Oberligist SV Leonberg-Eltingen schlägt SG Heidelsheim/Helmsheim in rasantem Spiel mit 38:34 und kann nicht mehr absteigen. Für Trainer Markus Stotz war es kein Arbeitssieg.
Der Jubel über einen Heimsieg fiel bei den Handballern des SV Leonberg/Eltingen am Samstagabend ein klein wenig überschwänglicher aus als sonst: Mit dem 38:34(16:15)-Erfolg über die SG Heidelsheim/Helmsheim steht der Verbleib in der Oberliga endgültig und unumstößlich fest. „Das Ergebnis sieht klarer aus als das Spiel war“, sagte Abteilungs-Vize Matthias Groß, „Hauptsache gewonnen und Klassenerhalt.“
Bei drei ausstehenden Saisonpartien steht der SV mit 22:24 Zählern auf Platz acht und rangiert sieben Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz, auf dem TuS Altenheim klebt. „Mit diesem Sieg sind wir durch“, freute sich Kapitän Christoph Hönig, „wir haben uns vor dem Spiel gesagt: Wir wollen unbedingt gewinnen – jeder hat sich mit allem ins Zeug gelegt und richtig Vollgas gegeben.“
Beide Teams gehen an ihre Grenzen
Manch einer der 222 Zuschauer sprach hernach von einem Arbeitssieg, Markus Stotz hat dafür eine andere Definition. Ein Arbeitssieg ist für den SV-Trainer ein Erfolg, der sukzessive erarbeitet wird, ohne dass es Rückschläge gibt. Doch die gab es für die Gastgeber während der 60 Minuten immer wieder, weshalb Stotz den schwer erkämpften Triumph über die Gäste einstufte als „Sieg des Willens“. „Beide Mannschaften sind an ihre Grenzen gegangen“, dozierte der 59 Jahre alte Coach, „aber bei uns war der Wille vorhanden, den einen Schritt mehr zu tun. Wir hatten mehr Wille und mehr Biss.“
Nach einem Auftakt, der mit Bilderbuch-Start fast untertrieben ist, führten die Gastgeber nach knapp elf Minuten mit 7:2 und so mancher SV-Sympathisant saß entspannt auf der Tribüne wie andere in einem Straßencafé am Gardasee – doch dann fanden die Gäste aus der Region Bruchsal doch noch den Zugang zum Spiel, bei den Gastgebern nahm die Fehlerquote zu. Bis zur Pause pirschte sich die SG auf 15:16 heran.
Nach der Pause drohte die Partie auf die Seite der SG Heidelsheim/Helmsheim zu kippen, die bis Minute 45 immer wieder ein Tor vorn lag. Stotz ließ mit der 4-2-Deckung agieren und mit zwei Spielern am Kreis angreifen, die taktischen Kniffe überraschten die Gäste, die sich damit schwer taten – als es 31:30 stand (53.) griffen die Leonberger stets mit sieben Feldspielern an und nahmen den Torhüter vom Feld. „In den letzten zehn Minuten war die Fehlerquote der SG hoch“, betonte Markus Stotz, „aber man braucht auch die passenden Spieler im Team, um solche Maßnahmen umsetzen zu können.“
Starke Rückrunde unter Trainer Stotz
Der SV baute die Führung aus, mit dem 36:33 von Daniel Wanner (58:20 Minuten) war die Partie entschieden. Für Markus Stotz, der das Traineramt nach der Saison an Ladislav Goga abgibt, hat sich die lange verkorkste Saison unter seiner Ägide zum Guten gewandt. Stotz hatte im Dezember übernommen und in der Rückrunde bislang zwölf Punkte gesammelt, nachdem es in der Vorrunde lediglich zehn waren. „Jetzt können wir befreit aufspielen mit dem Klassenverbleib im Rücken“, sagte der 59-Jährige. SV Leonberg/Eltingen: Schneider, Denk; Wiederhöft (10/3), Salathe (8), Oral (7), Wanner (5), Hönig (4), Klatte (2), Bolkart (1), Schreiner (1), Hönninger, Kost, Kutzner, Laib, Rentschler