Der frühere Neuhausener Jugendcoach Jörg Ebermann kommt im Sommer aus Herrenberg zum Ostfilderner Regionaligisten und soll mit einem verjüngten Kader arbeiten. Manuel Späth steigt ein.
Noch steht der Kader nicht komplett, aber eines ist bereits klar: Handball-Regionalligist HSG Ostfildern verpasst sich im Sommer eine Verjüngungskur. Damit setzt die Spielgemeinschaft auch auf einen größeren Identifikationsfaktor. Folgerichtig wird neuer Chefcoach einer, der gezeigt hat, dass er es mit jungen Spielern kann: Jörg Ebermann wechselt vom Oberligisten SG H2Ku Herrenberg zur HSG. Davor hatte der 44-Jährige einige Stationen als Jugendcoach, unter anderem beim Ostfilderner JANO-Partner TSV Neuhausen. Auch eine spannende Nachricht: Während Marc Schwöbel Assistenzcoach bleibt, verstärkt der langjährige Bundesligaprofi Manuel Späth das Trainerteam.
„Ich würde es Individualtrainer nennen“, antwortet Späth, der seine aktive Karriere bis zum Ende der vergangenen Saison bei seiner HSG ausklingen ließ, auf die Frage nach seiner künftigen Rolle. Und er betont: „Wenn man so eine gute Jugendarbeit hat, muss es das Ziel sein, dass ein Großteil der Mannschaft aus dem eigenen Nachwuchs kommt. Die Identifikation ist eine andere – Marc und ich kommen ja auch aus dem Verein.“ Vielleicht sind in der kommenden Saison dann ja auch die Ränge bei den Heimspielen etwas besser gefüllt als in der laufenden.
Neben Coach Marco Gaßmann werden Leistungsträger wie Lukas Lehmkühler (TSV Schmiden), Florian Distel (TSB Heilbronn-Horkheim) und bereits Ende dieses Monats Felipe Soteras Merz (beruflich ins Ausland) gehen, nachrücken soll vor allem Nachwuchs aus der JANO Filder, die mit der A- und der B-Jugend in der Bundesliga spielt. Der Wechsel von Oliver Sudar im Sommer von Herrenberg nach Ostfildern stand übrigens schon vor den Gesprächen mit Ebermann fest.
„Ich habe einige Verbindungen zur Mannschaft und ich kenne die handelnden Personen gut“, erklärt Ebermann: Dominik Keim, Sebastian Arnold, Tim Bauer und Winterzugang Luis Foege hat er in der Jugend trainiert – und auch den sportlichen Leiter Matthias Dunz, damals bei der JSG Deizisau/Denkendorf. „Jörg ist ein super Trainer, hat eine absolut super Vita“, sagt dieser, und: „Er hat in Bittenfeld viele Spieler entwickelt, die später in der Regionalliga oder drüber gespielt haben.“
Nach seiner Zeit in Neuhausen – noch vor der Gründung der JANO – trainierte Ebermann zunächst die ebenfalls in der Bundesliga aufgelaufene A-Jugend des TV Bittenfeld, anschließend das BWOL-Team des TVB und danach die Herrenberger. Dass er dort um die Auflösung seines noch für die kommende Saison geltenden Vertrages bat, lag auch daran, dass es zuletzt nicht nach Wunsch lief. Nach dem Abstieg – gemeinsam mit dem TSV Deizisau – in die Oberliga im Sommer 2024 steht die Mannschaft zurzeit in der Staffel 1 auf dem drittletzten Platz. „Ich möchte wieder leistungsorientierter arbeiten“, erklärt Ebermann zudem, „in diese Überlegungen hinein kam der Anruf von Matze Dunz.“
Der Lehrer für Deutsch und Geschichte sowie A-Lizenz-Inhaber, der im Süden Stuttgarts wohnt, steht nach eigener Aussage voll hinter der anstehenden Verjüngung. „Die höhere Liga reizt mich, und auch, den Umbruch mitzugestalten“, erklärt er, „Ostfildern hat zuletzt viel von den großen Namen gelebt, die dort gespielt haben. Aus der Jugend kommt ja viel raus. Ich hoffe, mich da gut einbringen zu können.“ Er stellt sich auf eine enge Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der JANO und des Drittligisten Neuhausen ein: „Ich gehe davon aus, dass es einen engen Austausch gibt.“
Dass es in Person von Schwöbel ein Stück Kontinuität auf der Bank gibt, freut Ebermann ebenso wie der Einstieg von Späth. „Ich finde es großartig, als einer, der nicht so hoch gespielt hat, jemanden im Trainerteam zu haben, der internationale Erfahrung hat. Er kann den Spielern viel mitgeben“, sagt Ebermann, der seine eigene aktive Karriere aufgrund eines „Totalschadens“ im Knie früh beenden musste. „Aber ich hätte auch nie so hoch gespielt wie Manu“, fügt er lachend hinzu. Die Wege der beiden hatten sich bereits gekreuzt, als Späth für den TVB Stuttgart in der Bundesliga spielte. Für Funktionär Dunz ist es „mit Jörg, Manu und Marc eine Konstellation, mit der alle happy sind“.
Und wie lauten die sportlichen Ziele? Nach zuletzt zwei Mal Platz vier stehen die Ostfilderner zurzeit mit 15:15 Punkten auf Rang zehn der Tabelle, der bisherige Saisonverlauf kann als durchwachsen bezeichnet werden. „Es gibt einige Beispiele dafür, dass eine Mannschaft nach einem Umbruch gut abschneidet“, sagt Ebermann, „wenn wir gute Arbeit leisten, können wir eine ordentliche Rolle spielen.“ Auch Späth meint: „Vielleicht muss man erst mal kleinere Brötchen backen, aber es ist etwa mit Dominik Keim und Tim Bauer ja ein Stamm da und es sind noch ein paar interessante Spieler im Gespräch.“ Mit die wichtigsten Personalien, die des Trainerteams, sind aber erst einmal geklärt.