SVK-Kapitän Christopher Tinti und sein Team hatten in der Abwehr das passende Konzept. Foto: Melanie Bürkle

Die Lurchis zeigen große Moral , gewinnen auch beim HBW Balingen-Weilstetten 2 mit 27:24, auch dank einer starken Leistung von Keeper Jan Tinti.

Mit einer beeindruckenden kämpferischen Leistung haben die Drittliga-Lurchis am Sonntagabend einen 27:24-Auswärtssieg bei der zweiten Mannschaft des Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten gefeiert. „Das war eine ganz starke kämpferische Leistung“, lobte Cheftrainer Alexander Schurr seine Mannschaft nach der Partie.

 

Die Begegnung in der Mey-Generalbau-Arena entwickelte sich von Beginn an jedoch nicht zu einem handballerischen Leckerbissen. Technische Fehler, Fehlpässe und ungenaue Abschlüsse prägten das Spiel auf beiden Seiten. Besonders in den Anfangsminuten erinnerte das Geschehen an ein chaotisches „Wild-West-Spiel“, bei dem die Bälle teilweise unkontrolliert durch die Halle flogen. Erst in der dritten Minute gelang Top-Shooter Felix Kazmeier der erste Treffer zur 1:0-Führung der Lurchis.

Nach zerfahrenem Spiel findet er SVK seine Linie

Doch auch in der Folge blieb das Spiel zerfahren, beide Teams taten sich schwer, klare Aktionen herauszuspielen. Was sich jedoch früh abzeichnete: Torhüter Jan Tinti erwischte einen überragenden Tag. Bereits in der ersten Halbzeit parierte er rund 50 Prozent der Würfe und gab seinem Team den nötigen Rückhalt. Über die Zwischenstände von 4:4 (10.) und 9:8 (20.) kämpften sich beide Teams in die Pause, in die die Lurchis eine knappe 12:11-Führung mitnahmen.

In der zweiten Halbzeit änderte sich am Spielverlauf recht wenig. Die Schurr-Sieben zeigte sich zwar aufmerksamer und konsequenter, doch zunächst ging Balingen mit 15:13 in Führung, konnte den Vorsprung jedoch nie entscheidend ausbauen. So glichen die Kornwestheimer bis zur 40. Minute zum 17:17 aus und gingen kurz darauf wieder mit 18:17 in Führung. In der 45. Minute stand erneut ein Remis (21:21) auf der Anzeigetafel. Die Partie blieb fehleranfällig, doch einer ragte weiterhin heraus: Jan Tinti. In der 48. Minute parierte er einen Siebenmeter – ein zweiter, spielentscheidender sollte folgen.

SVK-Tormann Jan Tinti lieferte in Balingen eine Quote von 100 Prozent ab und hielt zwei Siebenmeter. Foto: Peter Mann / Archiv

Die Schlussphase begann beim Stand von 22:22 und blieb spannend. Denn auch in der 57. Minute, beim Stand von 24:24 kippte das Pendel noch auf keine Seite. Ehe Jan Döll die Lurchis dann mit 25:24 in Führung brachte. Die Defensive agierte nun deutlich aggressiver. Felix Kazmeier erhöhte in der 59. Minute auf 26:24 – und dann kam Jan Tintis großer Moment: 45 Sekunden vor Schluss parierte er auch den zweiten Siebenmeter des Abends und hielt damit eine perfekte 100 Prozent-Quote vom Punkt. Diese Parade ebnete den Lurchis endgültig den Weg zum Sieg.

Lurchis ruhen sie nicht auf Titel aus und zeigen Moral

Trotz sehr offener Deckung des Gegners behielte die Schurr-Sieben die Nerven. Kazmeier bereitete vor, Hendrick Schoeneck – der für den verletzten Moritz Lanig aushalf- erzielte den entscheidenden Treffer zum 27:24-Endstand. Auch wenn ein Spannungsabfall zu erkennen war, ließ sich das Team den Sieg nicht nehmen. In einem eher zerfahrenen Spiel bewiesen die Lurchis große Moral und Kampfgeist. Selbst vom Gegner gab es Anerkennung: „Kornwestheim hat heute zurecht bewiesen, warum sie Meister sind“, sagte HBW-Trainer Mischa Thiemann.

SVK; Henke, J.Tinti – Reu (2), Luithardt, Keil (5), Zeppmeisel (4), Kugel, Kazmeier (9/4), C.Tinti, Lantella, Schoeneck (1), Döll (1), Bahmann (1), Joneleit (4).