HSG-Spieler Janne Böhm (am Ball) steigt hoch – und trifft. Foto: Jörn Kehle

Den Regionalliga-Handballern der HSG Ostfildern gelingt im Duell gegen die HSG Willstätt/Hanauerland ein 43:35-Sieg. Indes ist bei der HSG die Kaderplanung abgeschlossen.

Dank einer konzentrierten Leistung in Durchgang zwei fuhren die Regionalliga-Handballer der HSG Ostfildern gegen die HSG Willstätt/Hanauerland einen deutlichen 43:35 (19:18)-Sieg ein. In der Tabelle verbesserten sich die Ostfilderner um einen Platz und sind nun Achter – direkt hinter den Gästen, die aber mit fünf Punkten Vorsprung bei noch zwei ausstehenden Spielen nicht mehr einzuholen sind. Die HSG aus Willstätt/Hanauerland, die sich vor der Partie noch Hoffnungen auf den Relegationsplatz gemacht hatte, muss sich nach der dritten Niederlage in Folge und angesichts der anderen Ergebnisse des 28. Spieltags nun auch rein rechnerisch von sämtlichen Aufstiegsambitionen verabschieden.

 

Starke zweite Hälfte entscheidet die Partie

„Die Luft war bei uns raus“, gab Willstätts Trainer Michael Bohn zu. Für ihn ging insofern der Sieg der Ostfilderner, die im Hinspiel noch mit 32:35 unterlegen waren, in Ordnung: „Das war völlig verdient, bei uns hat es auch an der nötigen Mentalität gefehlt. Vor allem in der zweiten Hälfte sind wir total auseinandergebrochen.“ Ganz anders die Ostfilderner – und zwar, obwohl für sie schon im Vorfeld klar war, dass die Partie in die Kategorie „Spiel um die goldene Ananas“ gehört. Zwar versäumten sie es im ersten Abschnitt, sich trotz eines mehrfachen Drei-Tore-Vorsprungs deutlich abzusetzen, in Durchgang zwei ließen sie aber nicht mehr viel anbrennen.

HSG-Keeper Sebastian Arnold überragt

„Wir haben den starken Rückraum der Gäste anfangs nicht in den Griff bekommen, nach der Pause lief das dann um einiges besser“, resümierte Ostfilderns Coach Marco Gaßmann. Vor allem wurden die vielen individuellen Fehler der Willstätter gnadenlos bestraft – Bohn versuchte zwar mit dem Einsatz des siebten Feldspielers beziehungsweise diversen offensiven Deckungsvarianten gegenzusteuern, hatte aber mit keiner Maßnahme nennenswerte Erfolge. „Das Sieben-gegen-Sechs haben wir richtig gut wegverteidigt“, lobte Gaßmann – Nutznießer war dabei auch Ostfilderns wieder mal starker Keeper Sebastian Arnold, der gleich dreimal ins leere Willstätter Tor traf. Zwar hatten auch die Ostfilderner in Abschnitt zwei einen kleinen Hänger und Willstätt kam beim 33:38 (56.) bis auf fünf Tore heran, richtig in Gefahr war der Ostfilderner Sieg aber zu keinem Zeitpunkt.

Ein besonderes Schmankerl war das Kabinettstückchen der beiden JANO-Eigengewächse Max Böhm – übrigens weder verwandt noch verschwägert mit Rückraumshooter Janne Böhm – und Linus Zemmel auf den beiden Außenpositionen. Der Kempatrick der beiden Youngster fast über die gesamte Spielfeldbreite sorgte kurz vor der Schlusssirene für einige Zungenschnalzer auf der Tribüne – Zemmel setzte mit seinem Treffer auch den Schlusspunkt zum 43:35-Erfolg der Ostfilderner.

HSG-Kaderplanung ist abgeschlossen

Personell ist bei den Ostfildernern für die kommende Saison inzwischen alles in trockenen Tüchern. „Mit der Kaderplanung sind wir durch“, bestätigte Matthias Dunz, der sportliche Leiter der HSG. Die Mannschaft wird stark verjüngt – von den bewährten Kräften bleiben Dominik Keim, Jon Gehrung, Lukas Aichele, Fabio Breuning und Ben van der Mei. Als Abgänge stehen Janne Böhm (VfL Pfullingen), Sebastian Arnold, Lukas Lehmkühler (beide Karriereende), Florian Distel (TSB Heilbronn-Horkheim) und Lenny Piskureck (TSV Denkendorf) fest. Auch Linkshänder Luis Foege wird die HSG nach einem knappen halben Jahr wieder verlassen: Er wechselt zum ambitionierten Drittligisten TuS Vinnhorst.

Neu dazu kommen die beiden Rückkehrer Fabian Dirmeier am Kreis (HBW Balingen-Weilstetten II) und Torwart Leon Dotzauer (VfL Waiblingen), Oliver Sudar (SG H2KuHerrenberg), Florian Abele (TSB Schwäbisch Gmünd), Tim Küstner und Mika Fahrion (beide TV Reichenbach) sowie Oliver Schwarz im Tor, Zemmel und Max Böhm (alle JANO Filder). Auf der Trainerbank gibt es bekanntlich einen Wechsel: Für Gaßmann übernimmt Jörg Ebermann das Zepter, unterstützt wird der neue Coach weiterhin von Marco Schwöbel. Neu an der Seitenlinie hinzu kommt der ehemalige Bundesligaspieler Manuel Späth. Gaßmann bleibt der HSG aber in weiterem Sinne erhalten: Er unterstützt künftig das Trainerteam der A-Jugend der JANO.

HSG Ostfildern: Breuning, Arnold (3); Distel (2), Gehrung (5/3), Van der Mei (6), Janne Böhm (6), Keim (1), Foege (7), Böhm (1), Lehmkühler, Piskureck (1), Bauer (3), Aichele (4), Zemmel (4).

HSG Willstätt/Hanauerland: Duchene, Zölle; Kosmirak (8), Karic (3), Limouzin (4), Dodig (3), James (1), Hreblev (4/1), Schade (3), Alkic (3), Bonnemberger (3), Reith, Cotic (4).

Schiedsrichter: Sebastian Bürkle/Manuel Traa (Schmiden/Lorch).

Zuschauer: 250.

Zeitstrafen: 2:6 – zwei Mal zwei Minuten für Limouzin (Willstätt/Hanauerland), je ein Mal zwei Minuten für Distel (Ostfildern), Schade (Willstätt/Hanauerland).

Beste Spieler: Arnold, Van der Mei, Janne Böhm/ Kosmirak, Cotic, James.