Qualität setzt sich durch: Kapitän Dominik Fischer (re.) erzielte zwei Treffer beim klaren Erfolg des SV Leonberg/Eltingen in Oeffingen. Foto: Maximilian Hamm

Die Oberliga-Handballer des SV Leonberg/Eltingen siegen bei Schlusslicht TV Oeffingen 35:26 (17:13) und feiern den fünften Sieg in Folge. Was macht den Erfolg von Trainer Christian Auer aus?

Die Handballer des SV Leonberg/Eltingen marschieren von Erfolg zu Erfolg. Der souveräne 35:26(17:13)-Sieg beim Tabellenletzten TV Oeffingen war der fünfte Sieg in Folge – der SV-Express mit Trainer Christian Auer im Lokführerstand ist nicht zu stoppen und rast fast schon mit ICE-Geschwindigkeit aus den schaurigen Niederungen des Tabellenkellers in weitaus angenehmere Gefilde der Oberliga.

 

„Es war ein Pflichtsieg“, sagte der Chefcoach, „allerdings haben wir das Spiel zu lange offen gelassen.“ Erst gegen Mitte der zweiten Hälfte, als der SV vor 200 Zuschauern mit neun Toren führte (46.), schickte Auer auch Akteure aufs Feld, die sich sonst nicht so häufig auf dem Feld wiederfinden, um ihnen Spielminuten zu verschaffen.

Fünf Spiele in Folge ungeschlagen, unter Auers Regie feierten die Handballer in sieben Spielen fünf Siege (Quote: 1,43 Punkte), in der Ägide von Vorgänger Oliver Cicione gab es in neun Begegnungen nur drei doppelte Punktgewinne (Quote 0,67). Rechnerisch gut eine Verdoppelung der Ausbeute. „Hätte mir jemand Weihnachten gesagt, dass wir fünf Spiele in Folge gewinnen – ich hätte ihn für verrückt erklärt“, sagte der Sportliche Leiter Werner Neuffer nach dem Match.

Handauflegen ist kein Erfolgsrezept

Christian Auer hat die Leonberger Handballer auf den richtigen Weg geführt, der Club tummelt sich im engen Mittelfeld, nachdem er noch im Dezember auf einem Abstiegsrang geklebt hatte. „Die Tabelle liest sich jetzt schon angenehmer“, bemerkt auch Auer, der zudem betont: „Ich hätte diesen Job nicht angetreten, wenn ich nicht von der Qualität der Mannschaft überzeugt gewesen wäre.“ Denn vor seiner Zusage im Dezember hatte es im Umfeld des 33-Jährigen auch Stimmen gegeben, die ihn vor einem Himmelfahrtskommando warnten.

Fünf Siege in Folge mit einer unveränderten Mannschaft. Was macht Christian Auer anders als sein Vorgänger? Nur durch Handauflegen sind aus den Spielern keine besseren Handballer geworden. Das Rezept des Chefcoaches ist ein einfaches: Er setzt die Akteure gemäß ihrer Stärken ein und gibt ihnen einen eindeutigen Spielauftrag mit in die Begegnungen. „Ich kenne ja fast alle Jungs seit langem“, sagt Auer, der seit 2015 im Club als Spieler oder Trainer aktiv war und im Sommer 2023 als Coach zurücktrat, „ich erkläre jedem stets ganz genau, was ich in einer Partie von ihm erwarte und kann so die besten Fähigkeiten herauskitzeln.“

Neue Handball-Expertise in Leonberg

Diese klaren Ansagen sind Leitschnur fürs Team, die neuerlichen Erfolge in Serie schaffen bei der Mannschaft den wichtigen Nährboden für das Vertrauen in die Matchpläne des Coaches. Und damit steigen Selbstvertrauen und Sicherheit. „Der Austausch zwischen Trainer und Team sind hervorragend“, sagte der ehemalige Rückraumspieler. Nicht zuletzt arbeitet Christian Auer mit einer Inbrunst eines beseelten christlichen Missionars im 19. Jahrhundert an seiner Aufgabe und bereitet sich mit der Akribie eines Steuerprüfers auf die Spiele vor. Kurzum: Beim SV hat eine neue Handball-Expertise Einzug gehalten.

Dass Auers Vorgaben in Oeffingen nicht zu 100 Prozent umgesetzt wurden, tat der Erfolgsserie keinen Abbruch. Der Abstiegskandidat konnte die Schwächen nicht nachhaltig nutzen. Zu Beginn agierte die Leonberger Abwehr zu offensiv und gestattete Lücken am Kreis, im Angriff wurden bei insgesamt 17 Fehlwürfen zu viele freie Abschlüsse ausgelassen. Felix Wiederhöft, sonst sicherer Siebenmetermann, gestattete sich bei fünf Versuchen drei Fehlwürfe. „Er muss jedes Spiel fast über die vollen 60 Minuten gehen“, nahm Auer ihn in Schutz, „er war wohl ein wenig müde.“ Immerhin gelangen dem Rechtsaußen neun Tore aus dem Spiel.

Nächstes Spiel am 15. Februar

Beim SV Leonberg/Eltingen herrscht eine anregende Aufbruchsstimmung, die Mannschaft wächst wieder stärker zusammen. „Diesen Flow müssen wir bewahren“, sagt der Coach. Am 15. Februar (20 Uhr) könnte der rasende Auer-Express gegen die SG Weinstadt im Sportzentrum die sechste Siegesstation passieren. SV Leonberg/Eltingen: Schneider, Kellner; Wiederhöft (11/2), Hönig (7), Kutzner (3), Wanner (3), Eusterholz (2), Fischer (2), Oral (2), Rühle (2), Salathe (2), Hönninger (1), Klatte, Zimmermann.