Jürgen Schweikardt hat das Spiel bei GWD Minden abgehakt – und blickt aufs Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen Foto: imago //Jan Strohdiek

Der Ärger über den verspielten Punkt bei GWD Minden rückt beim TVB Stuttgart in den Hintergrund. Trainer Jürgen Schweikardt blickt aufs nächste Heimspiel – und rechnet mit einem wütenden Gegner.

Stuttgart - Wenn ein Handballteam nach einer Auszeit 14 Sekunden vor Schluss den Ball in den eigenen Händen hält, dann gibt sie den in den allermeisten Fällen nicht mehr her: Im Bundesligaspiel des TVB Stuttgart bei GWD Minden war das jedoch anders. TVB-Linksaußen Patrick Zieker leistete sich eine Fehlabgabe, GWD kam in Ballbesitz, Nationalspieler Juri Knorr warf aufs Tor, Torwart Primoz Prost parierte, doch die Schiedsrichter gaben wegen eines angeblichen Foulspiels Siebenmeter. Ein umstrittener Pfiff, den Knorr aber eiskalt selbst nutzte und in letzter Sekunde per Strafwurf für den 27:27-Endstand sorgte. „Das war eine extrem bittere Entscheidung gegen uns“, haderte TVB-Trainer Jürgen Schweikardt, doch je weiter das Spiel zurück lag, desto mehr konnte er mit dem Unentschieden leben. Denn sein Team war in der Kreissporthalle Lübbecke 56 Minuten lang einem Rückstand hinterhergerannt, lag sogar schon mit vier Toren hinten. „Es war wirklich überragend, wie sich die Mannschaft herangekämpft hat. Darauf bin ich sehr stolz“, lobte Schweikardt.

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Sein Blick geht nun auf das nächste Heimspiel an diesem Sonntag (16 Uhr) in der Porsche-Arena gegen den Tabellendritten Rhein-Neckar Löwen. „Wir gehen als Außenseiter in dieses baden-württembergische Derby, das für uns einer der Saisonhöhepunkte darstellt“, sagt der TVB-Coach und -Geschäftsführer. Den Gegner erwartet er nach dessen 24:27-Heimniederlage am Donnerstag gegen die Füchse Berlin hoch motiviert: „Dieses Ergebnis macht es nicht einfacher für uns. Die Löwen werden sehr aufmerksam und sicher auch mit Wut im Bauch ins Spiel gehen.“

Nicolaus wieder im Kader

Andererseits könnte für den ersatzgeschwächten Gast aus Mannheim auch eine gewisse Verunsicherung ins Spiel kommen, denn die Plätze fürs internationale Geschäft in der kommenden Saison geraten in Gefahr. Wie auch immer – Schweikardt ist optimistisch: „Wir haben schon oft gezeigt, dass wir mit großen Teams mithalten können, das wollen wir am Sonntag bestätigen.“ Weiterer Vorteil: Abiturient Fynn Nicolaus steht wieder zur Verfügung.

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