Als Kreisläufer immer mittendrin im Getümmel: Balingens Wolfgang Strobel Foto: picture alliance

Seit dem Aufstieg des HBW Balingen-Weilstetten in die Handball-Bundesliga hat sich Frisch Auf Göppingen mit dem Rivalen von der Zollernalb heiße Duelle geliefert. Stets mittendrin: Wolfgang Strobel und Christian Schöne. Das Derby an diesem Sonntag (17.15 Uhr) in der EWS-Arena ist für beide ein besonderes.

Stuttgart - Wolfgang Strobel: Er ist Kreisläufer und Abwehrchef. Damit steckt er naturgemäß mittendrin im Getümmel. Hart geht es auf diesen zentralen Positionen im Handball zu, bisweilen auch knüppelhart. Gerade in den Derbys. „Das sind immer besondere Spiele: hitzig, emotionsgeladen, Adrenalin pur“, erinnert sich der Kapitän des HBW Balingen-Weilstetten. Meistens waren es enge Spiele – und ein Duell wird er garantiert nicht vergessen: Sein erstes Bundesligaspiel nach dem Aufstieg 2006 war ein Derby – es ging in Göppingen mit 31:35 verloren. Inzwischen ist viel passiert. Die Trainer-Reizfiguren Rolf Brack und Velimir Petkovic haben sich verabschiedet. Auch die bei den Frisch-Auf-Fans wegen ihrer oft rustikalen Spielweise wenig gelittenen Frank Ettwein und Daniel Sauer sind nicht mehr am Ball. Und am Saisonende geht dann auch Wolfgang Strobel.

Aber er geht nicht ganz: Er wechselt ins Management des HBW. Er wird Nachfolger von Geschäftsführer Bernd Karrer und sportlicher Leiter in Personalunion. Dieser Weg war schon lange vorgezeichnet – spätestens seit er 2011 sein BWL-Studium in Sigmaringen abgeschlossen hatte. Danach arbeitete er neben dem Handball bei einem Sponsor im Marketing. Im Sommer konzentriert sich der in Rottweil geborene Rechtshänder ganz auf die Aufgabe beim HBW. „Ich freue mich sehr darauf“, sagt Wolfgang Strobel, geht die Sache aber auch mit Respekt an: „Ich weiß zwar vieles über den Verein, aber noch lange nicht alles.“

Dass er mit seinen aktuellen Mitspielern, darunter sein Bruder Martin, künftig über Verträge verhandeln muss, sieht er nicht als Problem an. „Der Altersunterschied ist inzwischen recht groß“, sagt er mit einem Schmunzeln und denkt an die gemeinsamen Kochabende freitags mit der alten Garde. „Die gibt’s heute nicht mehr.“ Dafür das Derby am Sonntag in Göppingen. Sein Ziel ist klar: ein Sieg zum Abschied und damit frühzeitige Planungssicherheit für den künftigen Manager in Sachen Ligaverbleib.

Christian Schöne: Nein, abgesprochen haben sich die beiden nicht. Doch die Parallelen sind erstaunlich: Genauso wie Strobel beendet auch der Frisch-Auf-Kapitän (33) im Sommer seine aktive Laufbahn. Er wechselt ebenfalls ins Management seines Clubs – allerdings trägt er nicht von Anfang an so viel Verantwortung wie sein Balinger Kollege. Schöne übernimmt zunächst die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums mit den Bereichen Sport, Marketing und Finanzen. Außerdem entlastet er Geschäftsführer Gerd Hofele. „Noch ist nicht alles zu 100 Prozent definiert, aber es wird ein Vollzeitjob“, betont Schöne. Er ist ein heller Kopf. Einer, der über den Tellerrand hinausblickt. 2009 hat er sein BWL-Studium abgeschlossen. Seit 2005 spielt der ehemalige Magdeburger (86 Länderspiele) für Frisch Auf. Zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen ist er längst heimisch geworden in Göppingen. „Wir fühlen uns wohl und werden von hier nicht mehr wegziehen“, stellt Schöne klar.

Seinem letzten Derby blickt er gespannt entgegen. „Der HBW wird wie immer kämpfen bis zum Umfallen. Wir müssen dagegenhalten und gewinnen, um unseren fünften Platz zu verteidigen“, sagt er. Damit er sich am Saisonende mit der Europacup-Teilnahme an den Schreibtisch verabschieden kann.

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