Finn Joneleit und sein Team entscheiden die Partie in Pfullingen auch im Kopf. Foto: Melanie Bürkle

Tabellenführung ausgebaut: Die Kornwestheimer Handballer behalten im Derby-Kracher gegen den VfL Pfullingen einen kühlen Kopf und triumphieren mit 28:24 (16:15.

Vor perfekter Derby-Kulisse und ausverkaufter Kurt-App-Halle feierten die Drittliga-Männer des SV Salamander Kornwestheim am Samstagabend einen abgeklärten 28:24 (16:15)-Auswärtssieg beim VfL Pfullingen. Mit dem achten Sieg in Serie bestätigten die Lurchis ihre derzeit überragende Form und können sich an der Tabellenspitze sogar leicht absetzen.

 

Trotz des unerwarteten Erfolgs wollte Cheftrainer Alexander Schurr dem Tabellenplatz wieder einmal keine große Bedeutung beimessen: „Der Tabellenplatz spielt keine Rolle, aber das Momentum aktuell nehmen wir mit. Uns macht das derzeit sehr viel Spaß!“ Eine Einstellung, mit der die Schurr-Sieben bestens fährt – denn selbst vor 650 lautstarken Zuschauern in der rappelvollen Kurt-App-Halle behielten die Kornwestheimer erneut die Nerven.

Beide Torhüter der Lurchis überzeugen

Die Salamanderstädter starteten insgesamt sehr überzeugend in die Begegnung. Die 3:0-Führung wurde zwar leichtfertig vergeben und es folgte das 2:1, dennoch beeindruckte die daraufhin folgende 3:1-Führung den Gastgeber sichtlich. Zur 5. Minute glichen die Echazstädter zwar zum 3:3 aus, allerdings sollte das die folgenden 55. Spielminuten lang der einzige Gleichstand bleiben.

Einmal mehr überzeugten die Lurchis mit einer beeindruckenden Abwehrarbeit, unterstützt von einem starken Torhüterduo: Jan Tinti und Niko Henke. Während Tinti mit wichtigen Paraden im Spielverlauf glänzte, avancierte Henke zum Siebenmeter-Schreck für die Gastgeber. Gleich vier Strafwürfe entschärfte Henke und brachte die wechselnden Pfullinger Schützen zunehmend zur Verzweiflung.

Kornwestheim mental deutlich stabiler

Bis zur 22. Minute erspielten sich die Kornwestheimer eine Vier-Tore-Führung (14:10). Pfullingen hatte sich aber noch lange nicht abgeschrieben und kam bis zur Halbzeitpause auf 15:16 Treffer heran. Der Start in die zweite Spielhälfte gelang erneut den Akteuren aus der Salamanderstadt besser und sie zogen auf 20:16 (35.) weg. Anschließend häuften sich jedoch technische Fehler und Fehlwürfe auf beiden Seiten. Nach dem 18:20 (37.) folgte eine fast fünfminütige Torflaute. Keines der Teams landete einen Treffer, bis bei den Lurchis endlich wieder der Knoten platze.

In der Schlussphase agierte das Schurr-Team mental deutlich stabiler. Schurr brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Es war kein körperlich starkes Spiel, aber mental sehr schwer.“ Am Ende machte sich die größere Abgeklärtheit der Kornwestheimer in einer von vielen technischen Fehlern und Fehlwürfen geprägten zweiten Halbzeit bezahlt. Die Lurchis gewannen das Topspiel letztendlich im Kopf. Mit einem verdienten 28:24-Erfolg und zwei weiteren Punkten mehr auf dem Konto, jubelten die Kornwestheimer ausgelassen und zurecht vor zahlreich angereisten Fans in Pfullingen.

SV Kornwestheim: Henke, J. Tinti – Reu (1), Luithardt, Keil (1), Zeppmeisel (3), Kazmeier (9/5), C. Tinti, Lanig (3), Lantella (3), Schoeneck (1), Kaysen (2), Döll (3), Kägler, Joneleit (2).