Starker Einsatz, starkes Spiel: Florian Distel (am Ball). Foto: Michael Treutner

Die HSG hat sich nach einer Schwächephase wieder gefangen und fährt in der Handball-Regionalliga einen wichtigen 36:33-Erfolg über die SG Weinstadt ein.

Die Regionalliga-Handballer der HSG Ostfildern hatten sich gegen die SG Weinstadt einiges vorgenommen – vor allem die glasklare 25:38-Schlappe im Hinspiel beim Aufsteiger war ein schmerzhafter Stachel im Fleisch der Filderhandballer. Und es klappte: Auch wenn es gegen Weinstadt am Ende noch mal knapp wurde, gelang beim 36:33 (20:15) die Revanche. „Ich bin sehr glücklich, dass wir diese Rechnung begleichen konnten“, freute sich Ostfilderns Coach Marco Gaßmann. Nach einem kleinen Hänger sieht Gaßmann die HSG inzwischen wieder gut aufgestellt: „Wir hatten eine kleine Krisensitzung, haben danach aber sechs Punkte aus vier Spielen geholt, langsam haben wir uns wieder gefangen.“

 

Dabei tat sich die HSG anfangs noch schwer gegen die robusten Gäste aus Weinstadt – für Gaßmann war das allerdings keine große Überraschung: „Gegen körperlich starke Gegner haben wir immer Probleme.“ Erst ab dem 12:12 (17.) fand Ostfildern in die Spur – und legte gleich mal bis zum 16:12 vor (24.), ehe Weinstadts Linkshänder Ruben Sigle wieder ein Treffer für die Gäste gelang. Kurz danach sah sein Teamkollege Marvin Klein, bis dahin neben Sigle der auffälligste Akteur im SG-Trikot, nach einem Foul an Lenny Piskureck folgerichtig die Rote Karte (26.). „Das hat einen Bruch in unserem Spiel nach sich gezogen“, analysierte Weinstadts Trainer Jochen Klingler – auch, da das Team mit personellen Problemen zu kämpfen hat. „Insgesamt fehlen uns sieben Leute“, erklärte Klingler, aufgefüllt wurde Kader mit A-Jugend sowie Spielern der zweiten Mannschaft: „Insofern bin ich sehr stolz auf das Team, auch wenn wir vor allem in der ersten Hälfte zu viele technische Fehler gemacht und uns deswegen einige unnötige Kontertore eingefangen haben.“ Denn die HSG spielte Durchgang eins clever zu Ende und führte zur Pause bereits mit fünf Treffern.

Schnelligkeit gegen Robustheit

Wer nun aber die Ostfilderner auf der sicheren Seite wähnte, war schief gewickelt: Im zweiten Abschnitt arbeitete sich Weinstadt Tor um Tor heran - beim 27:27 (46.) durch Kreisläufer Philip Schückle gelang erstmals seit dem 12:12 (17.) der Ausgleich, was die SG mehrfach wiederholte. Mehr war aber nicht drin. Nach einem Foul am wieder mal starken HSG-Spielmacher Florian Distel erwischte es wenig später SG-Abwehrchef Sigle mit Rot (51.) – der zweite große Bruch im Spiel der Gäste. „Diese rote Karte war für mich spielentscheidend und eher zweifelhaft“, ärgerte sich Klingler. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Jon Gehrung sicher zum 29:28 (51.) und legte direkt danach per Konter noch ein Tor drauf (30:28/52.). Endgültig auf die Siegerstraße bogen die Ostfilderner dann ab dem 33:30 (56.) durch Lukas Aichele vom Kreis, der einen Abpraller stark nutzte.

„Unterm Strich haben wir es geschafft, mit unserer Schnelligkeit die Robustheit der SG auszuspielen“, lobte Gaßmann – der auch die 36 erzielten Tore heraushob. Ihn nervte nur eines: „Wir haben nach der Pause unsere fünf Tore Vorsprung verloren, da hätte man mehr draus machen können. Wir haben in dieser Phase einfach zu viele Fehler gemacht.“ Immerhin: In Sachen Einsatz und Wille gab es nichts zu bemängeln: „Das war wirklich aller Ehren wert“, bestätigte Gaßmann, auch mit Blick auf die anhaltenden personellen Probleme der HSG: Neben den angeschlagenen Distel, Janne Böhm und Luis Foege, die aber gegen Weinstadt auf die Zähne bissen, musste auch Stammkeeper Sebastian Arnold kurzfristig wegen Krankheit passen. Als nächstes haben die Ostfilderner die lange Fahrt zum Drittletzten MTG Wangen vor der Brust. Gaßmanns Ansage ist klar: „Dort müssen wir gewinnen – dann geht der Blick wieder Richtung Mittelfeld und nicht nach unten.“

HSG Ostfildern: Hilbert, Breuning; Distel (5), Gehrung (10/3), Van der Mei (1), Janne Böhm (10), Foege (3), Max Böhm, Lehmkühler (1), Piskureck, Balbuchta, Aichele (3), Bauer (3), Hettler, Zemmel.

SG Weinstadt: Doll, Kronmüller; Klein (1), Schückle (2), Baireuther (3), Linsenmeier (3), Sigle (7), Stäudle (2), Lederer (7), Gikas, Lidle (2), Kuhnle (6/2), Hayler, Schott, Kazmaier.

Schiedsrichter: Tobias Glöggler/Nikolaus Rupp (Lehr).

Zuschauer: 250.

Zeitstrafen: 14:12 – zwei Mal zwei Minuten für van der Mei (Ostfildern), Kazmaier (Weinstadt), zwei Minuten für Distel, Janne Böhm, Zemmel, Hettler (Ostfildern), Klein, Linsenmaier, Trainer Klingler (Weinstadt).

Rote Karten: Hettler (Ostfildern/grobes Foulspiel/40.), Klein (Weinstadt/grobes Foulspiel/26.), Sigle (Weinstadt/grobes Foulspiel/51.).

Beste Spieler: Distel, Gehrung, Janne Böhm/Lederer.