Trotz großer Gegenwehr: Jan Döll lässt sich nicht am Torwurf hindern. Foto: Peter Mann

Die Lurchis holen sich in einer umkämpften und intensiven Begegnung gegen die SG Pforzheim/Eutingen mit 28:25 (15:13) den ersten Heimsieg des Jahres.

Die Drittliga-Männer des SV  Kornwestheim sind mit einem hart erkämpften Heimsieg ins Handballjahr gestartet. In einer intensiven und emotionalen Begegnung setzten sich die Lurchis am Samstag vor 400 Zuschauern mit 28:25 (15:13) gegen die SG Pforzheim/Eutingen durch.

 

Die Kulisse war dem Rückrundenauftakt mehr als würdig: Die Hölle Ost war endlich wieder bestens gefüllt, die Stimmung lautstark und leidenschaftlich. „Diese Kulisse war dem Handballspiel heute absolut würdig“, lobte auch SVK-Cheftrainer Alexander Schurr. Und auch sportlich bekamen die Zuschauer und Fans ein echtes Spitzenspiel geboten, das an Spannung, Intensität und Emotionalität kaum zu überbieten war.

Von Beginn an präsentierten sich die Gastgeber hochkonzentriert, vor allem in der Defensive. Angeführt vom äußerst aktiven Jan Döll sowie Moritz Lanig stand der Innenblock sehr sicher. Bereits nach sieben Minuten führte Kornwestheim 5:1. Gästetrainer Alexander Lipps reagierte früh mit einer Auszeit – und stellte sein Team erfolgreich neu ein. Die Gäste aus der Goldstadt fanden zunehmend besser ins Spiel und verkürzten bis zur 13. Minute auf 5:6.

Den Ausgleich ließen die Kornwestheimer jedoch nicht zu. Mit weiterhin guter Körpersprache in der Abwehr und einem starken Niko Henke im Tor – inklusive eines gehaltenen Siebenmeters (19.) – setzten sich die Hausherren wieder auf 11:8 ab (20.). Kurz vor der Pause sorgte Felix Kazmeier mit einem verzögerten Sprungwurf ins kurze Eck für die knappe, aber verdiente 15:13-Halbzeitführung.

Pforzheim gleicht aus – geht aber nie in Führung

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie hochklassig. Fabian Kugel und Finn Joneleit erhöhten zunächst auf 17:13, ehe das Spiel zunehmend hektischer wurde. Fehler auf beiden Seiten schlichen sich ein, die Gäste nutzten diese Phase und kamen auf 18:19 heran (40.). Zusätzliche Unruhe brachten einige umstrittene Schiedsrichterentscheidungen ins Spiel.

Als Jan Döll ausgerechnet an seinem 32.  Geburtstag die Rote Karte sah, drohte das Momentum endgültig auf die Seite der Goldstädter zu kippen. Zwar parierte Keeper Jan Tinti den dafür fälligen Siebenmeter, dennoch glich Pforzheim zum 21:21-Gleichstand aus (47.). Kurz darauf folgte der nächste Rückschlag für den SVK: Nach zwei zeitgleichen Zeitstrafen musste auch Moritz Lanig mit Rot vom Feld – der komplette Innenblock war damit verloren. „Das hat uns wirklich sehr wehgetan“, erklärte Schurr später den Kopf schüttelnd.

Doch getragen vom frenetischen Publikum und mit großer Moral fanden die Lurchis Antworten. Tinti glänzte weiterhin im Tor, Kazmeier traf zum 25:23 (52.). Finn Joneleit erhöhte mit Treffern in der 55. und 57. Minute sogar auf 27:24. Die Gäste versuchten es noch mit einer offensiven Deckung, doch Maximilian Keil sorgte mit dem 28:24 für die Entscheidung (59.).

Am Ende stand ein verdienter 28:25-Erfolg für die Kornwestheimer auf der Anzeigetafel, die trotz zweier roter Karten nie in Rückstand gerieten und einmal mehr eine geschlossene Mannschaftsleistung zeigten. Pforzheim/Eutingen hatte das Derby zwar lange offengehalten, musste sich jedoch dem starken Kampfgeist und Siegeswillen der Lurchis geschlagen geben. Damit bleibt der SVK eine weitere Woche Tabellenführer.

SV Kornwestheim: Henke, J. Tinti – Reu, Luithardt, Jungwirth, Keil (1), Zeppmeisel (3), Kugel (1), Kazmeier (9/1), C. Tinti (1), Lantella, Lanig (2), Kaysen (2), Döll (1), Joneleit (8).