Frisch-Auf-Rückraumspieler Josip Sarac konnte wegen einer Wadenverhärtung nach der Pause in Flensburg nicht mehr am Ball sein – ob er für die Spiele in dieser Woche fit wird, ist offen. Foto: Imago/Lobeca/IMAGO/Ingrid Anderson-Jensen

Die Aufwärtstrend war trotz der 24:27-Niederlage bei der SG Flensburg-Handewitt unverkennbar, nun muss Frisch Auf Göppingen in den zwei wichtigen Heimspielen in dieser Woche auch die nötigen Resultate liefern – sonst könnte es ungemütlich werden.

Nach den sehr schwachen Auftritten in der Handball-Bundesliga beim damaligen Schlusslicht ASV Hamm-Westfalen und im DHB-Pokal beim Bergischen HC hat Frisch Auf Göppingen bei der SG Flensburg-Handewitt eine deutliche Reaktion gezeigt. Allerdings wirkte sich die klare Leistungssteigerung nicht auf das Ergebnis aus: Es setzte vor 5764 Zuschauern eine 24:27(14:14)-Niederlage.

 

„Wir haben einen großen Kampf geliefert, es hat nicht viel gefehlt, aber um hier etwas mitzunehmen muss fast allen passen. Dennoch können wir auf dieses Spiel aufbauen“, sagte Trainer Hartmut Mayerhoffer, dessen Team in den Rückraumspielern David Schmidt (6) und Tim Kneule (5) seine besten Werfer und in Torwart Daniel Rebmann (14 Paraden) einen starken Rückhalt hatte.

Nach der 20:19-Führung (45.) kosteten Frisch Auf zu viele Fehlwürfe die Chance auf einen Punktgewinn. „Da waren wir zu unclever, zu überhastet und nicht diszipliniert genug“, haderte der Sportliche Leiter Christian Schöne, der insgesamt mit dem Auftritt im hohen Norden nicht unzufrieden war: „Das war sehr ordentlich, nachdem wir, was die Mentalität betrifft, in den beiden Spielen zuvor – vorsichtig ausgedrückt – nicht ans Limit gegangen sind.“ Mit der in Flensburg gezeigten Einstellung und Gegenwehr hätte man die Punkte in Hamm geholt und wäre auch noch im DHB-Pokal vertreten, so Schönes Prognose.

Bagersted fehlt sehr

Gerade in solchen Spielen gegen vermeintlich schwächere Gegner wird bisher eine Führungspersönlichkeit wie Jacob Bagersted schmerzlich vermisst. Der 34-Jährige war bis zum Sommer Kapitän, Abwehrchef, Mentalitätsmonster und emotionaler Leader – dann zog es ihn zurück in seine dänische Heimat. „In Sachen Hierarchie und Teamspirit muss sich unser neu formiertes Team noch finden“, sagt Schöne, der aber einräumt, dass das erste Bundesliga-Heimspiel gegen den TBV Lemgo Lippe noch das Überzeugendste war – und es danach abwärts ging. Fest steht: Hochkarätige Neuzugänge wie die Rückraumspieler Jaka Malus und Gilberto Duarte hinken den Erwartungen deutlich hinterher. Die Ansammlung vieler qualitativ guter Einzelspieler konnte Coach Mayerhoffer bisher noch nicht zu einer schlagkräftigen Einheit formen, wobei sich die fehlende Effizienz im Torabschluss wie ein roter Faden durch die Saison zieht.

Eine wichtige Rolle im Konzept des Trainers spielt dabei Rückraumspieler Josip Sarac, der in Flensburg wegen einer Wadenverhärtung nach der Pause nicht mehr am Ball sein konnte. Ob der 24-Jährige in den sehr wichtigen Heimspielen an diesem Dienstag (18.45 Uhr) in der European League gegen das ungarische Team Fejer-B.A.L. Veszprem und am Donnerstag (19.05 Uhr/jeweils EWS-Arena) in der Liga gegen den TVB Stuttgart dabei sein kann, ist offen.

Ultraschalluntersuchung bei Sarac

Eine Ultraschalluntersuchung am Montag soll genauen Aufschluss geben. Davon unabhängig muss Frisch Auf in dieser Woche Ergebnisse liefern, sonst könnte es richtig ungemütlich werden. „Wir wollen unser erstes richtiges internationales Spiel am Dienstag nach vier Jahren unbedingt gewinnen, damit wir in unserer Hammergruppe eine Chance aufs Weiterkommen haben und mit Selbstvertrauen ins Derby gegen den TVB gehen können“, sagt Schöne und ergänzt: „Das kommt dann für uns genau richtig, um zu zeigen, zu was wir in der Lage sind.“