Der Einsatz von SVK-Kapitän Tinti passt – am Ende reicht es nicht für einen Sieg beim Aufsteiger. Foto:  

Die Drittliga-Handballer des SV Kornwestheim unterliegen beim TV Bittenfeld II mit 30:34. Schlüsselspieler beim Aufsteiger ist Torwart Nick Lehmann.

Die Serie ist nach 15 erfolgreichen Spielen gerissen: Die Drittliga-Männer des SV Kornwestheim haben am Samstagabend in der Gemeindehalle beim TV Bittenfeld 2 mit 30:34 (10:14) verloren. Damit wurde der Aufsteiger für die Lurchis zum zweiten Mal in dieser Saison zur unüberwindbaren Hürde. Insgesamt ist es allerdings erst die dritte Niederlage in der gesamten Spielzeit.

 

Die Begegnung zwischen Tabellenführer und Aufsteiger entwickelte sich nicht zu dem engen Duell, das eigentlich erwartet wurde. Bittenfeld hatte über nahezu die gesamten 60 Minuten die Fäden in der Hand und lag durchgehend in Führung. Vor allem in der ersten Hälfte leisteten sich die Kornwestheimer zu viele Fehler und vor allem Fehlwürfe. Mehrfach landete der Ball über oder neben dem Tor – oder in den Händen von TVB-Torhüter Nick Lehmann, der mit zahlreichen Paraden zum Schlüsselspieler für den Gastgeber wurde.

Energiespeicher beim SVK sind leer

Bis zur 10. Spielminute zeigte die Anzeigetafel noch ein 6:6. Doch bereits in dieser Phase war zu erkennen, dass es bei den Kornwestheimern nicht rund lief. Der Ball lief im Angriff nicht flüssig, die Treffer mussten mit zu viel Energie hart erarbeitet werden. Auch die sonst stabile Abwehr fand nicht zu ihrer gewohnten Stärke. Bittenfeld nutzte dies konsequent aus und setzte sich bis zur 17. Minute auf drei Treffer ab. Die Kornwestheimer verkürzten auf 9:10, konnten den Anschluss aufgrund der Fehlerquote nicht halten. Bis zur Halbzeit baute Bittenfeld den Vorsprung auf vier Tore aus – mit einem 14:10 für die Gastgeber ging es in die Pause.

Die zweite Hälfte verlief ähnlich. Bei den Kornwestheimern war zu sehen, dass viele Spieler an diesem Abend nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren. Jan Döll hatte krankheitsbedingt - was dem Allrounder deutlich anzusehen war - die Trainingswoche nahezu komplett verpasst. Auch dem seit längerem angeschlagenen Shooter Felix Kazmeier fehlte die nötige Energie. Kreisläufer Moritz Lanig kämpfte ebenso auf der fast letzten Rille wie Finn Joneleit und Luke Kaysen. Die intensiven Wochen mit einem für Drittligaverhältnisse schmalen Kader zeigten ihre Wirkung.

Torwart Jan Tinti hält Team lange im Spiel

Zu allem Überfluss kam auch noch Pech hinzu. Zwar erspielten sich die Lurchis immer wieder Chancen, doch diese konnten dann häufig nicht genutzt werden. So setzte sich die Zweitvertretung des Bundesligisten bis zur 38. Minute auf sieben Tore ab.

Doch die Lurchis gaben sich nicht auf. Trotz schwindender Kräfte bewiesen sie Moral: Mit einem 4:0-Lauf kämpfte sich die Mannschaft von Trainer Alexander Schurr auf 25:28 heran und verkürzte in der 56. Minute auf 27:29. Bittenfeld wurde nervös, während SVK-Torhüter Jan Tinti mehrere Würfe entschärfte. „Wir haben das Spiel fast noch einmal aufgemacht, das hat ein großes Lob verdient“, sagte Schurr nach der Partie.

Lurchis haben nach wie vor sieben Punkte Vorsprung

Doch am Ende fehlten die Kräfte um die Partie zu drehen. In den letzten 90 Sekunden setzte sich Bittenfeld wieder ab und stellte den 34:30-Endstand her. „Wir haben es über 60 Minuten nicht geschafft, die zentralen Spieler in den Griff zu bekommen“, zog Alexander Schurr sein Fazit und ergänzte: „Jede Serie reißt irgendwann einmal. Aber künftig wollen wir es wieder besser machen.“

Der SV Kornwestheim bleibt aber mit sieben Punkten Vorsprung dennoch weiter Tabellenführer und ist am kommenden Wochenende spielfrei – Zeit, um die Energiespeicher wieder aufzufüllen.

SVK: Henke, J. Tinti – Reu (4), Luithardt, Keil (1), Zeppmeisel (1), Kazmeier (8/5), C. Tinti (1), Lanig (3), Lantella (3), Kaysen (6), Döll (2/1), Kägler, Bahmann, Joneleit (1).