Zarko Sesum: Es sieht gut aus mit einer Vertragsverlängerung bei Frisch Auf Foto: Baumann

Drei Spiele, drei Niederlagen für die württembergischen Handball-Bundesligisten. Am meisten ärgert sich Frisch Auf Göppingen über das 28:29 nach einem Krimi mit zwei Roten Karten gegen die HSG Wetzlar.

Frisch Auf Göppingen: Es war ein Spiel mit allen Zutaten für einen guten Krimi – am Ende allerdings machte Magnus Andersson ein Gesicht, als hätte er in mehrere Zitronen gleichzeitig gebissen: „Wir haben die Punkte verschenkt“, sagte er Göppinger Trainer nach dem dramatischen 28:29 (15:15) gegen die HSG Wetzlar. Der Siegtreffer fiel nach Ablauf der 60 Minuten durch einen direkt verwandelten Freiwurf von Wetzlars Nationalspieler Steffen Fäth. Davor hatte ein kampfstarkes Frisch-Auf-Team einen 25:28-Rückstand aufgeholt.

Es bot sich sogar die Siegchance, als Göppingens eingewechselter Torwart Daniel Rebmann 25 Sekunden vor Schluss einen Wurf des besten HSG-Werfers Vladan Lipovina (7 Tore) entschärfte. Andersson zückte 16 Sekunden vor dem Ende die Grüne Karte. Auszeit. Zumindest das Unentschieden schien sicher. Doch Daniel Fontaine verlor die Nerven, scheiterte sechs Sekunden vor Schluss mit einem überhasteten Wurf an Nationalkeeper Andreas Wolff. Der schnelle Gegenstoß brachte den Freiwurf. Fäth fand die Lücke durch die Mauer – und sorgte für kollektives Entsetzen unter den 5000 Zuschauern in der EWS-Arena.

Sie hatten zuvor zwei Rote Karten gesehen: Wetzlars Joao Ferraz flog nach einem groben Foul an Lars Kaufmann (14.) vom Feld – der Göppinger Rückraumspieler wurde danach wegen einer Nasenverletzung und dem Verdacht auf Gehirnerschütterung nicht mehr eingesetzt. In der 39. Minute sah FAG-Torwart Primoz Prost Rot – er war bei einem Wetzlarer Gegenstoß mit Max Holst zusammengerasselt.

Frisch Auf droht das Mittelmaß

Durch die bittere Niederlage droht Frisch Auf vor der Partie an diesem Mittwoch (19 Uhr) beim SC DHfK Leipzig im Mittelmaß zu versinken. Das Kernproblem ist die wacklige Abwehr, die zu Saisonbeginn noch äußerst kompakt und aggressiv zupackte. Positiv: Führungsspieler Zarko Sesum, auch gegen Wetzlar mit sechs Toren bester Frisch-Auf-Werfer, scheint trotz anderer Angebote seinen Vertrag zu verlängern: „Es sieht gut aus“, bestätigte der Serbe.

HBW Balingen-Weilstetten: Auch der vom HSV Hamburg verpflichtete Abwehrstratege Davor Dominikovic konnte das 30:36 (10:17) gegen die MT Melsungen nicht verhindern. Zwischen der 3:1-Führung (6.) und dem 18:27-Rückstand (44.) präsentierte sich der HBW wenig bundesligareif. Danach ging der Tabellenzweite etwas vom Gas und MT-Trainer Michael Roth stellte fest: „Es war schon schwieriger hier zu gewinnen.“ Was nichts daran änderte, dass HBW-Kollege Markus Gaugisch einen erfreulichen Aspekt fand: „Wir haben uns nicht hängen lassen.“

TVB Stuttgart mit zu vielen Schwächephasen

TVB 1898 Stuttgart: Die Mannschaft von Trainer Thomas König war bei der TSV Hannover-Burgdorf letztendlich chancenlos und unterlag mit 22:30 (10:14). Durch jeweils gut fünfminütige Aussetzer in jeder Halbzeit brachte sich der TVB selbst um ein mögliches Erfolgserlebnis. Von 4:3 auf 9:3 und von 14:13 auf 20:13 zog Hannover davon. „In der zweiten Liga konnten wir uns eine Schwächephase leisten, in der Bundesliga wird das gnadenlos bestraft“, sagte Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Beste Werfer für den TVB vor 3519 Zuschauern waren Dominik Weiß (4) und Michael Spatz (4/2). Keinen guten Tag erwischten Tobias Schimmelbauer, Michael Schweikardt und Djibril M’Bengue. Der nach seiner Handverletzung wieder einsatzfähige Torwart Dragan Jerkovic kam auf sieben Paraden und konnte mit seinem Gegenüber bei weitem nicht mithalten: Malte Semisch (23 Paraden) erwischte einen überragenden Tag. Auch der frühere Bittenfelder Kai Häfner machte für Hannover eine gute Partie und traf sechsmal. „Dieses Spiel darf uns nicht umwerfen“, forderte Jürgen Schweikardt. Die nächsten Aufgaben: Am 28. November geht es zum Bergischen HC, am 1. Dezember kommt der THW Kiel.

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