Der junge Torhüter verlässt den Drittligisten am Ende der Saison nach zwei Jahren.
Einigen Zuschauern des EZ-Handballpokals fiel Sören Hamann zum ersten Mal auf, als er im Januar 2024 mit der A-Jugend von Frisch Auf Göppingen beim Turnier im Sportpark Weil mitspielte. Drei Monate später verkündete Drittligist TSV Neuhausen die Verpflichtung des Torwart-Talents für die darauffolgende Saison als Nachfolger von Routinier Josip Kvesic, der kurzfristig aus privaten Gründen in seine kroatische Heimat zurückkehrte. Nach zwei Jahren zieht Hamann weiter: In der kommenden Saison steht der 20-Jährige beim Neuhausener Ligakonkurrenten VfL Pfullingen zwischen den Pfosten.
In Pfullingen sieht Hamann „die perfekte sportliche Perspektive“ für sich, wie er erklärt. Und: „Ich glaube, dass es mir gut tut, wenn ich die Komfortzone Neuhausen verlasse.“ Bei den Maddogs, betont er, fühle er sich sehr wohl. Es war also die berühmte Entscheidung nicht gegen den einen, sondern für einen anderen Verein. „Ich bin den Neuhausenern sehr dankbar“, sagt Hamann. In Pfullingen bildet er nach dem Karriereende von Daniel Schlipphak gemeinsam mit dem ehemaligen Plochinger Felix Maar das Torhüter-Duo – und trifft auf seine früheren Frisch-Auf-Kameraden Sascha Brodbeck und Fynn Hofele.
Zurzeit als Trio
Hamann hat sich seit seinem Wechsel stark weiterentwickelt. Zunächst bildete er mit Niklas Prauß ein Gespann. Als sich Prauß schwer verletzte, war Hamann in der vergangenen Saison lange der Alleinunterhalter im Tor – und entsprechend gefordert. Zur laufenden Saison verpflichteten die Neuhausener das niederländische Top-Talent Jorick Pol, das mit einem Zweitspielrecht auch für Bundesligist TVB Stuttgart spielberechtigt ist. Diese Ausstattung ist für Trainer Daniel Brack eine komfortable Situation und die Leistungen zwischen den Pfosten – gerade durch Hamann – waren meist gut. Torhüter aber agieren generell lieber als Duo, um mehr Spielzeit zu haben. Leidtragender war zuletzt vor allem Prauß, der dennoch bereits seinen Vertrag über das Saisonende hinaus (bis 2028) verlängert hat. Rückraumtalent Laurin Huss hat derweil seinen ersten Drittliga-Vertrag (bis 2027) unterschrieben.
Brack kann Hamanns Entscheidung „verstehen“, wie er sagt. Aber: „Ich finde es schade, ich hätte ihn gerne gehalten.“
Heydecke mehr beim TVB
Derweil muss sich der Coach bereits in der laufenden Saison etwas umorientieren. Nachwuchsspieler Max Heydecke, der ebenfalls mit einem Zweitspielrecht des TVB ausgestattet ist, wird in Zukunft noch mehr für die Stuttgarter auflaufen und bei ihnen trainieren. Nach dem Abgang von Gianfranco Pribetic zum nordmazedonischen Club GRK Ohrid ist Heydecke bis auf Weiteres der einzige gelernte Kreisläufer im Kader des Bundesligisten, wird aber dennoch wohl vor allem in der Abwehr eingesetzt werden. Weil die Neuhausener aber wussten, dass es so kommen kann, waren sie vorbereitet und auch auf der Kreisläuferposition mit drei Spielern in die Runde gestartet: Mit Simon Kosak und Rohat Sahin sind sie hier weiterhin gut besetzt.
Heydecke, der am Donnerstag seinen 19. Geburtstag feiert und sich gerade bis zum Sommer 2029 an den TVB gebunden hat, weilt zurzeit gemeinsam mit Linus Schmid bei einem Lehrgang der U-21-Nationalmannschaft. Deshalb haben die Neuhausener erwirkt, dass ihr für den Samstag angesetztes Ligaspiel beim TSB Heilbronn-Horkheim verlegt wird. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.
Hamann will nun erst einmal den EZ-Pokal gewinnen: „Es macht hier immer Spaß.“ Er weiß das seit seiner ersten Teilnahme mit der Frisch-Auf-Jugend.