Handball-Oberligist SV Leonberg/Eltingen fängt sich beim 22:25 eine unnötige Niederlage gegen den SV Kornwestheim ein. Alina Ridder verletzt sich schwer am Kopf.
Freitag, der 13. – da zuckt so manch abergläubischer Zeitgenosse zusammen, wenn er von diesem Unglückstag hört. Am besten im Bett bleiben und möglichst den gesamten Tag verschlafen. Frank Gehrmann und die Handballerinnen des SV Leonberg/Eltingen fürchten sich nicht von kuriosen Daten oder schwarzen Katzen, doch den vergangenen Freitagabend würden sie ganz gerne schnell vergessen.
Im Oberliga-Duell mit dem SV Salamander Kornwestheim unterlagen die Wildcats im Sportzentrum vor 85 Zuschauern mit 22:25 (11:12) und stürzen mit der zweiten Niederlage in Folge ins graue Mittelfeld der Liga. Trainer Gehrmann haderte sehr mit der Pleite. „Ein Sieg wäre machbar gewesen, wir waren auf Augenhöhe“, erläuterte er, „aber wir sind nicht auf das Niveau gekommen, auf dem wir spielen können.“
SV geht ersatzgeschwächt ins Match
Es kam vieles zusammen an diesem Freitag, den 13., für die Freunde des Sportvereins. Beginnen wir beim Personal. Stammtorhüterin Maike Kilper ist weiter verletzt (es ist fraglich, ob sie überhaupt noch einmal ins Tor zurückkehrt), Sara Karwounopoulos saß zwar auf der Bank, doch ein Einsatz stand wie bei Ines Berkemer außer Frage – und dann verletzte sich auch noch Alina Ridder in der zweiten Hälfte schwer.
Die 26-Jährige war bei einer Aktion in Richtung gegnerisches Tor seitlich zu Boden gegangen und war unglücklich mit dem Kinn auf den Hallenboden geschlagen – die Platzwunde blutete stark, die Rippen schmerzten und manche befürchteten, Alina Ridder habe sich auch eine Gehirnerschütterung zugezogen. Die Rückraum-Schützin wurde ins Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte den Cut versorgten und eine leichte Gehirnerschütterung diagnostizierten.
„Die Verletzung und die Begleitumstände haben uns natürlich ein Stück weit aus der Bahn geworfen“, bekannte Frank Gehrmann, „auch, weil uns Alina danach als Antreiberin gefehlt hat, die das Spiel vielleicht auf unsere Seite hätte reißen können.“ Zwar hielten die Wildcats die Begegnung bis in die letzten Minuten offen, und wer weiß, was passiert wäre, hätte Julia Wolf 33 Sekunden vor Schluss den Siebenmeter zum 23:24 verwandelt – tat sie aber nicht, so schnürte Nina Haug 15 Sekunden vor dem Ende mit dem 25:22 den Zwei-Punkte-Sack für die Kornwestheimerinnen zu.
Dazu hätte es nicht kommen müssen, denn die SV-Handballerinnen waren recht ordentlich in die Partie gestartet. Nach etwas mehr als elf Minuten führten sie 7:4, und schon dort sah Trainer Gehrmann das mögliche Unheil heraufziehen. „Wir hätte da schon das eine oder andere Tor mehr erzielen und noch weiter davonziehen können“, monierte der SV-Coach. Und er sollte mit seinem Unbehagen Recht behalten – bis zur Pause drehte der Gegner das Spiel und ging mit einer Ein-Tore-Führung in die Kabine.
Beide Mannschaften zeichneten sich an diesem Freitagabend nicht durch konsequentes Ausnützen der Torchancen aus, sowohl der SV aus Leonberg als auch der aus Kornwestheim waren am Kreis nachlässig wie ein Skifahrer, der mit abgefahrenen Sommerreifen nach Sölden ins Ötztal aufbricht. „Wir haben uns viel zu viele Fehler geleistet“, räumte Frank Gehrmann ein, „auch in der Abwehr haben wir nur phasenweise an die Leistung angeknüpft, die wir etwa gegen Ottenheim geboten haben.“ Weil die Gäste aber im Angriff ebenfalls so schludrig waren wie ein übermüdeter Steuerprüfer, blieb die Partie bis in die letzte Minute hinein offen.
Lani Gronwald im SV-Tor überzeugt
„Wir haben das Selbstverständnis im Spiel verloren, das uns zuletzt ausgezeichnet hat“, sagte Frank Gehrmann und ordnete die 60 Minuten in die Kategorie „Lernphase“ für seine junge Mannschaft ein, bei der die A-Jugendliche Anja Ohlau als Kreisläuferin Erfahrung bei den Aktiven sammelte und ihre Aufgabe ordentlich erledigt hatte. Lob erteilte der SV-Trainer nach der unnötigen Pleite auch und zwar an Torhüterin Lani Gronwald, die die gesamte Spielzeit zwischen den Pfosten gestanden war. „Sie hat einige wichtige Bälle gehalten“, betonte der Leonberger Coach, „sie war sehr gefordert und hat konstant gut gespielt.“
Gereicht hat’s nicht für die Wildcats, die am nächsten Wochenende eine Pause einlegen können und erst am 28. Februar im Auswärtsspiel beim SV Hohenacker-Neustadt auf die Platte gehen. Das tut gut, die Spielerinnen können sich mental und körperlich erfrischen – und vielleicht wird die eine oder andere Verletzte bis dahin wieder fit. SV Leonberg/Eltingen: Gronwald, Mauthe; Schmaderer (6), Wolf (5/2), Bergthold (2), Ridder (2), Lia Thines (2), Lily-Rose Thines (2), Ulrich (2), Conzelmann (1), Baric, Berkemer, Karwounopoulos, Ohlau.