Nach einem Muskelfaserriss ist seine Aushilfstätigkeit beendet: Rechtsaußen Christian Schöne kann Frisch Auf gegen Flensburg nicht helfen. Foto: Baumann

Es ist nicht sehr wahrscheinlich, aber auch nicht besonders abwegig: Besiegen die wieder erstarkten Frisch-Auf-Handballer am Mittwoch die frustrierten Flensburger, könnten die Rhein-Neckar Löwen mit einem Sieg gegen Kiel bereits am Mittwoch die Meisterschaft feiern.

Mannheim - Fällt schon an diesem Mittwoch die Entscheidung um die deutsche Meisterschaft in der Handball-Bundesliga? Die Wahrscheinlichkeit ist nicht besonders hoch, doch vollkommen abwegig ist das Szenario auch wieder nicht: Schlägt der wieder erstarkte EHF-Pokal-Sieger Frisch Auf Göppingen den frustrierten Tabellenzweiten SG Flensburg-Handewitt (Anwurfzeit in der EWS-Arena 19 Uhr), und gewinnt danach Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen um 20.45 Uhr (beide Spiele live auf Sport 1) daheim gegen den THW Kiel, dann können die Badener schon zwei Spieltage vor Saisonende ihre Titelverteidigung feiern.

Jacobsens Risiko wird belohnt

Nach dem 23:21-Auswärtscoup der Löwen in Flensburg und drei Punkte Vorsprung spricht im Meisterschaftsrennen alles für die Mannschaft von Trainer Nicolaj Jacobsen. „Natürlich war das ein großer Schritt zum Titel“, sagte der Däne, „doch wir bleiben auf dem Boden und wollen trotz des Drei-Punkte-Puffers alle drei Spiele gewinnen.“ Der Trainer hatte ganz entscheidenden Anteil am Coup beim schärfsten Verfolger. Als es im Angriff klemmte, brachte der 45-Jährige in der Schlussviertelstunde den siebten Feldspieler. Dieser Mut zum Risiko zeichnet die Löwen in der Ära Jacobsen (seit 2014 im Amt) aus. Doch die vielen zweiten Plätze in der jüngeren Vereinsgeschichte sind noch nicht komplett aus dem Hinterkopf verschwunden. „Wir waren häufig schon mit eineinhalb Händen am Pott. Deswegen lassen wir uns jetzt nicht einreden, dass wir schon durch sind“, warnte Spielmacher Andy Schmid.

Vranjes’ Traum droht zu platzen

Und die Flensburger? Auch sie haben viel Erfahrung mit zweiten Plätzen. Elfmal wurde die SG in der Bundesliga seit 1996 Vizemeister – zum Titelgewinn reichte es nur 2004. Es ist der große Traum von Ljubomir Vranjes, sich nach sieben Jahren als Trainer an der Förde mit der Meisterschale zur kommenden Saison nach Ungarn (zur Nationalmannschaft und zum Spitzenteam MKB Veszprem) zu verabschieden. Es wird wohl nichts draus: „Ich glaube, es wird nichts mehr passieren“, sagte der tief enttäuschte Vranjes nach dem wohl entscheidenden Fehltritt gegen den Rivalen aus Mannheim.

Schöne kann nicht spielen

Die Zuschauer in der Göppinger EWS-Arena werden gespannt sein, wie die SG mit dem Frust umgeht. Für den Tabellen-Zwölften Frisch Auf geht es nach dem erreichten Klassenverbleib und dem Europacupsieg vor allem darum, weitere Sympathiepunkte bei ihren Fans zu sammeln. „Und wir wollen noch ein, zwei Plätze in der Tabelle gutmachen“, sagte der reaktivierte Co-Trainer Christian Schöne. Auf dem Spielfeld kann er sich am Mittwoch nicht als möglicher Meister-Macher betätigen: Nach einem Muskelfaserriss im Oberschenkel ist seine Aushilfstätigkeit für diese Saison beendet. In Jugendbundesligaspieler Joschua Braun steht damit nur ein Rechtsaußen zur Verfügung.

4400 Tickets weg

Für das Spiel gegen Flensburg hat Frisch Auf 4400 Tickets abgesetzt. Es gibt noch einzelne Sitzplatz-Restkarten und noch genügend Stehplätze.

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