Mit einem Doppelschlag zum zwischenzeitlichen 32:18 sorgte Sina Venth (li.) für den höchsten Vorsprung der Kuties in der gesamten Partie. Foto: Eibner/Andreas Ulmer

Wer soll die SG H2Ku Herrenberg aufhalten? In der aktuellen Form dürfte alles auf den Titel in der Handball-Oberliga der Frauen herauslaufen. Auch wenn der Trainer noch Kritikpunkte hat.

Wenn ein Sieg mit elf Toren Unterschied fast schon als standesgemäß daherkommt, stellt das schon ein gewisses Qualitätsmerkmal dar. Treffender kann man aber die derzeitigen Auftritte der Oberliga-Handballerinnen von der SG H2Ku Herrenberg kaum bezeichnen. Das 33:22 gegen den VfL Pfullingen war der mittlerweile vierte Erfolg in Serie mit mehr als zehn Toren Vorsprung.

 

Noch vor der Partie hatte Trainer Heiko Fleisch vor den Gegnerinnen eindringlich gewarnt. Das hätte er eigentlich gar nicht tun müssen, denn seine Spielerinnen hatten ja im Hinspiel beim nur denkbar knappen Sieg die Stärke des Kontrahenten kennengelernt.

VfL Pfullingen hält nur 40 Minuten lang mit SG H2Ku Herrenberg mit

Dass seine Mahnungen letztlich nur über etwa vierzig Minuten berechtigt waren, gehörte zu den Aspekten, die Heiko Fleisch gerne zur Kenntnis nahm. Als perfektionistisch veranlagt bohrte er aber dennoch nach dem Schlusspfiff etwas nach: „Ich hätte mir im Angriff etwas mehr Biss und Wille gewünscht.“

Allerdings dürfte diese Kritik nur für die erste Hälfte gegolten haben. Denn bis zum 8:8 war es wahrlich kein Leckerbissen, der den knapp 300 Zuschauern serviert wurde. Vor dem Seitenwechsel legten die Gastgeberinnen allerdings noch einmal einen Zwischenspurt mit vier Treffern in Folge hin. Ein vermeidbarer Gegentreffer mit dem Pausenpfiff sorgte für das 12:9.

Irgendwann spielten dann nur noch die Kuties, und der Gegner war überfordert. Foto: Eibner/Marcel von Fehrn

SG H2Ku Herrenberg zeigt nach der Pause ein anderes Gesicht

Wie schon in der Vorwoche zeigten die Kuties nach dem Wiederanpfiff ein anderes Gesicht. Weitaus zielstrebiger trugen sie ihre Angriffe nun vor. Die Folge war eine weit höhere Trefferquote. Zunächst konnten sie sich nicht wirklich absetzen, das Polster blieb bis zum 19:16 überschaubar. Eine Bude von Ayline Cetin war aber das letzte ernst zu nehmende sportliche Lebenszeichen der Gäste.

Von nun an spielte nur noch der Gäuklub. Immer wieder war der Tabellenführer über die erste und zweite Welle erfolgreich, zudem waren Sina Venth und Sofia Brand aus dem Rückraum in ihrem Tatendrang kaum zu stoppen. Nur zehn Zeigerumdrehungen dauerte es, bis ein 30:17 von der Anzeigetafel leuchtete. Mit einem Doppelschlag erhöhte Sina Venth gar auf 32:18. Dem inzwischen kräftemäßig überforderten Kontrahenten blieb am Ende nur noch ein wenig Ergebniskosmetik.

Verfolger der SG H2Ku Herrenberg lassen bis auf einen Federn

Spätestens beim Blick auf die restlichen Ergebnisse des Abends war auch Heiko Fleisch wieder hochzufrieden, denn bis auf den TSV Denkendorf ließen alle Verfolger Federn. Und ganz am Ende sickerte es auch beim Coach immer mehr durch: „Hey, wir haben gerade den Tabellensiebten mit elf Toren Unterschied besiegt.“

SG H2Ku Herrenberg: Harm (1), Göhlich, Istrati; Schoeneberg (6/davon 3 Siebenmeter), Schäberle, Kappus (2/1), Stäudle (3), Kußmaul (4), Schmidt (4), Seidel, Schweizer, Venth (7), Brand (6), Schröder, Lide.