Noch steht Raphael Sautter (Dritter von links), wie hier in der vergangenen Woche beim EZ-Pokal, als Assistent hinter Simon Hablizel. Ab der kommenden Saison ändert sich das. Foto: Robin Rudel

Simon Hablizel tritt als Coach der Drittliga-Handballerinnen des TSV Wolfschlugen in der kommenden Saison kürzer. Co-Trainer Raphael Sautter rückt für ihn nach.

Rollenwechsel an der Seitenlinie: Bei den Drittliga-Handballerinnen des TSV Wolfschlugen wird der Chefcoach zum Co-Trainer – und umgekehrt. Simon Hablizel will in der kommenden Saison aus beruflichen Gründen kürzertreten und übergibt seinen Posten an Raphael Sautter. „Ich habe einige Projekte in der Pipeline“, begründet der selbstständige Versicherungskaufmann Hablizel seine Entscheidung und ergänzt: „Ich werde dann die Unterstützerrolle einnehmen. Und auch nicht bei jedem Spiel dabei sein.“

 

Der 35-Jährige ist seit Anfang 2024 Chefcoach bei den Wolfschlugenerinnen und folgte auf Marina Massong, die nach dem Rücktritt von Marco Melo als Interimstrainerin übernommen hatte. Hablizel hat schon bei einigen Vereinen in der Region gespielt, auch bei den Wolfschlugenern, ehe er seine Trainerlaufbahn begann – gerne machte er dabei aber auch beides gleichzeitig. Im Dezember 2020 wechselte der A-Lizenz-Inhaber als Coach vom Männer-Verbandsligisten TSV Köngen zum Zweitligisten TG Nürtingen, ehe es ihn nach einer Pause zu den Wolfschlugenerinnen zog.

Raphael Sautter: „Ich nehme den Druck gerne an“

Sautter ist vor der laufenden Saison vom Oberligisten TV Gerhausen nach Wolfschlugen gewechselt und fügte sich direkt gut in das Konstrukt bei den Wolfschlugenerinnen ein. In Gerhausen sammelte der 27-Jährige sowohl im Frauen- als auch im Männerbereich Erfahrung als Coach. „Der kann den Trainerjob auf jeden Fall übernehmen“, betont Hablizel und setzt ihn gleich scherzhaft unter Druck: „Er ist mit all seinen Teams aufgestiegen.“ Und was sagt der künftige Chefcoach dazu? „Das ist natürlich spaßig formuliert“, erklärt Sautter mit einem Lächeln, „aber es ist schon so, dass wir derzeit Dritter sind, nicht unbedingt die beste Runde spielen, also ein Schritt nach oben wäre möglich. Ich nehme den Druck gerne an.“

Der Rollentausch war bereits im vergangenen Jahr ein Thema. „Simon hat früh kommuniziert, dass er weniger machen will, daher hatte ich lange Bedenkzeit, ob ich den Posten übernehmen will“, erzählt Sautter und fügt hinzu: „Ich freue mich darauf, das Team hat es gut aufgenommen und es war dann eine runde Sache.“ Sautter betont aber auch im selben Atemzug: „Nichtsdestotrotz ist es dennoch eine große Aufgabe.“

Vorfreude auf die „große Aufgabe“

Froh ist der 27-Jährige aber, dass Hablizel weiterhin im Hintergrund mitwirken wird und er immer auf ihn zurückgreifen kann. „Falls ich mal krank sein sollte, oder irgendwas dazwischenkommt, dann ist es schon gut, wenn man so jemanden wie Simon da noch dabei hat“, sagt Sautter. „Nichtsdestotrotz werde ich höchstwahrscheinlich größtenteils alleine sein. Dieser großen Aufgabe muss ich mich dann stellen.“ Gleichzeitig spricht Sautter darüber, dass es ihm „die Mädels aber einfach machen, weil es wirklich ein harmonisches Team ist“.

Bevor Sautter jedoch vom Co- zum Trainer wird, hat Coach Hablizel in der laufenden Saison beim TSV noch das Sagen und die Wolfschlugenerinnen, die derzeit mit 15:5-Zählern auf Rang drei stehen – fünf Pluspunkte weniger und ein Spiel mehr als der Erste Kurpfalz Bären – noch einige Partien vor der Brust. Erst einmal tankten die Handballerinnen aus Wolfschlugen im neuen Jahr beim 16:12-EZ-Pokal-Finalsieg gegen den Verbandsligisten TSV Neckartenzlingen Selbstvertrauen. Auch wenn Sautter diesbezüglich sagt: „Die Ergebnisse waren okay, aber von der Leistung her, war Luft nach oben. Aber klar, so ein Turniersieg kann schon Auftrieb geben.“

Wolfschlugenerinnen treffen auf den HC Erlangen

Diesen Schwung wollen die Wolfschlugenerinnen nun in das anstehende Heimspiel am Samstag (19.30 Uhr) gegen den Fünften HC Erlangen mitnehmen. Und da ist noch eine Rechnung offen, denn die TSV-Handballerinnen verloren das Hinspiel mit 29:35. „Erlangen ist ein unangenehmer Gegner. In der ersten Partie sind wir an uns gescheitert, da wir zu viele technische Fehler und fahrige Abschlüsse drin hatten“, erzählt Sautter und fügt hinzu: „Es liegt an uns, denn die Erlangerinnen sind schlagbar. Wir verlieren zu viele Spiele unnötig, daran müssen wir arbeiten.“ Den Überblick, an welchen Stellschrauben Sautter künftig drehen muss, hat er in Wolfschlugen also bereits gewonnen.