Ganz kurz konnten die Handball-Fans des TSV Köngen an eine Überraschung glauben. Doch dann drehten die Oberliga-Spitzenreiterinnen von der SG H2Ku Herrenberg auswärts auf wie gewohnt.
Mit einem wieder mal mehr als deutlichen 38:23 beim TSV Köngen haben die Oberliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg ihre Tabellenführung souverän verteidigt. Gegen den Drittletzten im Klassement hatten sie allerdings vor allem im ersten Durchgang noch viel Widerstand zu überwinden.
Wenn ein Trainer nach einem Sieg mit 15 Toren Differenz dennoch nicht ganz zufrieden ist, hat dies zumeist gute Gründe. Genau so war es auch bei Heiko Fleisch, der bei seinen Kuties nicht nur Positives fand. Der Grund für den einen oder anderen Kritikpunkt lässt sich am besten am 15:13-Pausenstand ablesen.
SG H2Ku Herrenberg agiert bei TSV Köngen nicht so souverän wie sonst
Denn in Hälfte eins agierte der Spitzenreiter so gar nicht nach dem Geschmack des Übungsleiters. Nach einer Viertelstunde sah es bei einem 5:7-Rückstand sogar nach einer faustdicken Überraschung aus. Die Einheimischen hatten den Gäste-Angriff bis dahin gut im Griff.
Einerseits zeigte die kurze Deckung für Rückraumakteurin Sofia Brand Wirkung, andererseits vergaben deren Kolleginnen einfach zu viele Chancen. „Mit dem krankheitsbedingten Ausfall von Nadine Schäberle und Saskia Schmidt hatten wir zudem zu kämpfen“, warb Fleisch trotz der unkonzentrierten Leistung bis dahin um Verständnis.
Kuties-Trainer Heiko Fleisch findet die richtigen Worte
In der Kabine dürfte er dann durchaus die richtigen Worte gefunden haben. Denn seine Schützlinge starteten wie die Feuerwehr in die zweiten Halbzeit. Nicht einmal fünf Minuten dauerte es, bis sie auf sieben Tore Vorsprung enteilt waren. Das war praktisch bereits zu diesem frühen Zeitpunkt die Entscheidung in einem Duell, das nun immer einseitiger wurde.
Als Sina Venth eine Viertelstunde vor dem Ende beim 28:18 das ersten 10-Tore-Polster herauswarf, ging es für die Gastgeberinnen praktisch nur noch um Schadensbegrenzung. Allerdings hatte der Gäuklub nun sichtlich Freude an der Partie gefunden. Ohne dass der Übungsleiter von außen noch entscheidend eingreifen musste, ließ seine Truppe weiterhin nicht locker und netzte von fast allen Positionen ein.
Trainer der Frauen von SG H2Ku Herrenberg kann erste Hälfte verschmerzen
Das 38:23 war auch in dieser Höhe völlig verdient. „Natürlich bin ich unter dem Strich sehr zufrieden“, konnte ein lächelnder Heiko Fleisch den anfänglich stotternden Motor seiner Mannschaft leicht verschmerzen.
SG H2Ku Herrenberg: Harm, Göhlich, Istrati; Schoeneberg (9/davon 4 Siebenmeter), Kappus (3), Stäudle (4), Kußmaul (8), Seidel, Schweizer (2), Venth (4), Brand (5), Schröder, Lide (3).