Neuhausens Torhüter Sören Finn Hamann wirft sich akrobatisch in Szene. Foto: /Robin Rudel

Die Neuhausener Drittliga-Handballer gewinnen zwei Punkte– über die gesamten 60 Minuten überzeugen sie gegen den HBW Balingen-Weilstetten II allerdings nicht.

Mit ihrer Leistung waren die Handballer des TSV Neuhausen nicht zufrieden. Mit dem Ergebnis schon. In der Drittliga-Partie gegen den HBW Balingen-Weilstetten II setzten sich die Maddogs mit 32:30 (18:12) durch und haderten vor allem mit ihrem Auftritt nach dem Seitenwechsel.

 

Bis zur Pause hatten die Neuhausener aussichtsreich geführt. „Es hat sich sogar noch höher als sechs Tore angefühlt. Wir haben einiges umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Aber nach der Halbzeit sind wir nicht gut ins Spiel gekommen, darauf können wir nicht stolz sein“, ärgerte sich Lukas Fischer, der vor allem in den entscheidenden Momenten da war. Nach seinem zuletzt krankheitsbedingten Ausfall und dem berufsbedingt derzeit wenigen Training, stand er nicht von Beginn an auf dem Feld – aber in der entscheidenden Schlussphase.

Zunächst kam Balingen-Weilstetten immer näher heran und glich dann auch verdient in der 50. Minute zum 27:27 durch Mischa Locher von der Linie aus. Die Neuhausener leisteten sich zu viele Fehler und Balingen-Weilstetten gab sich auch nach dem Platzverweis des stark aufspielenden Danil Dyatlov (38.) nicht auf und stellte Neuhausen immer wieder vor Herausforderungen. „Das war dann eine Aufstellung, die wir nicht kannten und auf die wir uns nicht vorbereiten konnten“, sagte Neuhausens Coach Tobias Klisch. Am Ende hatte Gäste-Trainer Micha Thiermann nur noch drei Feldspieler auf der Bank. Schon früh musste Till Wente (5.) verletzt vom Feld. Doch dann drehten die Neuhausener noch einmal auf. Max Heydecke brachte Neuhausen wieder in Führung (28:27 / 51.). Anschließend nutzte Balingen-Weilstetten einen Angriff nicht und stattdessen startete Felix Zeiler noch in der eigenen Hälfte mit Tempo in Richtung HBW-Tor. Beim Abschluss wurde er allerdings zu Fall gebracht. Den Siebenmeter verwandelte Fischer gewohnt souverän und brachte Neuhausen damit wieder mit zwei Toren in Führung (52.).

Vater-Sohn-Duell

Entschieden war die Partie aber noch nicht. Balingen-Weilstetten zeigte Nerven, die Neuhausener auch. In der 59. Und 60. bewies Neuhausens Torhüter Sören Hamann dann abermals gute Reaktionen und vereitelte zwei HBW-Würfe. Den von Rechtsaußen Felix Eisele fing er regelrecht lässig mit einer Hand und leitete den Treffer zum 31:28 durch Zeiler ein (60.).

Jubel und Erleichterung waren groß. „Wir haben einige Aktionen nicht konzentriert genug zu Ende gespielt und Balingen-Weilstetten so zurück ins Spiel gebracht. In der Schlussphase haben wir vom höheren Tempo profitiert“, sagte Zeiler. Auch Trainer Tobias Klisch war alles andere als zufrieden mit dem Auftritt der Neuhausener: „Wir haben auch zu diesem späten Zeitpunkt in der Saison einiges aufzuarbeiten. Wir müssen voll fokussiert in die letzten fünf Spiele gehen.“ Klisch hob dann aber noch die entscheidende Spielphase hervor: „Positiv ist, dass wir Balingen-Weilstetten nicht in Führung gehen ließen.“

Das Familienduell entschied Neuhausens Co-Trainer Markus Locher somit für sich. Sohn Mischa Locher überzeugte aber – nach dem ein oder anderen Tor ging sein Blick auch Richtung Neuhausener Bank. Mit neun Toren war er der treffsicherste Spieler.

TSV Neuhausen: Hamann, Elger; Durst, Scherbaum, Heydecke (4), Marlin Sprößig, Grundler (3), Gross (3), Reinhardt (1), Baumann, Sommer (4), Fischer (8/4), Keppeler (5), Zeiler (4), Hoer.

HBW Balingen-Weilstetten II: Hajdu, Bierfreund, Flad (3), Römer, Eisele (2), Betz (3), Milosavljevic (1), Bänsch (4), Banzhaf, Locher (9/3), Wente (1), Dyatlov (7).

Zuschauer: 400.

Schiedsrichter: David Gierke / Korbinian Konwitschny (Dachau).

Zeitstrafen: 6:8 – zwei Mal zwei Minuten für Hoer (Neuhausen), Bänsch (Balingen-Weilstetten), ein Mal zwei Minuten für Heydecke (Neuhausen), Betz, Locher (Balingen-Weilstetten).

Rote Karte: - / Dyatlov (38. Foulspiel).

Beste Spieler: Sommer, Zeiler, Fischer / Dyatlov, Locher.