Die Oberliga-Handballer des TSV Schmiden spielen gegen die zweite Vertretung der SG BBM Bietigheim in den finalen Minuten kopflos und verlieren mit 22:24 (11:11) – ein weiterer Rückschlag im Aufstiegsrennen.
Als die Handballer des TSV Schmiden sich gegen die zweite Vertretung der SG BBM Bietigheim in der 52. Spielminute einen 20:16-Vorsprung erarbeitet hatten, dachte der Co-Trainer Benjamin Koch, der Knoten sei geplatzt. Bis dato war dies ein ausgeglichenes Oberligaspiel, die Führung hatte hin und her gewechselt, sie betrug aber nie mehr als zwei Treffer. Demnach war dieser 20:16-Vorsprung am Samstagabend tatsächlich ein besonderer Moment. „Aber dann haben wir in der wichtigsten Phase des Spiels den Kopf verloren, haben in Überzahl vier technische Fehler gemacht, wie im Kindergarten“, sagte Richard Babjak, der Trainer des TSV Schmiden. Und so gaben die Gastgeber um den sechsfachen Torschützen Lasse Siebel dieses Spiel noch aus den Händen, unterlagen am Ende mit 22:24 – ein weiterer Rückschlag im Aufstiegsrennen, nachdem sie eine Woche zuvor beim SV Leonberg/Eltingen mit 32:39 verloren hatten.
Diese zwei jüngsten Niederlagen spiegeln sich auch in der Tabelle der Oberliga Württemberg wider: Die Schmidener Handballer sind auf den dritten Platz zurückgefallen, stehen jetzt hinter dem Ligaprimus TV Neuhausen/Erms und dessen ersten Verfolger SG Weinstadt, die beide ein Spiel weniger absolviert haben. Die ersten beiden Mannschaften steigen in die Regionalliga Baden-Württemberg auf und treffen dort unter anderen auf das Team des VfL Waiblingen um den Trainer Tim Baumgart, früher jahrelang in Schmiden aktiv, und zahlreiche weitere Akteure mit Schmidener Vergangenheit.
Trotz des erneuten Rückschlags ist die Situation für die TSV-Handballer noch nicht aussichtslos, denn nach der Osterpause (26. April) empfangen sie eben den Tabellenzweiten SG Weinstadt, der anschließend auch noch in heimischer Halle gegen den Verbund des TV Neuhausen/Erms spielen wird (1. Mai). „Ich bin über die finalen sechs Spielminuten sehr enttäuscht, wir haben eine große Chance aus der Hand gegeben. Jetzt müssen wir eben gegen die SG Weinstadt gewinnen“, sagte Richard Babjak. Der Coach weiß aber auch, dass seine Spieler dafür deutlich weniger technische Fehler machen und in der entscheidenden Phase des Spiels nicht den Kopf verlieren dürfen.
Noch ist also nicht sicher, in welcher Liga die Schmidener Handballer in der nächsten Saison spielen werden. Etwas weiter sind die Verantwortlichen um den Abteilungsleiter Sven Zeidler mit der Kaderplanung. In Jon Ehlers, Matthias Fischer, Jan Hellmann und Manuel Koch werden vier Spieler den Verein verlassen. Auch der Assistenztrainer Benjamin Koch hört auf. Sein Nachfolger wird der ehemalige Zweitliga-Akteur Patrick Rothe aus Oeffingen, der bis zur vergangenen Saison als Assistent von Tim Baumgart in Waiblingen fungierte und in seiner Spielerkarriere schon für den TSV Schmiden und den TV Oeffingen gespielt hatte. Außerdem wird Susanne Widmann-Klein als Athletikcoach ins Trainerteam kommen.
Als einziger Zugang für das Feld stand bislang Robin Paul vom Stadtnachbarn TV Oeffingen fest. Nun ist klar, dass auch Janis Weber künftig das Trikot des TSV Schmiden tragen wird. Er kommt vom TSV Bönnigheim, dem Tabellenführer der Verbandsliga (Staffel 1). Zudem ist Sven Zeidler gemeinsam mit seinem Team noch auf der Suche nach einem weiteren Rückraumspieler.
TSV Schmiden: Riegel, Scheiner – Siebel (6), König (4), Feirabend (3/3), Bühler (2), Pichler (2), Züfle (2), Ehlers (1), Lino Klein (1), Manuel Koch (1), Baur, Hellmann, Hirning.