Das hätte nicht sein müssen. Die Oberliga-Handballer der SG H2Ku Herrenberg hätten ihrem Erfolg der Vorwoche einen weiteren folgen lassen können. Dass es nicht klappte, war hausgemacht.
Sie haben gekämpft bis zum Umfallen. Sie haben auch über weite Strecken gut gespielt. Dennoch standen die Oberliga-Handballer der SG H2Ku Herrenberg beim 28:33 gegen die SG Kenzingen/Herbolzheim mit leeren Händen da. Die Punkte wären dabei gar nicht so weit weg gewesen.
Schon vor dem Anpfiff in der Sporthalle Haslach wurde die Aufgabe durch die Ausfälle von Kenneth Stiegen, Oliver Sudar und Lennart Lohrer deutlich erschwert. Drei halblinke Rückraumspieler zu ersetzen, bedeutete für Coach Tim Gauß praktisch, mit extrem wenigen Gestaltungsmöglichkeiten im Angriff agieren zu müssen.
Aus einem 2:4 macht die SG H2Ku Herrenberg ein 8:4
Bemerkbar machte sich das zunächst aber nicht, weil der Alleinunterhalter auf dieser Position, Paul Lewe, nur so vor Energie sprühte. So war es auch kein großes Problem, dass es anfangs 2:4 stand. Wie schon in der Vorwoche beim Heimsieg gegen Ettlingen erwies sich das eher als Weckruf für die Hausherren, die mit sechs Treffern in Folge auf 8:4 enteilten.
Sowohl im Angriff als auch in der Abwehr saßen die wichtigen Aktionen. Zudem konnten die Kreise von Oliver Bührer, dem besten Goalgetter dieser Klasse, zumindest eingeengt werden. Dennoch schmolz das Polster bis zur Pause, sogar das 13:14 mussten die Gastgeber verkraften. „Schade, dass wir den Vorsprung nicht halten konnten“, ordnete Gauß zum Kabinengang ein.
Bei der SG H2Ku Herrenberg gibt es einen Torhüterwechsel
Nach dem Seitenwechsel rückte dann ein überzeugender David Herz für einen zuvor kaum schwächeren Nico Sauer zwischen die Pfosten. Gerade seine Paraden verhalfen dem Gäuklub, im Spiel zu bleiben. Allerdings musste auch die Abwehr davor durch das oftmalige Sieben-gegen-Sechs der Gäste Schwerstarbeit verrichten. Insgesamt aber war die künstliche Überzahl des Kontrahenten aber nicht entscheidend für den Ausgang.
Denn trotz vieler vergebener Möglichkeiten kämpften sich die Einheimischen trotz zurück. Aber: Die wichtigen Dinger machten sie eben nicht. Jedes Mal, wenn eine Führung winkte, schlug der Rivale eiskalt zu. Nach dem 24:24 sogar zweimal innerhalb von vier Sekunden nach einem Fehlpass der Hausherren beim Anwurf.
SG H2Ku Herrenberg verpasst Anschluss an die SG Kenzingen/Herbolzheim
Bis zum 28:28 blieb es extrem spannend. Erst als der Anschluss zum 29:30 nicht gelingen wollte und stattdessen das 28:31 fiel, war der Drops gelutscht. „Uns hat leider in einigen Situationen die Kaltschnäuzigkeit gefehlt. Das ist besonders schade, weil wir heute durchaus hätten gewinnen können“, haderte ein enttäuschter Tim Gauß.
SG H2Ku Herrenberg: Herz (1), Sauer; Kohler, Kälbly (4/davon 2 Siebenmeter), Werner (1), Broß, Böhm (2), Fischer (1), Frommer (1), Jacobs, Krebs (3), Wittke (7/4), Lewe (6), Dannenberg (2).