Die Hauptrunde des Reichsstadtpokals lockte am Samstag laut dem Organisator weit mehr als 1000 Zuschauer auf den Esslinger Marktplatz. Foto: Horst Rudel

Zum 52. Mal treffen sich Amateure und Profis zum dreitägigen Handballspektakel. Beim Esslinger Marktplatzturnier spielen Schüler, Frauen, Herren und Lokalmatadoren vor historischer Kulisse.

Esslingen - Über das ein oder andere blaue Sonnenschirmchen mehr hätten sich die zahlreichen Besucher auf dem Esslinger Marktplatz bestimmt gefreut. Denn am Samstagmittag schien die Sonne unerbittlich auf die Protagonisten und Zuschauer des 52. Esslinger Marktplatzturniers, das weit über die Region hinaus als Handballereignis berühmt ist.

Entgegen der Handballprofis auf dem Platz, konnten die mehr als 1000 Besucher ihre Körpertemperatur mit einem kühlen Getränk in Schach halten. Andere genossen die heiße Rote oder Pommes. Oft mit der ganzen Familie. Denn das traditionsreiche Esslinger Marktplatzturnier ist mehr als nur ein Sportereignis. Seinesgleichen suche man nicht nur in Deutschland, schätzt der Mitorganisator Axel Schönhaar. „Es ist wohl auch in Europa einmalig“, sagt der Mann von „Team Esslingen“, der Handballspielgemeinschaft der Esslinger Traditionsvereine, die das Turnier Jahr für Jahr auf die Beine stellen. Er selbst sei zwar auch schon in Italien bei Freiluftturnieren dabei gewesen, „aber in dieser Kategorie gibt es so etwas woanders nicht“, sagt Schönhaar. Mit Kategorie meint er sowohl die historische Kulisse der Stadt, als auch die Qualität der gebotenen Spiele.

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Die gab es bereits am Freitagabend zu sehen, denn da fand die Vorrunde des Reichsstadtpokals statt. Und die bot auch gleich eine kleine Überraschung, denn einer der Favoriten und der Sieger des vergangenen Jahres, Frisch Auf Göppingen, verlor gegen den TBV Lemgo mit 26 zu 32. Damit war die Chance auf den erneuten Reichsstadtpokalsieg verspielt. Zwar eröffneten die Göppinger die samstägliche Hauptrunde mit einem deutlichen 28:18 Sieg gegen die österreichischen Fivers WAT aus Margareten und gewannen auch gegen den TVB Stuttgart, doch am Ende reichte es lediglich für den vierten Platz. Das Finale trugen die Bundesligisten des TBV Lemgo und die Berliner Füchse untereinander aus. Letztere entschieden die finale Partie mit 22:19 für sich und holten den Reichsstadtpokal in die Hauptstadt.

Doch beim Marktplatzturnier dreht sich nicht alles um die Bundesliga-Stars. Laut Axel Schönhaar ist es auch deswegen so beliebt und gut besucht, weil es vor allem ein Treffen der lokalen Handball-Szene sei. So seien jedes Jahr am Sonntag, wenn die Lokalmatadoren um den Hans-Metz-Pokal spielen, ebenfalls bis zu 1500 Besucher üblich. „Jede regionale Mannschaft bringt ihre Fans mit. Das ist ähnlich attraktiv“, betonte er.

Und so kämpften von 11 Uhr an acht Vereine aus dem Esslinger Landkreis um den Hans-Metz-Pokal. Bei deutlich angenehmeren Temperaturen und einem meist wolkenverhangenen Himmel ging es auf dem Feld dennoch heiß her. Axel Schönhaar kann nach stressigen Tagen nur kurz verschnaufen. „Ist das Turnier zu Ende, beginnen auch schon wieder die Vorbereitungen für das kommende Jahr“, sagte er. Wie seine Mitstreiter, macht auch er den Job als Ehrenamter, auch wenn es bei der Sponsoren und Mannschaftssuche doch professionell zugehen muss.

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