HSG-Spieler Daniel Maier setzt sich gegen die Plochinger Abwehr durch. Foto: /Robin Rudel

Die HSG Ostfildern gewinnt das Handball-Derby in der Regionalliga gegen den TV Plochingen in der Nellinger Sporthalle 1 deutlich mit 36:25 und klettert in der Tabelle auf Rang sieben.

Volle Ränge, gute Stimmung sowie eine Vielzahl an Toren. Das „Handball-Highlight“, wie die Verantwortlichen beider Teams im Vorhinein das Regionalliga-Derby zwischen der HSG Ostfildern und dem TV Plochingen betitelten, hielt, was es versprach. Spannend war die Partie allerdings nicht, denn das Duell der Tabellennachbarn entschied Ostfildern deutlich mit 36:25 (16:8) für sich. Dementsprechend enttäuscht zog es die Plochinger mit hängenden Köpfen in die Kabine, während auf der anderen Seite ein versöhnlicher Jahresabschluss gefeiert wurde. Denn die HSG kletterte durch die zwei Punkte am TVP vorbei und überwintert auf Platz sieben. Für die Plochinger, die mit einem ausgeglichenen Punktekonto (15:15) auf den 9. Rang abrutschten, war es ein gebrauchter Tag. „Wir gehen nun sehr enttäuscht in die Weihnachtszeit und hoffen, dass wir diese Enttäuschung schnell abschütteln können. Zu viele technische Fehler sowie Fehlwürfe haben uns von Anfang an das Spiel gekostet“, sagte Plochingens Co-Trainer Volker Haiser.

 

Ostfildern gibt von Beginn an den Ton an

Die Ostfilderner waren dagegen von Beginn an konzentriert und erspielten sich bereits durch die Tore von Matts Fischer sowie Daniel Maier bis zur 3. Minute einen Drei-Tore-Vorsprung. Dann kam Plochingen zwar durch Marvin Schmid zum 1:3-Anschluss, dem Spiel der HSG tat dies aber keinen Abbruch. „Die entscheidende Sache war die Art und Weise, wie wir verteidigt haben, die Abwehr war solide und Plochingen hat da von Beginn an wenig Lösungen gefunden. Wir haben dem TVP somit ziemlich schnell den Schneid abgekauft und sind dann ins Tempospiel gekommen“, erzählte HSG-Coach Marco Gaßmann. Nach 16 Minuten führten die Ostfilderner mit 10:2 und gingen mit einem Acht-Tore-Vorsprung in die Pause (16:8). „Da hat jeder in der Halle gespürt, dass unser Spiel funktioniert und die Kulisse hat dann für noch mehr Auftrieb gesorgt. Dazu kommt, dass wir einen Sebastian Arnold im Tor stehen hatten, der nicht nur die Bälle hält, die er halten muss, sondern auch die Siebenmeter parierte“, betonte Gaßmann. Zur Pause hätte die HSG sogar noch höher führen können, doch Plochingens Keeper Felix Maar zeigte einige gute Paraden. „Wir haben einfach gegen eine gute, aber nicht unschlagbare Ostfilderner Mannschaft wenig auf die Platte gebracht, was wir uns vorgenommen hatten“, monierte Plochingens Co-Trainer Haiser.

Ein „Kollektivversagen“ des TVP

Auch in der zweiten Hälfte folgte dasselbe Bild: Die Plochinger gaben sich zwar niemals auf, verspielten aber ihre Angriffe und wurden mit Tempogegenstößen regelmäßig bestraft. „Es war ein Kollektivversagen im Angriff, denn wir sind nicht ins Rollen gekommen. In der Abwehr haben wir es zumindest 45 Minuten lang ganz gut gemacht“, erzählte Haiser und ergänzte ernst: „Die Gegenstöße taten jedoch weh und wir haben zu viele Treffer aufs leere Tor kassiert. So darf und will man nicht auftreten.“ Bis zur 46. Minute erspielte sich die HSG eine Zehn-Tore-Führung (25:15), ließ danach nicht mehr viel anbrennen und gewann am Ende deutlich mit 36:25. Ostfilderns Maier avancierte dabei mit seinen acht Treffern zum Matchwinner. „Er war unglaublich effizient und wurde auch von uns zum Spieler der Partie gekürt“, sagte HSG-Trainer Gaßmann.

Die Abwehr als „Prunkstück“

Auch dem einige Minuten auf der Bank Platz nehmenden TVP-Coach Michael Stettner, der sonst 60 Minuten lang an der Seitenlinie entlang wandert, war die Enttäuschung sichtlich anzumerken. „Wir wollten nach der 25:37-Pleite gegen Bittenfeld II ein anderes Gesicht zeigen, aber das ist uns nicht gelungen. Kämpferisch kann man dem Team keinen Vorwurf machen, es haperte einfach im Angriff“, betonte Plochingens Co-Trainer Haiser. Demgegenüber feierte Ostfildern einen erfolgreichen Jahresabschluss, mit dem auch Coach Gaßmann zufrieden war: „Wir haben sehr viel gut gemacht in dieser Partie und unser Prunkstück war die Abwehr sowie ein überragender Torhüter. Es hätte nicht so deutlich werden müssen, aber das hatte wohl ein Stück weit damit zutun, dass Plochingen die Niederlage irgendwann akzeptiert hat.“

Aufstellungen und weitere Informationen

HSG Ostfildern:
Schlemmer, Arnold (1); Gehrung (2), Böhm (3), Soteras Merz (5), Späth, Lehmkühler (2), Piskureck (6), Fleisch, Scherbaum (1), Fischer (6/1), Aichele, Maier (8), Pollich (2).

TV Plochingen:
Maar, Krammer; Hägele (2), Bischoff (2), Stahl, Schütze (2), Hauff (1), Strohmeyer, Schmid (4), Leichs (3), Euchenhofer, Klingler (3), Mäußnest (3), Kopf, Bauer (5).

Schiedsrichter:
Yannik Krauss / Matthias Schwing (beide HSG Hanauerland).

Zuschauer:
800.

Zeitstrafen:
10:6 – zwei Mal zwei Minute für Fleisch (HSG Ostfildern), zwei Minuten für Fischer, Aichele, Pollich (HSG Ostfildern) und Hägele, Schütze, Bauer (TV Plochingen).

Beste Spieler:
Arnold, Maier, Fischer / Leichs, Maar.