
Den TV Aldingen führte er in seinen fünf Trainerjahren zweimal in die Landesliga, den TV Großbottwar II in vier Jahren von der Bezirks- bis in die Württembergliga. Lediglich bei der HSG Strohgäu war sein Erfolg überschaubar: Nach Rang drei im ersten Jahr trennten sich er und der Verein in der zweiten Saison in der Winterpause. Frank Gehrmann kehrte dann zur HSG Neckar zurück, wo er seine Söhne zwei Jahre lang trainierte, ehe sein fünfjähriges überaus erfolgreiches Engagement beim SV Hohenacker-Neustadt begann.
Und es sieht so aus, als könnte beim SV Leonberg/Eltingen ein weiteres erfreuliches Kapitel hinzukommen: Nach nur einem Zähler aus den ersten vier Saisonspielen fanden sich Mannschaft und Trainer immer besser in der neuen Liga zurecht und beendeten die Hinrunde nach sechs Siegen in den letzten sieben Spielen auf Rang fünf. „Es hat ein wenig gedauert, bis wir zusammengefunden haben, aber die letzten Wochen waren überragend – und das hat sich das Team selbst erarbeitet“, lobt der Coach.
Der 56-Jährige hatte in der vergangenen Saison drei Spiele der Wildcats gesehen und wusste, was auf die Akteurinnen zukommen würde. „Es ist ein großer Schritt von der Verbands- in die Oberliga“, betont er, aber die Spielerinnen hätten sich an ihn und das Liga-Niveau gewöhnt. Gehrmann bezeichnet sich selbst als einen der frühen Tempo-Handball-Verfechter. Die offensive 6:0-Abwehr ist mehr in Richtung der ballführenden Gegenspielerin orientiert, die schnelle Mitte und das erste Tempo haben eine große Bedeutung. „Über die erste Welle erzielen wir pro Spiel jetzt sieben bis zehn Tore“, schätzt der SV-Coach. Von den Zuschauern höre er immer wieder, dass sich das Spiel der Wildcats verändert habe.
Die zweite große Neuerung, die Gehrmann eingeführt hat, ist eine personelle: Abwehrchefin Alina Ridder agiert auch im Angriff als Spielmacherin im Wechsel mit Ina Bergthold. „Wir profitieren von der tollen Jugendarbeit des Vereins, die gesamte Mannschaft hat einen Schritt nach vorne gemacht“, lobt der SV-Coach, der Rückschläge einkalkuliert. „Das Team ist jung, eine Entwicklung verläuft stets wellenförmig“, prognostiziert Gehrmann, der dennoch in der Rückrunde weiter für Furore mit den Wildcats sorgen will. Am besten schon am Samstag gegen den SV Hohenacker-Neustadt.
Die besten Torschützinnen
SV Leonberg/Eltingen
Insgesamt 313 Tore haben die Wildcats in dieser Saison erzielt. Top-Torschützin Simona Schmaderer hat dabei alle ihre 59 Treffer aus dem Feld erzielt.
Spiele/Tore1. Simona Schmaderer 11/592. Julia Wolf 9/543. Ines Berkemer 10/264. S. Karwounopolous 11/255. Alina Ridder 10/206. Lily-Rose Thines 8/197. Lia Thines 11/198. Gina Stimmler 9/17
Oberliga
Beste Torschützin ist Lara Traue, die jedoch von ihren 99 Treffern fast die Hälfte (45) vom Siebenmeterstrich aus erzielt hat. 1. Lara Traue (SG Muggensturm) 12/992. Noemi Hoefs (TG Pforzheim) 11/883. Nathalie Grötzinger (TV Flein) 12/774. Alica Burgert (TuS Ottenheim) 12/744. Tamara Dehm (HSG Walzbachtal) 12/746. Denise Kindsvater (SV Hohenacker) 9/73