Lena Zeller (am Ball) und die BöSis zogen dem Gegner erst in der Schlussphase den Zahn. Foto: Marco Iker

Die Oberliga-Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen zeigen gegen den TV Gerhausen keine Glanzleistung, verabschieden sich aber dennoch mit einem Sieg in die Winterpause.

Die Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen haben sich auf dem zweiten Tabellenplatz der Oberliga eingenistet. Gegen den TV Gerhausen können sie einen Ausrutscher in der Schlussphase gerade noch abwenden und setzen sich dank einer Leistungssteigerung mit 24:18 durch. „Am Ende zählt, dass wir die Punkte geholt haben“, sagte Trainer Mischa Herok.

 

Doch vor allem in der ersten Halbzeit ärgerte er sich nahezu durchgehend an der Seitenlinie. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir zu Hause mit mehr Selbstbewusstsein auftreten“, erklärte er. Seine Schützlinge seien gut, meinte er – doch davon war vor vollem Haus in der Murkenbachhalle gegen einen dezimierten Gegner phasenweise nur wenig zu sehen.

Die Gäste hatten es im Angriff nicht eilig. „Davon haben wir uns wie befürchtet ein bisschen einlullen lassen. Wir waren zu abwartend“,analysierte Herok. Die BöSis taten sich sehr schwer damit Druck aufzubauen, fingen sich so auch das eine oder andere Gurkentor ein. Dadurch fiel es ihnen auch nicht leicht, offensiv ins Tempo zu kommen. Zwischen dem ersten Treffer von Lena Münch und dem zweiten von Lea Matziol vergingen mehr als fünf Minuten. Auch bis zum Pausenstand von 11:10 blieb die Ausbeute auf beiden Seiten überschaubar.

Daran änderte sich auch in der zweiten Hälfte zunächst wenig. Bei den Gastgeberinnen fanden nicht einmal die Hälfte aller Würfe den Weg ins Ziel – und das, obwohl beim Kontrahenten die starke Keeperin Alexandra Meisl nicht zwischen den Pfosten stand. Doch auch ihre Vertreterin machte einen guten Job. Dazu kamen etliche Fahrkarten und auch ein bisschen Alu-Pech bei den Gastgeberinnen. „Insgesamt hatten wir unheimliche 27 Fehlversuche“, haderte Herok. „Mit so einer Quote gewinnst du normalerweise nicht.“ Da hat es auch nicht geholfen, dass mit Sophie Hilf eine wichtige Offensivspielerin krank passen musste.

Dass es am Ende doch mit einem Sieg klappte, lag an der individuellen Klasse und dem breiten Kader. Während Herok immer wieder Qualität von der Bank bringen konnte, hatte sein Gegenüber nur drei Wechseloptionen mitgebracht. Als die Hausherrinnen in der Schlussviertelstunde dann das Tempo erhöhten, gingen beim Rivalen die Kräfte allmählich aus. Mit einem 5:0-Lauf sorgten Janina Schandl, Svenja und Pauline Hille sowie Mascha Heiser für das 20:15 und damit erstmals einen komfortablen Vorsprung. Damit war der Zahn gezogen.

„Das war noch einmal unheimlich schwierig“, fasste Herok zusammen. „Jetzt haben wir jedoch sechs Wochen Zeit, um die nächsten Schritte zu gehen.“ Bereits am 29. Dezember bittet er seine Schützlinge wieder zum Training, da in der ersten Januarwoche ein Vorbereitungsturnier geplant ist.

HSG Böblingen/Sindelfingen: Hagenlocher, Kilper, Golasch, S. Hille (4), Mayer, Heiser (5), Terbeck, Baker, Münch (3), P. Hille (4), Stauder, Zeller (2/davon 1 Siebenmeter), Schandl (4), Matziol (2).