Nach überstandenem Kreuzbandriss brennt Daniel Wanner auf seinen Einsatz beim Saisonstart der Handballer des SV Leonberg/Eltingen am Samstag gegen den TSV Deizisau.
Es kribbelt bei Daniel Wanner. An diesem Samstag (20 Uhr) steigen die Handballer des SV Leonberg/Eltingen mit einem Heimspiel gegen den TSV Deizisau in die Saison ein – und der Linksaußen wird nach einer langen Verletzungspause endlich sein langersehntes Pflichtspiel-Comeback feiern. „Die Vorbereitung ist gut gelaufen, ich bin wieder komplett fit, jetzt sind wir alle heiß darauf, dass es endlich losgeht“, beschreibt er seine Gefühlslage.
Auch für Luis Hönninger, der ebenfalls nach einem Kreuzbandriss gut ein Jahr pausieren musste, steht gegen Deizisau die Rückkehr aufs Spielfeld bevor. Daniel Wanner weiß noch genau, was sich am 7. September 2023 ereignet hat. „Wir haben gegen Herrenberg das vorletzte Testspiel absolviert“, erinnert er sich. „Mitten im Spiel ist es ohne Einwirkung eines Gegenspielers passiert: Ich bin einen Konter so gelaufen, wie ich das in meiner zwanzigjährigen Handball-Zeit bestimmt schon hunderttausend Mal gemacht habe. Doch nach dem Sprung bin ich komisch aufgekommen und wusste sofort, dass da etwas kaputtgegangen ist.“
Die erschütternde Diagnose Kreuzbandriss und eine Genesungszeit von acht bis zehn Monaten standen im Raum. Und plötzlich war Daniel Wanner, der beruflich als Physiotherapeut tätig ist, selbst Patient. Doch das sollte sich durchweg positiv auswirken. „Da ich selbst Physiotherapeut bin, wusste ich haargenau, was auf mich zukommt“, schildert der Leonberger. „Und ich wusste auch, wie ich damit umgehen muss.“
Es gebe unterschiedliche Arten von Schmerzen bei Belastungen. Und die weiß Wanner als Physiotherapeut gut einzuschätzen. „Manche Schmerzen sind ok und ganz natürlich. Dabei handelt es sich um solche, die durch Belastungen entstehen, die der Körper noch nicht kennt, wo man erst mal sich dran gewöhnen muss. Es gibt aber auch einen Schmerz, der mir Warnung gibt und vermittelt, dass ich langsamer machen oder die Übung weglassen soll. Ich glaube, das kann ich besser einschätzen als jemand, dem die Vorbildung und Erfahrung fehlt.“
Der Wille, schnell fit zu werden
Nachdem die Schwellung im Knie sich zurückgebildet und die Operation erfolgreich verlaufen war, ließ Wanner keine Zeit verstreichen. „In der Woche nach der OP hatte ich noch ganz schön Schmerzen“, schildert er. „Ab der zweiten Woche ging es dann.“ Es begann eine intensive Reha-Phase, in der der Handballer mit eiserner Disziplin seinen Genesungsprozess vorantrieb. Ab der zweiten Woche nach der OP bis einschließlich Monat sieben absolvierte er zweimal wöchentlich für eineinhalb bis zwei Stunden ein spezielles Krafttraining am beeinträchtigten Knie. Zusätzlich unterzog er sich drei physiotherapeutischen Behandlungen in der Woche.
Denn er verfolgte ein großes Ziel. „Ich wollte unbedingt zum Start der Vorbereitung zu 100 und nicht nur zu 90 Prozent fit zu sein. Denn es war mir wichtig, noch vor der neuen Saison die Gewissheit zu haben, dass das Knie den Belastungen standhält“, erzählt er von seinem ambitionierten Plan.
Nach nur sechs Monaten wieder bereit
Tatsächlich bewältigte der Leonberger, alle physiotherapeutischen Tests nach nur sechs Monaten. Auch den obligatorischen „Return-to-Sport-Test“, dem sich Sportler unterziehen müssen, bestand er auf Anhieb. Statt der anberaumten acht bis zehn Monate Zwangspause konnte Daniel Wanner schon nach sechs Monaten wieder ins Training einsteigen und zumindest individuell am Ball arbeiten.
„Dafür habe ich aber auch wirklich enorm geschuftet“, blickt der Handballer auf die mühsamen Monate in der Reha zurück. „Wenn man schon so eine schwere Verletzung erleiden muss, dann war das eigentlich der beste Zeitpunkt dafür.“ Denn die Vorbereitung der Handballer des SV Leonberg/Eltingen konnte Wanner ohne Probleme absolvieren. „Der Daniel ist wieder voll dabei, man merkt ihm die lange Verletzungszeit gar nicht an“, betont Trainer Oliver Cicione.
Eine einzige Einschränkung gibt es noch. „Ich kann nicht mit dem Team auf Asphalt joggen. Das macht das Knie nicht mit. Währenddessen mache ich mich in der Halle warm“, sagt er und hofft, dass sich das mit der Zeit noch stabilisiert, „ich will ja auch, wenn ich mal nicht mehr Handball spiele, im Alltag nicht eingeschränkt sein.“ Das Gefühl ist gut, die Motivation riesig. Daniel Wanner ist bereit zum Comeback. Fehlen nur noch ein Tor und ein Sieg über Deizisau.