So sehen Sieger aus: Die Handballer der Rhein-Neckar Löwen feiern in der Porsche-Arena ihren Triumph im Supercup 2016 – an diesem Mittwoch wollen sie in Stuttgart ihren Titel verteidigen. Foto: dpa

Der Vertrag mit der Handball-Bundesliga (HBL) läuft aus, die Zukunft des Supercups in der Porsche-Arena ist ungewiss – auch wenn Andreas Kroll, Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart, sagt: „Wir haben sehr hohes Interesse, dass der Supercup in Stuttgart bleibt.“

Stuttgart - An diesem Mittwoch (19 Uhr) kämpfen die Handballer der Rhein-Neckar-Löwen und des THW Kiel um den ersten Titel der Saison. Es könnte das letzte Supercup-Duell in Stuttgart sein.

Herr Kroll, wie viele Zuschauer werden am Mittwochabend das Duell um den Handball-Supercup zwischen den Rhein-Neckar Löwen und dem THW Kiel in der Porsche-Arena sehen?
Wir rechnen mit rund 6000 Besuchern. Das heißt einerseits, dass wir fast ausverkauft sind.
Und andererseits?
Dass wir niemand heimschicken müssen, der noch kurzfristig kommen möchte.
Sind Sie mit dieser Resonanz zufrieden?
Sehr, schließlich haben wir Hochsommer und sind mitten in den Ferien. Diese Besucherzahl zeigt einmal mehr, dass die Porsche-Arena eine optimale Spielstätte für hochklassigen Handball ist.
Welche Erwartungen haben Sie an den Supercup?
Sportlich wird es sicher ein enges Spiel zwischen den beiden besten deutschen Mannschaften der vergangenen Jahre.
Und wenn es doch ein deutlichen Sieger geben sollte?
Wäre dieses Team aus meiner Sicht der klare Favorit für die neue Bundesliga-Saison.
Was erhoffen Sie sich?
Ich freue mich auf die Atmosphäre in der Porsche-Arena. Und auf ein Aufeinandertreffen herausragender Nationalspieler aus vielen Ländern, wie man es nicht oft zu sehen bekommt.
Es ist der vierte Supercup, der in Stuttgart ausgespielt wird. Ist es auch der letzte?
Das hoffe ich nicht. Wir würden gerne nach fünf Jahren ein kleines Jubiläum feiern. Und nach zehn Jahren ein großes. Wir haben uns damals gegen starke Konkurrenz aus München und Bremen durchgesetzt, die mit wesentlich größeren Hallen ins Rennen gegangen ist. Doch die Handball-Bundesliga hat sich für das Konzept in der kleinen und feinen Porsche-Arena entschieden. Nun hoffen wir, dass die HBL in diesem Sinne weitermachen will.
Der Vertrag läuft allerdings aus.
Richtig. Doch wir haben ein sehr hohes Interesse, dass der Supercup in Stuttgart bleibt.
Warum?
Weil Handball in der Porsche-Arena die Kernsportart ist. Wir haben hier viele Länderspiele ausgerichtet, das nächste findet am 5. Januar 2018 statt. Wie werden in den kommenden drei Jahren das Pokal-Final-4-Turnier der Frauen in Stuttgart haben, und auch der TVB Stuttgart spielt regelmäßig bei uns. Das sind gute Argumente.
Die ursprüngliche Idee der HBL war allerdings, mit dem Supercup in eine Region zu gehen, in der es keinen Spitzenhandball gibt.
Das stimmt, und es schmälert unsere Chancen. Andererseits sprechen die vielen starken Strandbeine, die der Handball in und um Stuttgart hat, auch für uns. Denn die HBL belohnt mit diesem Supercup die Region für ihre gute Arbeit, die ja auch für den nationalen Handball wichtig ist: Eine so große Dichte an Jugend-Nationalspielern wie bei uns ist sonst nirgendwo zu finden.
Wie stehen die Chancen, dass der Supercup in Stuttgart bleibt?
50:50.
Nur?
Die Konkurrenz ist groß. Wir wissen, dass es Gespräche mit anderen Bewerbern gibt.
Wer verdient am Supercup?
Wir bieten der HBL ordentliche Konditionen, dazu ein Paket mit Werbemaßnahmen und Ticketverkauf. Trotzdem gelingt es uns, die Ausgaben zu refinanzieren. In den vergangenen Jahren war es so, dass beide Seiten vom Supercup profitiert haben.
Wie sehr würde es Sie treffen, den Handball-Supercup zu verlieren?
Man muss im Sport auch mit Niederlagen umgehen können und aus ihnen lernen. Was aber nicht heißt, dass wir nicht alles dafür tun werden, um den Supercup in Stuttgart zu halten.
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