Eng und spannend geht’s zu in der Handball-Bundesliga: Simone Mengon vom TVB Stuttgart versucht sich im Spiel gegen Lemgo durchzusetzen – es endete 32:32. Foto: Baumann/Julia Rahn

Zuletzt gab’s vier Unentschieden in Serie, insgesamt hat der TVB Stuttgart acht Remis auf seinem Konto. Woran liegt die Flut an Punkteteilungen in der Handball-Bundesliga?

Am kommenden Wochenende geht in Köln das Final Four um den DHB-Pokal über die Bühne. Im Halbfinale heißen am Samstag die Duelle TBV Lemgo Lippe gegen Füchse Berlin (15.45 Uhr/ARD) und Bergischer HC gegen SC Magdeburg (18.45 Uhr/sportschau.de). Genauso wie im Spiel um Platz drei (Sonntag, 12.45 Uhr) und im Finale (Sonntag, 15.45 Uhr/ARD) steht dabei fest: Unentschieden wird es keine geben. Spätestens im Siebenmeterwerfen fällt eine Entscheidung.

 

Zuletzt vier Remis in Serie

In der Liga stellt sich das Ganze anders dar. Die Flut an Unentschieden ist auffallend, 70 gab es bereits in dieser Saison. Die Remis-Könige kommen vom TVB Stuttgart. Acht Mal endete eine Partie des Teams von Trainer Misha Kaufmann mit einer Punkteteilung. Zuletzt gab es vier Unentschieden hintereinander.

Bob Hanning, der Geschäftsführer des deutschen Meisters Füchse Berlin, hat daher eine Umbenennung der Liga vorgeschlagen: „Bezeichnet die Daikin Handball-Bundesliga doch bitte künftig als Baldrian Handball-Bundesliga.“ Die Heilpflanze trägt in stressigen Situationen bekanntlich zur Beruhigung bei. Und hektisch und nervenaufreibend geht es in dieser Saison in schöner Regelmäßigkeit zu. „Wir haben nicht nur die stärkste Liga der Welt, sondern auch die spannendste“, steht für Hanning fest. Die offenen Spiele bis zur letzten Sekunde und die Flut an Unentschieden belegen dies.

Göppingens Victor Klöve (li.) gegen Lukas Sanell von den Rhein-Neckar Löwen: Das Hinspiel in Mannheim endete 30:30. Foto: IMAGO/Werner Schmitt

Woran es liegt? „Ganz sicher an der Ausgeglichenheit. Zuletzt holte Eisenach einen Punkt in Kiel. Der Prozess, dass alles immer enger zusammenrückt, scheint gar nicht zu enden. Ob du beim Neunten auswärts spielst oder beim Letzten, macht fast keinen Unterschied. Das macht diese Liga so unglaublich spannend“, sagt TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt.

Vor dem 29. Spieltag (von 34) und dem Heimspiel am 26. April (17 Uhr/Porsche-Arena) gegen den SC Magdeburg hat sein Team einen Rekord im Zusammenhang mit Unentschieden schon eingestellt. Auf vier Remis hintereinander kamen in der Handball-Beletage bisher nur der TV Großwallstadt (2002/03) und die HSG Düsseldorf (1992/93). Der Rekord an Unentschieden in einer Saison hat die SG/VfL BHW Hameln aufgestellt. In der Saison 1994/95 kam das Team von Trainer Sead Hasanefendic und Toptorjäger Pepi Manaskov am Ende auf elf Remis – und das sogar in der 16er-Liga bei nur 30 Spieltagen.

Im Unentschieden-Ranking folgen zwei Mannschaften, die auf neun Punkteteilungen kamen – der HC Erlangen (Saison 2017/18) und der HBW Balingen-Weilstetten (Saison 2013/14). In der laufenden Runde rangieren der THW Kiel (7) sowie Frisch Auf Göppingen und der SC DHfK Leipzig (jeweils 6) knapp hinter dem TVB.

Das Hinrunden-Derby TVB Stuttgart gegen Frisch Auf Göppingen in der Porsche-Arena endete – natürlich 28:28. Das Baden-Württemberg-Duell Rhein-Neckar Löwen gegen Frisch Auf in der SAP-Arena endete – natürlich 30:30. Das verspricht jede Menge Spannung für die Rückspiele: Am 23. April (19 Uhr) kreuzen die Löwen in Göppingen auf, am 3. Juni (19 Uhr) kommt es ebenfalls in der EWS-Arena zur Begegnung Frisch Auf gegen TVB. Unentschieden wären dabei alles andere als eine Sensation.

Restliche Saisonspiele

TVB Stuttgart
TVB – SC Magdeburg (26. April, 17 Uhr), HSV Hamburg – TVB (3. Mai, 15 Uhr), TVB – Rhein-Neckar Löwen (7. Mai, 19 Uhr), TVB – SG Flensburg-Handewitt (24. Mai, 16.30 Uhr), Frisch Auf Göppingen – TVB (3. Juni, 19 Uhr), TVB – HC Erlangen (7. Juni, 15 Uhr).

Frisch Auf Göppingen
FAG – Rhein-Neckar Löwen (23. April, 19 Uhr), VfL Gummersbach – FAG (30. April, 19 Uhr), FAG – HSG Wetzlar (7. Mai, 19 Uhr), HSV Hamburg – FAG (25. Mai, 20 Uhr), FAG – TVB Stuttgart (3. Juni, 19 Uhr), Bergischer HC – FAG (7. Juni, 15 Uhr). (jüf)