Alexander Stammhammer lässt sich auch in dieser Szene nicht aufhalten. Foto: Michael Treutner

Die SG Hegensberg/Liebersbronn begeistert im „Bonusspiel“ und feiert einen hochverdienten 36:28-Sieg gegen den Zweiten SG BBM Bietigheim II.

Als Heli-Spieler Lukas Wester-Ebbinghaus gut zwei Minuten vor dem Spielende den Ball zum 34:27 im Bietigheimer Gehäuse unterbrachte, kannte der Jubel auf der Bank der Berghandballer keine Grenzen. Coach Veit Wager klatsche alle Spieler ab – spätestens da war der Deckel auf der Partie drauf. Am Ende wurde es sogar ein Acht-Tore-Erfolg: Mit 36:28 (18:16) und hochverdient gewann die SG Hegensberg/Liebersbronn das Spitzenspiel der Handball-Oberliga gegen die SG BBM Bietigheim II.

 

Im Vorfeld der Partie war bei der SG Heli immer wieder das Wort „Bonusspiel“ zu hören. Zu diesem Highlight zum Jahresabschluss trat der formstarke Tabellenzweite aus Bietigheim, der nach den vergangenen sechs Spielen als Sieger vom Feld gegangen war, bei Dritten in der Sporthalle an der Römerstraße an. Deshalb war von einem schweren Spiel für die SG Heli auszugehen, auch wenn die Berghandballer als Aufsteiger ebenfalls eine starke Saison spielen.

Sieben Treffer in Serie

Die ersten Minuten der Partie verliefen sehr ausgeglichen, keiner der Mannschaften gelang es, einen Vorsprung rauszuholen. Durch einen 4:0-Lauf von Hegensberg/Liebersbronn setzte sich erstmals ein Team etwas ab: 9:6 (14. Minute) – und das in Unterzahl. Durch einen weiteren 4:0-Lauf wuchs der Vorsprung zwischenzeitlich sogar auf sechs Treffer an (14:8), doch bis zur Pause kämpften sich die Bietigheimer wieder auf 16:18 heran. Den besseren Start in den zweiten Spielabschnitt erwischten direkt wieder die Berghandballer. Lange lagen sie mit vier Treffern in Führung, ehe die Bietigheimer Mitte der zweiten Hälfte erstmals seit langem wieder bis auf ein Tor herankamen (25:26, 45. Minute). Dies war der Moment, als das Spiel durchaus hätte kippen können. Doch die Spieler der SG Heli kämpften um jeden Ball und durch eine starke Abwehr- sowie Torhüterleistung brachten sie die Angreifer der Gäste in dieser Phase ein ums andere Mal zum Verzweifeln. Mehr als zehn Minuten gelang es Bietigheim nicht, ein Tor zu erzielen und so zog Hegensberg/Liebersbronn mit sieben Treffern in Serie uneinholbar auf 35:27 (59. Minute) davon. Am Ende hieß es 36:28. Der Rest war nur noch kollektiver Jubel.

Heli-Trainer Veit Wager war deshalb auch noch einige Zeit nach dem Spiel voller Emotionen: „Krasses Spiel, geile Nummer. Ein Sieg vor allem in dieser Höhe war nicht zu erwarten.“ Wager hatte wie die gut 250 Zuschauer ein packendes und intensives Handballspiel mit viel Tempo, guten Zweikämpfen und starken Schützen beider Mannschaften gesehen. „Für einen Freitagabend kann man sich ein schlechteres Programm vorstellen, als hier zu sitzen“, schob der Coach verschmitzt hinterher. Und: „Ich bin von vorne bis hinten stolz auf die Mannschaft, sie hat nach der anstrengenden Vorrunde nochmals die letzten Körner rausgeholt.“

Bietigheims Trainer Christian Heuberger erkannte die Niederlage seines Teams an: „Es war ein verdienter Sieg für Heli, vor allem wenn man die letzte Viertelstunde betrachtet, in der wir gefühlt kein Tor mehr erzielt haben. Obwohl wir wussten, was auf uns zukommt, haben wir es vor allem in der Abwehr nicht gut gemacht.“ Trotzdem ist der Coach mit dem Abschneiden seines Teams in der Hinrunde zufrieden.

Mehr als zufrieden ist auch Wager: „Dass wir als Aufsteiger so eine erfolgreiche Hinrunde spielen, daheim zudem noch ungeschlagen sind, ist extrem gut. Wir sind voll in der Liga angekommen, die Mannschaft arbeitet unglaublich fokussiert und ernst. Die Punkteausbeute liegt deutlich über dem Soll, das war so nicht zu erwarten.“ Wager will mit seinem Team im neuen Jahr voller Selbstbewusstsein an die Leistungen der Hinrunde anknüpfen, wobei als erste Standortbestimmung dann der EZ-Pokal Anfang 2026 dient.

SG Hegensberg/Liebersbronn: Blum, Hummel; Schatz (2), Fischer, Gertz, Heetel (8/2), Habermeier, Max Hettich, Wester-Ebbinghaus (7), Stammhammer (8), Hahnloser (9), Moritz Hettich (1), Fausten, Herda (1), Schieche.

SG BBM Bietigheim II: Reich, Stuible; Bader (11/2), Murai, Zoller, Tontsch (5), Weber, Herter (2), Jeannel, Tuka (2), Jonas Weller, Felix Weller (1), Jander (3), Boschen (4).

Schiedsrichter: David Stäbler / Tobias Straub (Bernhausen).

Zuschauer: 250.

Zeitstrafen: 10:2 – zwei Mal zwei Minuten für Hahnloser, Schieche (Hegensberg/Liebersbronn), zwei Minuten für Schatz (Hegensberg/Liebersbronn), Murai (Bietigheim).

Rote Karten: – / Boschen (26.), Herter (46.).

Beste Spieler: alle / Bader, Tontsch.