Nun beträgt der Rückstand aufs rettende Ufer der Handball-Oberliga der Männer schon vier Punkte. Warum geht die SG H2Ku Herrenberg dennoch mit gutem Gefühl aus der jüngsten Niederlage?
Dass die Aufgabe beim Tabellenzweiten HTV Meißenheim im Vorfeld als fast unlösbar erschien, hat die Oberliga-Handballer der SG H2Ku Herrenberg nicht davon abgehalten, eines ihrer besten Auswärtsspiele abzuliefern. Dennoch brachte das 36:39 wie erwartet keinen Punktezuwachs, aber immerhin neuen Optimismus.
„Mit solch einer Leistung hätten wir wohl gegen fast jede andere Mannschaft gewonnen.“ Die Worte von Tim Gauß sagten eigentlich alles. Der Trainer konnte mit Genugtuung konstatieren, dass seine Schützlinge einen komplett anderen Auftritt hinlegten als bei der enttäuschenden Auswärtsniederlage eine Woche zuvor.
Nach frühem Rückstand sieht es für SG H2Ku Herrenberg nicht gut aus
Dabei sah es beim schnellen 1:6-Rückstand alles andere als rosig aus. Ein erwartbares Szenario deutete sich früh an. „Wir sind gar nicht reingekommen“, erkannte auch Gauß. Doch unmittelbar danach zeigte sich, welch positive Wirkung die Rückkehr von Oliver Sudar und Moritz Werner haben sollte.
Auch dank Sudars Dreierpack leuchtete nach einer Viertelstunde ein 8:8 von der Anzeigetafel. Es war zwar ein überraschendes Ergebnis, aus der Ruhe bringen ließ sich der favorisierte Gastgeber dennoch nicht. Kurze Zeit später waren beim 8:11 aus Sicht des Gäuklubs die Fronten wieder einigermaßen geklärt. Zumindest konnte dieser den Rückstand bis zum 14:17-Pausenresultat in diesem Rahmen halten.
SG H2Ku Herrenberg und HTV Meißenheim spielen mit offenem Visier
Nach dem gleichen Muster ging es auch im zweiten Durchgang weiter – mit einem kleinen Unterschied. Die Visiere wurden nun endgültig hochgeklappt, beide Offensivreihen zündeten ein wahres Feuerwerk ab. Die abstiegsgefährdeten Gäste agierten hier tatsächlich auf Augenhöhe, blieben allerdings stets im Hintertreffen.
Beim 27:30 eine Viertelstunde vor dem Ende war trotzdem noch nichts entschieden. Besiegelt wurde die Niederlage der Herrenberger erst in der Schlussphase. Klar war, dass sie nach dem 30:35 volles Risiko gehen mussten. Eine doppelte Manndeckung gegen die überragenden Meißenheimer Alexander Velz und Dustin Ammel sollte die Wende bringen. Eine unnötige Zeitstrafe für Luca Kälbly machte diesen Plan aber schnell zunichte.
Rückstand der SG H2Ku Herrenberg aufs rettende Ufer wächst an
Dennoch trat die SG H2Ku nach dem 36:39 die Heimreise mit einem guten Gefühl an. Allerdings ist der Rückstand aufs rettende Ufer auf vier Zähler angestiegen. So bekommt das nun anstehende Derby beim SV Leonberg/Eltingen fast schon einen vorentscheidenden Anstrich.
SG H2Ku Herrenberg: Herz, Sauer; Kälbly (6), Werner (5), Lohrer (1), Bross (1), Böhm, Sudar (7), Fischer (1), Frommer, Jacobs, Krebs (2), Wittke (9/davon 5 Siebenmeter), Lewe (1), Dannenberg (3).