Handball-Titelverteidiger mit der SG Flensburg-Handewitt: Trainer Vranjes Foto: Getty

Mit den drei deutschen Clubs THW Kiel, Rhein-Neckar Löwen und Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt startet die Handball-Champions League in ihre 22. Saison. Vor allem die Clubs im Südosten Europas haben mächtig aufgerüstet.

Mit den drei deutschen Clubs THW Kiel, Rhein-Neckar Löwen und Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt startet die Handball-Champions League in ihre 22. Saison. Vor allem die Clubs im Südosten Europas haben mächtig aufgerüstet.

Stuttgart - Seit 2005 kommen alle Sieger der Handball-Königsklasse entweder aus Deutschland oder Spanien. Diese Dominanz könnte in der an diesem Donnerstag beginnenden Saison ein Ende finden.

Die Favoriten: Dauergast FC Barcelona hat erneut beste Chancen, das Ticket nach Köln zu buchen. Die Mannschaft um Superstar Nikola Karabatic hat sich mit Gudjon Valur Sigurdsson und Wael Jallouz (beide vom THW Kiel) weiter verstärkt. Auch das mit Millionen aus Katar unterstützte Starensemble von Paris St. Germain mit den Ex-Kielern Thierry Omeyer und Daniel Narcisse hat höchste Ansprüche. Doch die Spitze ist breiter geworden, da vor allem im Süd­osten Europas Teams mächtig aufgerüstet haben. Der vom ungarischen Staat geförderte MKB Veszprem hat seinen ohnehin sehr guten Kader weiter verstärkt – unter anderem mit Christian Zeitz (THW Kiel). Vardar Skopje aus Mazedonien angelte sich mit ­Hilfe eines russischen Multimillionärs Weltklasse-Keeper Arpad Sterbik (FC Barcelona) und Torjäger Blazenko Lackovic (HSV Hamburg). Der von Taktikfuchs Talant Dushebajew trainierte KS Kielce/Polen besitzt ebenfalls einen erstklassigen Kader, der mit dem Ex-Kieler Nationalspieler Tobias Reichmann (HSG Wetzlar) Zuwachs bekam.

Die deutschen Teams: Natürlich gehört auch der THW Kiel zu den Top-Favoriten – trotz seiner Formkrise zu Beginn dieser Bundes­liga-Saison. Das Gesetz der Serie spricht für die Zebras, die an diesem Sonntag (19.30 Uhr) bei HC Zagreb starten: Nach der Halbfinal-Niederlage 2013 gegen den HSV Hamburg und der Finalpleite in diesem Jahr gegen die SG Flensburg-Handewitt wäre die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason nach den Triumphen 2010 und 2012 wieder an der Reihe. Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt gibt sich bescheiden: „Wir wollen unsere deutlich verjüngte Mannschaft international entwickeln“, sagt Trainer Ljubomir Vranjes vor dem Auftakt an diesem Sonntag (16.50 Uhr) bei Kif Kolding Kopenhagen. Der Überraschungssieger gehört zu den Gejagten – unter Druck setzen lässt sich die SG nicht: Vranjes weiß genau, dass es nicht jedes Jahr gelingt, den Branchenriesen eine lange Nase zu drehen. Auch die Rhein-Neckar Löwen, in der Vorsaison mit einem Tor im Viertelfinale am FC Barcelona gescheitert, geben sich zurückhaltend. „Unser Minimalziel ist das Achtelfinale“, sagt Trainer Nikolaj Jacobsen. Los geht es für die Löwen an diesem Samstag (21 Uhr) gegen Montpellier AHB.

Der Modus: Es gibt vier Gruppen mit je sechs Teams. Die vier Gruppenbesten qualifizieren sich fürs Achtelfinale, die Erst- und Zweitplatzierten haben im Rückspiel Heimrecht. Die Ersten treffen auf die Vierten, die Zweiten auf die Dritten. Das Final Four wird am 30. und 31. Mai 2015 in Köln ausgetragen. Ab der Saison 2015/16 wird von 24 auf 28 Mannschaften aufgestockt. 2016 läuft auch der Vertrag mit der Lanxess-Arena in Köln als Austragungsort des Finalturniers aus. Ob verlängert wird, ist offen. Es gibt Überlegungen, das Final Four in einem Fußballstadion über die Bühne zu bringen.

Die Prämien: 495 000 Euro kann der Gewinner der Champions League an garantierten Prämien einstreichen. Zum Vergleich: Bei König Fußball können alle 32 Teilnehmer an der Gruppenphase mit 8,6 Millionen Euro Antrittsprämie rechnen. Insgesamt schüttet der Europäische Handball-Verband (EHF) 3,03 Millionen Euro fixe Prämien in der kommenden Saison aus.

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