Stuttgarts Trainer Markus Baur gibt die Richtung vor. Foto: Baumann

Der Handball-Bundesligist TVB Stuttgart schöpft im Abstiegskampf neue Hoffnung. Nach dem Sieg gegen Leipzig geht’s erst am 11. Februar beim Schlusslicht Bergischer HC.

Stuttgart - Zur Einstimmung auf die Partie des Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart am zweiten Weihnachtstag hielten die Zuschauer blaue Lichter in den Händen – ein schöner Anblick. Anderthalb Stunden später waren die zwar längst erloschen, dafür stand aber auch fest: Beim TVB gehen die Lichter nicht aus. Nach dem 28:26 gegen Leipzig überwintert Stuttgart zwar auf einem Abstiegsplatz, doch die Mannschaft hat zumindest den Anschluss ans rettende Ufer geschafft – nach zuvor nur einem Sieg aus elf Spielen. Eine Bilanz.

Sportlich Außer Frage steht, dass der TVB aus den bisherigen 18 Spielen zu wenig Punkte geholt hat. Besonders bitter waren zuletzt die Niederlagen gegen die Mitkonkurrenten Minden und Balingen, da war der Sieg gegen Leipzig ein Lebenszeichen zur rechten Zeit. „Das Ergebnis bleibt in den Köpfen hängen“, sagt Trainer Markus Baur. Zumindest bis 11. Februar, wenn es beim Schlusslicht Bergischer HC weitergeht. Und die Mannschaft an die Leistungen zu Saisonbeginn wie beim Sieg gegen Hannover oder auch der knappen Niederlage gegen Magdeburg anknüpfen muss, um den Klassenverbleib zu schaffen.

Mannschaft Im neuen Jahr soll es mit komplettem Kader weitergehen. Zuletzt hatte der TVB wahrlich die Seuche an der Hand (symptomatisch waren die Grippe-Ausfälle von Dragos Oprea und Teo Coric gegen Leipzig). Die Mannschaft hat praktisch nie in Bestbesetzung spielen können. Zuletzt fehlten wochenlang Tobias Schimmelbauer vor allem in der Defensive und vorne die leichten Tore eines Djibril M’Bengue. Beide werden im Februar ­zurückerwartet, wie auch Neuzugang Can Celebi, dann hätte Baur mehr Alternativen.

Bleibt Bitter?

Torhüter Auch auf dieser im Handball so wichtigen Position ist Licht am Ende des Tunnels. Obwohl die Niederlagen nicht ­explizit auf das Konto von Dragan Jerkovic oder des nachverpflichteten Rumänen ­Mihai Pop (dessen Kontrakt ebenso wie der von Oprea zum Jahresende ausläuft) gingen, ist Johannes Bitters Rückkehr mehr als ein Hoffnungsschimmer, auch wenn die Spielpause gelegen kommt, weil dessen Oberschenkelprobleme noch nicht ausgeheilt sind. „Man hat gegen Leipzig gesehen, wie wichtig er ist“, sagt der Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Nicht nur wegen seiner Paraden, auch wegen seiner Aura, mit der er Spieler und Fans mitreißt. „Natürlich werden wir alles Mögliche tun, ihn zu halten“, sagt Schweikardt, „aber nicht über unsere Schmerzgrenze gehen.“ Selbst wenn Bitter jeden Cent wert ist.

Trainer Das weiß auch Markus Baur, der ja als Bundestrainer – neben Leipzigs Christian Prokop – im Gespräch ist. Sicher kein Idealzustand, aber bis Februar dürfte auch diese Personalie geklärt sein, womit allen Beteiligten geholfen wäre. An Weihnachten hat die Mannschaft, sowohl in Abwehr als auch im Angriff, wieder die Vorgaben des Trainers umgesetzt, was Einsatz und Konzentration angeht. „Darauf können wir aufbauen“, sagt Baur, der in den verbleibenden Spielen mit elf Punkten zum Klassenverbleib kalkuliert, weil auch das Torverhältnis (etwa zu Lemgo) schlechter ist.

Zweigleisige Planung

Umfeld Nach wie vor erfreut sich der TVB Stuttgart bei den Fans großer Beliebtheit, trotz der langen Durststrecke waren mit Ausnahme der Partie gegen den Bergischen HC (2150 Zuschauer) sämtliche Heimspiele ausverkauft. Daran dürfte sich nichts Gravierendes ändern. Allerdings macht der Abstiegskampf die Planungen nicht einfacher, vor allem was eine Ausweitung der Spieltermine in der größeren Porsche-Arena (6211) betrifft. „Aber ich bin seit Jahren gewohnt, dass wir zweigleisig planen“, nimmt es Schweikardt relativ gelassen.

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